Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto). Foto:  imago images
Die wichtigsten Informationen im Überblick

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Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 26. Oktober +++

8685 Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 8685 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 4325 gelegen.

Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. Die Zahl der Todesfälle übersteig am Wochenende die Marke von 10.000. (dpa)

Maduro: 100-prozentig wirksames Corona-Mittel in Venezuela entdeckt 

In Venezuela ist angeblich ein hochwirksames Mittel gegen das Coronavirus entdeckt worden. Ein Molekül namens DR-10 vernichte Covid-19 zu hundert Prozent, ohne Nebenwirkungen zu verursachen, verkündete der autoritäre Staatspräsident Nicolás Maduro am Sonntag (Ortszeit) in einer Ansprache. Das habe eine sechsmonatige Studie des staatlichen Forschungsinstituts IVIC ergeben. Sowohl er als auch das IVIC per Twitter bezeichneten Covid-19 fälschlicherweise als Virus - vermutlich meinten sie das Coronavirus, das die Krankheit Covid-19 auslöst.

Das Molekül sei bereits zur Behandlung von Hepatitis C, humanen Papillomviren und Ebola genutzt worden, sagte Maduro weiter. Der Prozess der Zulassung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um der Welt diese Behandlung anzubieten, habe schon begonnen. (dpa)

Kalayci: Besuche in Pflegeheimen müssen weiter möglich sein

Besuche von Angehörigen in Senioren- und Pflegeheimen müssen nach Einschätzung von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auch bei allgemein steigenden Corona-Infektionszahlen weiter möglich sein. Solange es in den Einrichtungen selbst keine Covid-19-Ausbrüche gebe, müsse dies sichergestellt sein, sagte Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Ziel müsse sein, den Schutz der Patienten und Beschäftigten sowie das Recht auf Besuche «in Einklang zu bringen», etwa durch Hygienekonzepte.

Dabei helfen können aus Kalaycis Sicht neue Corona-Schnelltests, von denen das Land Hunderttausende bestellt habe und die seit dieser Woche vor allem in Berliner Krankenhäusern und der Altenpflege zum Einsatz kommen. Diese Testkapazitäten, bei denen das Ergebnis in kurzer Zeit vorliegt, sollen nach den Worten der Senatorin nicht nur von Beschäftigten und Patienten, sondern auch von Besuchern in Anspruch genommen werden können. (dpa)

Wegen Corona: Slowenien schränkt Bewegungsfreiheit weiter ein 

Slowenien schränkt wegen stark steigender Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus die Bewegungsfreiheit seiner Bürger weiter ein. Ab Dienstag dürfen Bürger die eigene Gemeinde ohne triftigen Grund nicht mehr verlassen, wie Ministerpräsident Janez Jansa am Sonntagabend über Twitter mitteilte. Die Regelung gilt zunächst für sieben Tage. Sie könne von da an in jenen Regionen zurückgenommen werden, in denen die Ansteckungszahlen sinken, fügte Jansa hinzu.

Schon seit einer Woche sind Bewegungen zwischen den zwölf Regionen des Landes nicht mehr erlaubt. Ebenfalls seit einer Woche gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 bis 06.00 Uhr. Seit dem Wochenende sind Geschäfte - außer etwa Lebensmittelläden - und Hotels geschlossen.

Das kleine EU-Land mit zwei Millionen Einwohnern kämpft mit einem besonders heftigen Infektionsgeschehen. Am Samstag sei bei 1675 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte die Gesundheitsbehörde in Ljubljana am Sonntag mit. Das waren mehr als doppelt so viele wie eine Woche zuvor. (dpa)

+++ 25. Oktober +++

Berlin: 304 Corona-Neuinfektionen, 117 Intensivpatienten

Die Stadt verzeichnet weiterhin eine hohe Zahl an Neuinfektionen. Inzwischen sind neun Prozent der Intensivbetten für Covid-19-Patienten belegt. Anfang des Monats lag die Auslastung noch bei 3,1 Prozent. Wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung am Sonntag hervorgeht, haben sich mit Stand Sonntagnachmittag 304 Menschen in den letzten 24 Stunden neu mit dem Coronavirus angesteckt. Am Tag zuvor waren es 416 neue Fälle. Die Gesamtzahl der bisher Infizierten stieg in Berlin damit auf 26.093. Als genesen gelten hingegen 18.281 (206 mehr als am Vortag).

