Touristen machen am Ortsschild von Fucking ein Foto. Foto: AFP/Mladen Antonov

Diese Art von Tourismus wollte man im österreichischen Ort „Fucking“ dann doch nicht haben. Viele Menschen kamen nämlich nur in die 100-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Braunau am Inn, um ein Foto mit dem Ortsschild zu machen - oft selbstverständlich in anzüglicher Pose. Dem schiebt der Ort nun einen Riegel vor und benennt sich in „Fugging“ um. 

Auf einer Gemeinderatssitzung wurde die Umbenennung zum 1. Januar beschlossen, nachdem offenbar die Mehrheit der rund 100 Einwohner genug von den andauernden Witzen hatte. Das bestätigte die Bürgermeisterin von Tarsdorf, zu dem Fucking gehört. 

Vor allem auf Internetplattformen hatten sich Menschen über den Dorfnamen Fucking lustig gemacht, der im Englischen ein obszöner Begriff ist. Insbesondere englischsprachige Touristen waren in der Vergangenheit in das Dorf gereist, um sich am Ortsschild von Fucking fotografieren zu lassen. Sie nahmen teils laszive Posen ein, bevor sie die Bilder auf Internetplattformen veröffentlichten. Bisher hatte es im Gemeinderat keine klare Mehrheit für die Namensänderung gegeben. Vor allem die Dorfbewohner, die in der Nähe des Ortsschilds wohnten, hatten die Änderung aber stets befürwortet.

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Damit verabschiedet sich die Gemeinde von einem Namen, der seit dem Jahr 1070 belegt ist. Abgeleitet wird er vermutlich natürlich nicht vom vulgären englischen Wort „fucking“, sondern von einem gewissen Adalpert von Vucckingen, der im elften Jahrhundert in der Region lebte. Bereits im sechsten Jahrhundert soll ein bayerischer Adeliger namens Focko die Siedlung gegründet haben. Die Endung „-ing“ ist im bayerischen Raum eine häufige Ortsnamen-Endung.