Eine Wissenschaftlerin hantiert in einem Labor mit Proben. AFP

Jeden Tag infizieren sich viele hunderte, wahrscheinlich sogar tausende Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2. Während in den Risikogebieten das öffentliche Leben immer weiter heruntergefahren wird, arbeiten Forscher weltweit mit Hochdruck daran, Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln. Einem kanadischen Forscher-Team ist nun ein Meilenstein gelungen. Sie konnten das Virus, das die Krankheit Covid-19 auslöst, erstmals im Labor isolieren und einen Klon züchten. 

Die Wissenschaftler um Robert Kozak und Samira Mubareka vom Sunnybrook-Forschungsinstitut sowie Arinjay Banerjee von der McMaster-Universität hatten das Virus aus Proben zweier kanadischer Patienten entnommen. Nach der Isolation konnten sie es klonen. Der Labor-Klon lässt sich nun glücklicherweise relativ einfach züchten, heißt es in einer Mitteilung auf der Homepage des Forschungsinstituts. So können Labore weltweit mit diesem Virus-Klon Behandlungs-Medikamente oder Impfstoffe testen. 

Die kanadischen Forscher Robert Kozak, Samira Mubareka und Arinjay Banerjee (v.l.) Sunnybrook Health Sciences Center

Doch so wichtig dieser Schritt nun war: Bis ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, wird es wohl leider noch einige Zeit dauern. Als frühesten Einsatzzeitpunkt nennen einige Experten das Ende dieses Jahres. Es könne aber auch noch ein paar Monate länger dauern. 

Ein Corona-Impstoff benötigt viele Tests

Als Grund für die lange Entwicklungszeit nannte das Robert Koch Institut (RKI), dass ein Impfstoff einfach ausreichend getestet sein müsse, damit er Menschen nicht später schade. Zwar seien weltweit bürokratische Hürden gesenkt, um die Tests zu beschleunigen, eine gewisse Zeit brauche das aber dennoch.

Dabei schreite die Impfstoff-Entwicklung derzeit so schnell voran, wie noch nie zuvor, sagte die Hamburger Infektiologin Marylyn Addo dem „ZDF“. Die ersten Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus würden zudem seit der vergangenen Woche bereits an Menschen getestet. Früher habe die Entwicklung mehrere Jahre gedauert, eine Art Baukastensystem habe die Dauer auf etwa ein Jahr reduziert, sagt sie. Schneller gehe es einfach nicht.