Die Siebe-Tage- Inzidenz stieg auf 122,7. Sie gibt an, wie viele Menschen sich auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen infiziert haben. Der kritische Wert liegt eigentlich schon bei 50. Eine der drei Corona-Ampeln steht auf Rot, zwei Ampeln stehen auf Grün. 448 Corona-Patienten müssen derzeit im Krankenhaus behandelt werden, 117 davon auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Am 5. Oktober lag die Zahl der intensivpflichtigen Patienten noch bei 39.

Spanien verhängt Gesundheitsnotstand

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen in Spanien hat die Regierung am Sonntag den landesweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen. Regierungschef Pedro Sánchez sagte in einer Fernsehansprache, der Notstand werde bis Anfang Mai kommenden Jahres anhalten. Während dieser Zeit gelte in ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln eine nächtliche Ausgangssperre. (AFP)

Wegen Corona: Deutsche fahren wieder weniger Bahn

Angesichts rapide steigender Infektionszahlen und schärferer Vorgaben in der Corona-Krise verzichten wieder mehr Menschen auf das Bahnfahren. „Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn. Besonders betroffen seien im Fernverkehr Geschäftsreisen sowie längerfristige Buchungen.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sind die Buchungszahlen im Fernverkehr der Deutschen Bahn seit Anfang Oktober um ein Drittel eingebrochen. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit fahren nur noch halb so viele Menschen mit ICE und IC.

Deutschland meldet 11.176 neue Corona-Fälle: Sonntagsrekord!

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11 176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429 181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren es noch 5587 Neuinfektionen an einem Tag.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10 032. Die Marke von 10 000 war am Vortag überschritten worden.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Samstag bei 1,38 (Vortag: 1,30). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

+++ 24. Oktober +++

Berlin: 416 neue Corona-Fälle, mehr Intensivpatienten

In Berlin ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erneut leicht gestiegen. Der Inzidenzwert lag am Sonnabend laut Corona-Lagebericht des Senats bei 119,1. Am Tag zuvor wurde er mit 114,8 angegeben. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen lag bei 416 - gegenüber 893 am Freitag und 783 am Donnerstag. Deutschlandweit lag der 7-Tage-Inzidenzwert bei 60,3.

Unter den Berliner Bezirken hatte Neukölln nach wie vor die meisten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Der Wert lag bei 228,8, gefolgt von Mitte mit 209,5, Tempelhof-Schöneberg mit 164,1 und Friedrichshain-Kreuzberg mit 151,9. Dann folgt mit Abstand als nächstes Charlottenburg-Wilmersdorf mit 107,4.

Bislang wurden seit Beginn der Pandemie in Berlin 25.789 Corona-Fälle gemeldet. 18.075 Menschen gelten inzwischen als genesen (259 mehr als am Vortag). 249 Erkrankte starben, diese Zahl hat sich damit im Vergleich zum Freitag um einen Fall erhöht. Die Zahl der auf Intensivstationen betreuten Patienten stieg um 19 auf 120. Der Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten wurde mit 9 Prozent angegeben, nach 11 Prozent am Freitag und 7,3 Prozent am Donnerstag.

Rekord: 247 Neuinfektionen in Brandenburg

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus hat in Brandenburg erneut einen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium berichtete am Sonnabend von 247 neuen bestätigten Fällen innerhalb eines Tages. Am Freitag waren es 224 Neuinfektionen, am Donnerstag 202. Am 3. April war mit 187 Neuinfizierten der Höchststand der ersten Corona-Welle registriert worden.

Insgesamt haben sich seit März 6615 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Zwei neue Todesfälle kamen hinzu. Bislang starben in Brandenburg 187 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19.

