Norddeutschland drohen schwere Schneefälle. Foto: YNA/dpa

Aktuell 14 Grad sind es im Südwesten Deutschlands. Frühlingsgefühle in Bayern und Baden-Württemberg. Und trotzdem soll uns ein extremer Wintereinbruch drohen. Wie ist das möglich? 

Es ist der aktuelle Kontrast, der die Wetterlage so gefährlich macht. Denn schon jetzt sieht es in der nördlichen Hälfte Deutschlands ganz anders aus als im Süden. Ein Grad in Hamburg, zwei Grad in Berlin. Dazu Regen oder Schneeregen. Wir liegen mitten in einer festsitzenden Kaltfront. Und das könnte sich jetzt zuspitzen. Schneechaos inklusive!

Temperaturen stürzen ab

Am Wochenende drängt nämlich die milde und sehr feuchte Luft aus dem Süden in unsere Region. Gleichzeitig schubst ein Polarwirbel aber auch arktische Kaltluft in den Norden Deutschlands. Die Folgen könnten fatal sein: Meteorologen sprechen von „einer Katastrophen-Wetterlage mit extremen Schneefällen“.

Dass es viel Schnee geben wird, ist laut den Experten bereits sicher. Unsicherheiten gibt es nur noch in der Frage, wie genau sich der  Neuschnee ausbreitet. Laut „Weather Channel“ gibt es dafür aktuell zwei Möglichkeiten.

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Der arktische Kaltwind könnte in der oberen Nordhälfte Deutschlands hängenbleiben. Dann würden vor allem Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg mit voller Wucht von dem Neuschnee erwischt. Drückt der Wind die Kaltluft aber ein Stück weiter gen Süden, dann wären auch Berlin und Brandenburg von Neuschneemassen betroffen.

Es droht Neuschnee-Chaos 

In jedem Fall müssen wir im Norden laut übereinstimmenden Wetterprognosen von Sonnabend an mit einer geschlossenen Schneedecke rechnen - auch im Flachland. Innerhalb von 48 Stunden soll das himmlische Weiß auf auf bis zu 60 Zentimeter anwachsen! Möglich sind dazu heftige Sturmböen. Betroffene Gebiete drohen im Neuschnee-Chaos zu versinken. Straßenglätte und Schneeverwehungen sind vielerorts wahrscheinlich.  

Wie heftig erwischt die Schnee-Front Berlin und Brandenburg? Foto: imago images/Christian Spicker

Und auch die Temperaturen stürzen ab. Auf bis zu minus 20 Grad sollen die Thermometer fallen. Der Schnee werde tagelang liegenbleiben, so die Vorhersage. Nicht auszuschließen sei, dass Straßen gesperrt und einzelne Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten werden. Die Meteorologen empfehlen deshalb dringend, die aktualisierten Wettervorhersagen aufmerksam zu verfolgen.

Stärkster Schneefall seit Jahrzehnten

Denn einige Experten warnen bereits vor einem ähnlichen Einbruch wie bei der Schneekatastrophe im Winter 1978/1979. Jan Schenk von „The Weather Chanel“ hält „den stärksten Schneefall der letzten Jahre oder vielleicht Jahrzehnte“ für möglich. Damals wütete ein Schneesturm fünf Tage lang über Norddeutschland. Der Katastrophenfall wurde ausgerufen, ganze Ortschaften waren von Schneemassen eingeschlossen, der Verkehr auf Autobahnen und auf der Schiene kam zum Erliegen.  

Norddeutschland im Januar 1979: Meterhoch türmten sich die Schneemassen auf, Städte und Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten, der Zugverkehr kam zum Erliegen.  Foto: dpa/Schilling

Tatsächlich sehen die Meteorologen Parallelen zur aktuellen Wettersituation. Auch vor 42 Jahren lag der Norden unter Einfluss einer extremen Kaltfront. Während es in Hamburg schneite, wurden in Freiburg noch 15 Grad gemessen (heute: 14). Auch damals trafen eisige Kaltluft aus Nordskandinavien und Nordrussland und warme Luft aus dem Süden aufeinander...

Hier die Tagesschau vom 30. Dezember 1978: 

Derart extreme Winterwetter-Ereignisse sind in Norddeutschland extrem selten. Laut Statistik kommen sie nur alle 50 Jahre vor. Hoffen wir, dass es diesmal nicht ganz so heftig wird.