Ein Mann macht eine Blase mit einem Kaugummi. Foto: dpa/Dean Lewins

Es gibt noch kein wirksames Medikament gegen das Coronavirus, und auch ein Impfstoff scheint flächendeckend frühestens im nächsten Sommer zur Verfügung zu stehen. Da gilt es, eine Infektion um jeden Preis zu vermeiden. Als probate Mittel haben sich in den vergangenen Monaten Händewaschen, das Abstandhalten, sowie das Tragen von Masken erwiesen - auch wenn diese Maßnahme den Träger nur bedingt, dafür aber alle anderen Schützt. Da viele Viren über die Mundhöle in unseren Körper gelangen, gilt auch eine gute Mundhygiene als Schlüssel, um eine Infektion zu verhüten - oder wenigstens abzumildern. An diesem Punkt setzt nun die Firma SolyPlus aus Haselund in Schleswig-Holstein an. Sie will Menschen mit einem Kaugummi vor Corona schützen.

„Viele Probleme lassen sich auch mit einfachen Methoden erschlagen“, zitiert der TV-Sender „RTL“ Unternehmens-Chef Joachim Bender. Sein Produkt enthält demnach das Nahrungsergänzungsmittel Chitosan, das sich als Schutzfilm über die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum legen soll, um dort einen Angriff des Virus zu verhindern. 

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Chitosan ist ein Biopolymer, eine chemische Verbindung, die Kunststoffen ähnelt, aber aus Meerestier-Abfällen besteht. Chitosan wird aus Chitin gewonnen und kommt in geringen Mengen auch in natürlicher Form in einigen Pilzen vor. In Deutschland ist die Rechtslage zu diesem Inhaltsstoff allerdings noch unklar. Während er in Österreich als Nahrungsergänzungsmittel im Bereich der Fettblocker zugelassen ist, ist das in Deutschland nicht der Fall. Der Import dieser Produkte ist laut einer Allgemeinverfügung des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aus dem Jahr 2017 allerdings erlaubt, sofern „der Gehalt von 250 mg Chitosan pro Kapsel bei einer empfohlenen Tagesverzehrsmenge von bis zu drei Kapseln nicht überschritten wird“. Zudem müssen die Produkte mit dem Hinweis versehen werden, sie mit einem Mindestabstand von „3-4 Stunden“ zu einem Arzneimittel einzunehmen. 

Dennoch wird der Kaugummi laut „RTL“ bereits an Probanden getestet. Tatsächlich bleibt demnach noch 30 bis 60 Minuten nach dem Kauen eine Schutzschicht aus Chitosan bestehen. „Während dem Kauen legt sich eine chitosanhaltige Schutzschicht auf die Schleimhäute und solange das Chitosan im Mund ist, bin ich geschützt“, erklärt Biochemiker, Joachim Bender dem Sender. Noch in diesem Jahr will er das Produkt auf den Markt bringen. Als Arzneimittel wird es nicht gelten. Denn klinische Studien wurden nicht durchgeführt.