Wegen Corona: Weihnachtsbäume voraussichtlich teurer

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr wahrscheinlich teurer. Grund sind nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger höhere Kosten wegen der Coronavirus-Pandemie. Für die beliebten Nordmanntannen dürften bei bester Qualität zwischen 20 und 27 Euro fällig werden, sagte Geschäftsführer Martin Rometsch der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne 18 bis 23 Euro betragen. Die Händler müssten Hygienekonzepte erstellen, mehr Platz vorhalten und möglicherweise mehr Personal einsetzen.

In großen Städten seien die Preise in der Regel höher als auf dem Land. Für Blautannen rechnet Rometsch mit 12 bis 16 Euro und für Fichten mit neun und 12 Euro je Meter. Der Marktanteil der Nordmanntanne, die wegen ihrer weichen und festsitzenden Nadeln bevorzugt wird, beträgt 75 bis 80 Prozent. Genug Angebot sei vorhanden.

14.714 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Die Zahlen steigen weiter dramatisch. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 14.714 neue Corona-Infektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Jedoch war der Webserver des RKI mehrere Stunden gesperrt. Bei einigen Meldungen kann es sich also auch im Nachmeldungen handeln, zudem ist möglich, dass noch immer nicht alle Fälle übermittelt sind. 

Insgesamt haben sich laut Angaben des RKI in Deutschland 418.005 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 24.10., 00.00 Uhr). Am Samstag wurde zudem die Marke von 10.000 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gerissen.

+++ 23. Oktober +++

893 neue Corona-Fälle in Berlin, drei weitere Tote

In Berlin sind innerhalb der vergangenen 24 Stunden 893 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Das geht aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Freitagnachmittag hervor. Das ist ein Plus von 110 neuen Fällen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt seit Beginn der Pandemie steigt damit auf 25.373.

Vier Berliner Bezirke meldeten jeweils über 100 Neuinfektionen binnen eines Tages: Neukölln (188), Mitte (132), Charlottenburg-Wilmersdorf (129) und Friedrichshain-Kreuzberg (106). Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt derzeit für ganz Berlin bei 114,8. Die Berliner Corona-Ampel für diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz steht weiter auf Rot. In zwei Berliner Bezirken liegt die Inzidenz mittlerweile über 200: Betroffen sind Neukölln (244,9) und Mitte (206,6).

Beherbergungsverbot im Norden gekippt

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist. (dpa)

Polen schließt alle Restaurants - Lockdown naht

Polen schließt von Samstag an alle Restaurants und verbietet Versammlungen mit mehr als fünf Personen. Das Land müsse die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag zur Begründung. Derweil meldeten die Behörden 13 632 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden - die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Gezählt wurden 153 neue Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Pandemie liegt nun bei 4172.

Die Schließung der Gastronomie gilt für zunächst zwei Wochen, kann aber verlängert werden. Zudem wurden weitere drastische Maßnahmen beschlossen: Für alle Schüler ab der 4. Klasse, für die das nicht ohnehin schon galt, wird Distanzunterricht per Computer eingeführt. Begleitend dazu dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren das Haus oder die Wohnung tagsüber zwischen 8.00 und 16.00 Uhr nur noch in Begleitung eines Erwachsenen verlassen.

Morawiecki rief zudem alle Senioren über 70 Jahre auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Er schloss einen "weitgehenden Lockdown" nicht aus, falls die beschlossenen Verschärfungen nicht wirken sollten. Es sei vorrangig, die Stabilität des Gesundheitssystems zu gewährleisten. (dpa)

224 neue Corona-Fälle in Brandenburg - fünftes Risikogebiet

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages steigt in Brandenburg weiter an. Das Gesundheitsministerium berichtete am Freitag von 224 neuen bestätigten Fällen. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Pandemie. Am 3. April wurde mit 187 Neuinfizierten der letzte Höchststand registriert. Nach der Stadt Cottbus und den Landkreisen Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Prignitz gilt nun auch die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel als Risikogebiet. Dort liegt der Wert der sogenannten 7-Tage-Inzidenz bei 54. Ab einem Wert von 50 gelten besonders starke Begrenzungen bei Veranstaltungen und privaten Feiern. (dpa)

