Die Anklage gegen einen 39-Jährigen klingt so grausam wie unappetitlich. James David Russell ist wegen Mordes an einen 70-Jährigen angeklagt. Polizei

Die Anklage gegen einen 39-Jährigen klingt so grausam wie unappetitlich. James David Russell ist wegen Mordes an einen 70-Jährigen angeklagt. Laut Staatsanwalt wollte er seine „Gehirnkrankheit“ kurieren – indem er Menschenfleisch verspeist.

Russell und David Flaget hatten in der Kleinstadt Clark Fork, 100 Kilometer südlich der kanadischen Grenze, gelebt.  Laut Zeugenaussagen waren sie schon einige Male zuvor aneinander geraten. Phillip Stella, Chefermittler der Polizei von Bonner County: „Das Opfer hatte seiner Familie gesagt, dass Russell eine Gefahr für die Gemeinschaft und sich selbst sei, weil er völlig durchgeknallt ist.“ Die Prognose traf zu.

Das Opfer des Kannibalen: David Flaget Polizei

Erster Kannibalen-Mord in Idaho

Der letzte Zusammenkunft der beiden Männer endete tödlich für Flaget. Ein Nachbar von Russell hatte laut der örtlichen Zeitung „Shoshone News Press“ die Polizei alarmiert und einen „möglichen Mord“ gemeldet. Die Cops fanden die Leiche von Flaget auf dem Beifahrersitz seines Trucks. Seine Hände und Füße waren mit Panzerband gefesselt und er lag mit dem Kopf nach unten. Laut Polizeibericht wurden am Toten „tiefe blutige Wunden“ festgestellt.

Russell hatte sich auf seinem Dachboden versteckt. Als er von der Polizei entdeckt wurde, ließ er sich ohne weitere Zwischenfälle festnehmen. In der Küche machte Stella eine Schock-Entdeckung, „die ich mein Lebtag nicht vergessen werde.“ Die Mikrowelle war blutverschmiert und in einer Glasschüssel lag ein Stück gekochtes Fleisch. Der Bericht der Gerichtsmedizinerin belegte: Es war menschliches Fleisch und stammte von Flaget.

Russell gab im Verhör zu, dass er „sein Gehirn selbst heilen wollte, in dem er Teile von seinem Opfer abschneidet und verzehrt“. Russell wurde als erster Häftling überhaupt in der Geschichte des US-Bundesstaates Idaho wegen Kannibalismus angeklagt - mit vorsätzlichem Mord obendrauf. Der Haftrichter ließ ihn allerdings wegen Unzurechnungsfähigkeit vorläufig in eine geschlossene Anstalt einweisen. Am 28. Dezember soll in einer Anhörung entschieden werden, ob der „Kannibale von Clark Fork“ prozessfähig ist.