Belgien führt weitere Corona-Einschränkungen ein

Angesichts dramatisch steigender Corona-Fallzahlen zieht Belgien die Zügel weiter an und führt weitere Einschränkungen ein. So müssen nach einem Beschluss der Regierung vom Freitag alle Freizeitparks zunächst für die kommenden vier Wochen schließen. An kulturellen, religiösen oder anderen Veranstaltungen im Inneren dürfen maximal 40 Personen teilnehmen, solange die Corona-Regeln eingehalten werden. Ist ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern garantiert, dürfen es bis zu 200 Personen sein, die jedoch eine Maske tragen müssen. (dpa)

An Universitäten dürfen die Räume maximal zu 20 Prozent ausgelastet werden; auch hier gilt eine Maskenpflicht. Im ersten Studienjahr gelten Ausnahmen. Bei Sportveranstaltungen sind Zuschauer wieder verboten. Wenn möglich, sollen die Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten.

Die Coronavirus-Fallzahlen in dem Land mit elf Millionen Einwohnern steigen seit Wochen stark an. In den vergangenen 14 Tagen registrierten die Behörden 1013 Infektionen pro 100 000 Einwohner. Restaurants, Cafés und Bars sind seit dieser Woche bereits geschlossen.

Auch Spahns Ehemann mit Coronavirus infiziert

Auch der Ehemann von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Journalist Daniel Funke, ist mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Funke habe am Donnerstagabend sein positives Testergebnis erhalten, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. Er hatte sich demnach bereits am Mittwoch nach Spahns positivem Testergebnis mit diesem zusammen in häusliche Isolation begeben.

Funke sei "aktuell symptomfrei" erklärte das Ministerium. Spahn zeige weiterhin Erkältungssymptome. Funke und Spahn sind seit 2017 verheiratet. (AFP)

Frankreich erreicht Spitzenwert mit über 41 000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Frankreich hat mit 41 622 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Spitzenwert erreicht. Das seien rund 15 000 mehr als am Vortag, teilten die Behörden am Donnerstagabend mit. Insgesamt stieg die Zahl der Neuinfektionen auf 999 000 und erreichte damit fast die Marke von einer Million.

Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Menschen ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Premierminister Jean Castex hatte angekündigt, dass die bereits in Paris und anderen Metropolen geltende nächtliche Ausgangssperre auf rund zwei Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner des Landes ausgedehnt wird.

Die Ausgangssperre gelte vom Samstag an dann in 54 Départements und dem französischen Überseegebiet Französisch-Polynesien. Nach Angaben der Regierung haben sich in den vergangenen sieben Tagen 251 Menschen pro 100 000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Es starben bisher mehr als 34 000 Menschen. (dpa)

USA: Forscher melden mehr als 70 000 Corona-Infektionen an einem Tag

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70 000 binnen eines Tages geklettert. Rund 71 700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet. Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223 000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. (dpa)

Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Italien hat binnen 24 Stunden mehr als 16 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten am Donnerstag 16.079 neue Corona-Fälle. Einen Tag zuvor waren es knapp 15 200 gewesen, auch das war ein Rekordwert. Insgesamt haben sich in dem Mittelmeerland bisher nachweislich mehr als 465 700 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Donnerstag um 136 auf 36 968. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner.

Besonders schwer getroffen ist wie schon bei der ersten Welle der Pandemie die norditalienische Lombardei mit Mailand als Hauptstadt. 4125 der neuen Fälle wurden dort verzeichnet. (dpa)

Slowakei verhängt Ausgangssperren, Slowenien schließt Restaurants und Geschäfte

Wegen steigender Coronavirus-Infektionszahlen haben die Slowakei und Slowenien ihre Restriktionen des öffentlichen Lebens verschärft. In der Slowakei treten am Samstag landesweite Ausgangssperren in Kraft, wie Ministerpräsident Igor Matovic am Donnerstag ankündigte. In Slowenien müssen ab Samstag alle Einkaufszentren, Restaurants, Hotels und nicht essenziellen Geschäfte für mindestens eine Woche schließen, wie Regierungschef Janez Jansa bekanntgab. In beiden EU-Staaten haben die Coronavirus-Infektionsraten zuletzt deutlich zugenommen. In der Slowakei wird deshalb eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie gilt ab der Nacht zum Sonntag zwischen 01.00 Uhr und 05.00 Uhr, wie Matovic sagte.

Auch tagsüber gelten in der Slowakei Ausgangsrestriktionen. Verlassen dürfen die Menschen ihre Wohnungen und Häuser nur etwa für den Weg zur Arbeit, Arztbesuche, den Einkauf von Lebensmitteln, Spaziergänge in der Natur und in einigen wenigen anderen Ausnahmefällen. In mehreren Corona-Hotspots des Landes werden die Einwohner nur bei einem negativen Virustest ihre Wohnungen und Häuser verlassen dürfen. Am Donnerstag waren in der Slowakei 1728 neue Coronavirus-Ansteckungsfälle verzeichnet worden. (AFP)

+++ 22. Oktober +++

Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Menschen aus Deutschland dürfen wegen der steigenden Corona-Neuinfektionszahlen ohne triftigen Einreisegrund nicht mehr nach Dänemark einreisen. Das teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod am Donnerstag mit. Die Maßnahme bedeutet unter anderem, dass deutsche Touristen nicht mehr ins Land kommen dürfen. Für den Großteil der weiteren Staaten in Europa gelten diese Einreisebeschränkungen bereits seit Längerem. Für Einwohner Schleswig-Holsteins sollen Ausnahmen gelten. (dpa)

Maskenpflicht für Berliner Schüler nun auch im Unterricht

An Berliner Schulen greifen nach den Herbstferien strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab Montag gilt für Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maskenpflicht auch im Unterricht, wie die Bildungsverwaltung am Donnerstag mitteilte. Bislang müssen Berliner Schüler den Mund-Nasen-Schutz lediglich außerhalb des Unterrichts auf Fluren, in Treppenhäusern oder in den Toilettenräumen verpflichtend tragen.

Die neuen Regeln, zu denen auch eine Ausweitung der Maskenpflicht für Lehrer gehört, gelten den Angaben zufolge zunächst in der ersten Schulwoche nach den Ferien vom 26. bis 30. Oktober. Dann tritt ein schon vor geraumer Zeit beschlossener Stufenplan in Kraft, bei dem je nach Zahl der Corona-Infektionen für jede Schule individuelle Regeln festgelegt werden.

Polen und Schweiz auf Corona-Risikoliste - Kanaren nicht mehr 

Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Auch Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein gelten ab Samstag als Risikogebiete.Hinzu kommen einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn. 

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für den Urlauber: Er kann eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn sein Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test davon vorzeitig befreien lassen.

Aufgehoben wurde hingegen die Reisewarnung für die Kanaren. Das dürfte vor allem die Reiseveranstalter freuen. Für sie sind die Inseln vor der Küste Afrikas mit ihrem sommerlichen Klima das ganze Jahr über einer der wichtigsten Hoffnungsträger für die Wintersaison.

Knapp 15.000 neue Corona-Fälle in Tschechien

In Tschechien steigt die Zahl der Corona-Infizierten weiter sprunghaft an. Mit knapp 15.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden vermeldeten die Behörden am Donnerstag einen Tagesrekord. Insgesamt befinden sich mehr als 4400 Menschen im Krankenhaus in Behandlung. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung seit Beginn der Pandemie stieg auf 1739.

Derweil traten drastische Maßnahmen gegen die Corona-Welle in Kraft. Die Bürger sollen das Haus oder die Wohnung nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen, das Nötigste einzukaufen oder Arzt- und Familienbesuche zu erledigen. Auch Spaziergänge in Parks und Natur sind erlaubt. Die meisten Geschäfte müssen geschlossen bleiben. Ausgenommen sind unter anderem Supermärkte und Drogerien.

Die Regierung habe zum „stärksten Kaliber“ gegriffen, das ihr zur Verfügung stehe, sagte Innenminister Jan Hamacek der Zeitung „Pravo“. Der Sozialdemokrat versicherte, dass die Grenzen - anders als im Frühjahr - offen bleiben würden. Die deutsche Bundesregierung hat allerdings eine Reisewarnung für Tschechien ausgesprochen.

Jugendämter fordern in Corona-Krise mehr Rücksicht auf Kinder

Die Jugendämter in Deutschland fordern, dass in der Corona-Krise deutlich mehr auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen eingegangen wird. Mit Blick auf ärmere Kinder müsse zudem die Kinder- und Jugendhilfe gestärkt werden, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr. 

Bahr forderte ein Unterstützungsprogramm für die Jugendämter mit 5000 zusätzlichen Stellen. «Man müsste ähnlich wie bei der Lufthansa neun Milliarden Euro in die Jugendämter investieren.» Diese hätten eine große Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. „Sie sind die zentralen Ansprechpartner und Ohren nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für deren Familien.“

Die Jugendämter fordern zudem ein Programm zur digitalen Ausstattung und Weiterbildung der Mitarbeiter, so wie das für die Schulen angeschoben wurde. „Wir leben in einer digitalen Welt, nutzen digitale Formen der Kommunikation und habe eine nicht-digitale Kinder- und Jugendhilfe“, bemängelte der Leiter des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz, Heinz Müller.

Erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen an einem Tag in Deutschland

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10 000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11 287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

+++ 21. Oktober +++

Gesundheitsminister Jens Spahn positiv auf Corona getestet

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben, bislang hätten sich bei ihm nur Erkältungssymptome entwickelt, hieß es weiter.

NRW führt Maskenpflicht im Unterricht wieder ein

In Nordrhein-Westfalen gilt mit dem Schulbeginn nach den Herbstferien am kommenden Montag wieder eine Maskenpflicht im Unterricht. Schüler ab der fünften Jahrgangsstufe müssten "auch wieder im Unterricht und an ihrem Sitzplatz" eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, kündigte Landesschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Im einwohnerstärksten Bundesland hatte es bereits in den ersten beiden Wochen nach den Sommerferien eine Maskenpflicht an weiterführenden Schulen auch im Unterricht gegeben. Diese Regelung habe sich bewährt, sagte Gebauer.

Inzidenz in Berlin reißt 100er-Marke

Die 7-Tage-Inzidenz in Berlin ist auf über 100 gestiegen. Wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Mittwoch hervorgeht, liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche derzeit bei 104,4. Damit überschreitet Gesamt-Berlin den Grenzwert für ein Risikogebiet um das Doppelte. Die Ampel für die 7-Tage-Inzidenz steht entsprechend weiter auf Rot.

971 Neuinfektionen wurden in den vergangenen 24 Stunden in Berlin registriert. Das ist ein neuer Rekordwert. Besonders betroffen ist der Bezirk Mitte: Hier wurden 208 neue Corona-Fälle gemeldet. Auf Platz zwei liegt Neukölln mit 178 Neuinfektionen, auf Platz drei Tempelhof-Schöneberg mit 121 neuen Fällen.

Die 7-Tage-Inzidenz im Bezirk Neukölln steigt weiter deutlich: Sie liegt bei 217,9. Nur noch zwei Berliner Bezirke liegen mittlerweile unter dem kritischen Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, nämlich Lichtenberg (47,6) und Marzahn-Hellersdorf (37,0).  Treptow-Köpenick (50,4) hat die Marke gerissen. Zudem stieg der Anteil der ausgelasteten Intensivbetten auf 6,7 Prozent.

Söder will 21-Uhr-Sperrstunde und maximal 50 Personen ab Corona-Wert 100

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Regionen mit drastisch erhöhten Corona-Zahlen eine Beschränkung von Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr angekündigt. Dies soll dann greifen, wenn die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Das sagte Söder am Mittwoch in einer Regierungserklärung zur Corona-Krise im Landtag in München. (dpa)

181 neue Corona-Fälle in Brandenburg: Spree-Neiße zweites Risikogebiet

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus in Brandenburg ist wieder sprunghaft gestiegen - inzwischen gibt es ein zweites Risikogebiet im Land. Das Gesundheitsministerium berichtete am Mittwoch von 181 neu gemeldeten Infektionen, von Montag auf Dienstag waren es noch 74 neue Fälle. Das ist der zweithöchste Anstieg von Infektionen innerhalb eines Tages seit April. Ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 kam hinzu. Insgesamt starben bislang 183 Menschen.

Inzwischen hat Brandenburg nach der kreisfreien Stadt Cottbus mit dem Landkreis Spree-Neiße ein zweites Risikogebiet. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegt dort laut Gesundheitsministerium aktuell bei 50,1. Als kritische Schwelle gilt der Wert 50.

In Cottbus liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Gesundheitsministerium bei 97,3 nach 87,3 am Dienstag. Dort wurden am Mittwoch 15 neue bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert. Auch der Landkreis Prignitz liegt mit einem Wert von 48,8 nahe der kritischen Marke. (dpa)

„Keine Infektionstreiber“: München kippt Corona-Maskenpflicht für Grundschüler

Grundschüler müssen in der bayerischen Hauptstadt München ab Mittwoch, dem 21. Oktober 20202 keine Schutzmasken mehr tragen. Das teilte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mit. Die Entscheidung sei bei einer Besprechung mit seinem Krisenstab gefallen. Die Auswertung der aktuellen Zahlen zeigten, dass Grundschüler „keine Infektionstreiber“ seien, so Reiter. Er wolle die Einschränkungen für die jüngsten Schüler durch das Tragen von Masken „so gering wie irgend möglich“ halten.

Im gesamten Stadtgebiet sind derzeit zwar 83 Schulklassen wegen Corona-Infektionen geschlossen. Nur vier davon sind jedoch Grundschulklassen, die restlichen 79 sind Klassen anderer Schularten. Für Schüler und Schülerinnen ab Jahrgangsstufe Fünf bleibt die Maskenpflicht im Unterricht daher vorerst erhalten, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann, hieß es weiter. (pde)

Weitgehende Maskenpflicht im Freien in Tschechien

 In Tschechien ist am Mittwoch eine weitgehende Maskenpflicht nun auch im Freien in Kraft getreten. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist innerhalb des bebauten Gebiets von Städten und Gemeinden verpflichtend. Ausnahmen gelten unter anderem, wenn ein Abstand von mehr als zwei Metern eingehalten werden kann, sowie beim Sport. Selbst im Auto muss eine Maske getragen werden, wenn familienfremde Personen mitfahren. Eine Maskenpflicht im Freien galt bereits einmal von Mitte März bis Mitte Juni während der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr.

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreichte am Dienstag mit 11 984 neu bestätigten Fällen einen Höchststand, wie die Behörden am Mittwoch vermeldeten. Die Zahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 194.000. (dpa)

Viele Weihnachtsmärkte in Brandenburg gestrichen - welche trotz Corona stattfinden 

Wegen der Corona-Pandemie sind in Brandenburg viele Weihnachtsmärkte abgesagt worden. Einige Städte und Gemeinden denken über Alternativkonzepte nach. In Oranienburg soll es mit der Veranstaltung «Winterträume im Advent – Lichtkunst und Kulinarik im Schlosspark» vom 4. bis zum 13. Dezember eine Alternative geben. Der traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Schlossplatz fällt nach Stadtangaben aus.

So auch in Potsdam. Die Stadt hatte sich nach langem Hin und Her am Dienstag dazu entschlossen, den Weihnachtsmarkt «Blauer Lichterglanz» in der Brandenburger Straße in der Innenstadt abzusagen. «Mit der aktuellen Entwicklung der Infektionszahlen ist es überhaupt nicht vereinbar, sich durch lange Einkaufsstraßen zu schlängeln, zu denen man keine Eingangsbeschränkungen haben kann», sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Derzeit denkt die Stadt gemeinsam mit dem Veranstalter über eine Alternative an anderem Ort nach, wo bestimmte Hygienekonzepte umsetzbar sind und man mit Gittern den Einlass von Gästen kontrollieren kann, wie Brunzlow weiter sagte.

Im traditionsreichen Ort Himmelpfort wurde der adventliche Budenzauber ebenfalls gestrichen. In Cottbus und Bernau bei Berlin soll die Veranstaltung dagegen stattfinden. Aus Sicht von Bernaus Bürgermeister André Stahl ist es «das falsche Signal, weiterhin alle Veranstaltungen mit der Begründung der Pandemie abzusagen». «Das schürt bei den Menschen zunehmend Frustration und befördert die Entstehung illegaler Partys und Treffen.» In Frankfurt (Oder) stand eine Entscheidung am Dienstag noch aus. (dpa)

Maskenpflicht in Bulgarien auch im Freien

In Bulgarien ist angesichts stark steigender Corona-Zahlen das Tragen von Schutzmasken auch im Freien ab Donnerstag wieder Pflicht. Ziel sei es, die Zahl der Neuerkrankungen zu reduzieren und das Klinikpersonal zu entlasten, erläuterte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Dienstag. Die bei Kritikern heftig umstrittene Maßnahme soll vorerst bis Ende November gelten. Lokale und Fitnesscenter bleiben geöffnet, sollen aber auf die Einhaltung der Corona-Auflagen kontrolliert werden, sagte der Minister.

Auch in Bulgarien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt massiv gestiegen. In dem südosteuropäischen Land mit 6,9 Millionen Einwohnern wurde am Dienstag mit 1024 neuen Corona-Fällen ein neuer Höchststand verzeichnet. Derzeit sind insgesamt 12 366 Menschen infiziert. Vor einer Woche waren es noch 8099. (dpa)

Deutschland sagt Nato Soldaten für mögliche Covid-19-Einsätze zu

Deutsche Soldaten könnten während der zweiten Welle der Corona-Pandemie zu Kriseneinsätzen in andere Nato- und Partnerländer geschickt werden. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage bestätigte, hat die Bundesregierung der Nato Unterstützung für deren Notfallplan "Allied Hand" zugesagt. Demnach würden bei Bedarf medizinisches Personal, Pioniere und Experten aus der Truppe für die Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren für Auslandseinsätze bereitgestellt.

Insgesamt soll die Entsendung von rund 160 Spezialisten möglich sein. Hinzukommen könnten Soldatinnen und Soldaten, die den jeweiligen Einsatz von Deutschland aus unterstützen, heißt es aus dem Ministerium von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). (dpa)

Mehr als fünf Millionen bestätigte Corona-Fälle in Europa

In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten haben sich mittlerweile mehr als fünf Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Bis Dienstag wurden dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) insgesamt 5.039.783 Fälle aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zuzüglich Großbritannien gemeldet. Das sind rund 130 000 mehr als am Vortag, wie aus einer täglich aktualisierten Übersicht des ECDC hervorgeht.

Die mit Abstand meisten Corona-Fälle haben demnach Spanien (974.449), Frankreich (910.277) und Großbritannien (741.212) verzeichnet. Dahinter folgen Italien (423.578), Deutschland (373.167), die Niederlande (235.954) und Belgien (230.387). In der gesamten Region hat es bislang rund 202.000 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gegeben. (dpa)

+++ 20. Oktober +++

Derzeit 100 Infektionen in Berliner Pflegeheimen bekannt

In Berliner Seniorenheimen ist derzeit bei 47 Bewohnern und 53 Mitarbeitern eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt. Betroffen sind nach Angaben der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag 34 Pflegeeinrichtungen. Seit Ende März wurden demnach Infektionen bei insgesamt 368 Bewohnern und 227 Mitarbeitern gemeldet.

Das Pflegeheim in Tempelhof-Schöneberg, das Mitte September geschlossen werden musste, ist inzwischen wieder in Betrieb. Die Bewohner seien seit dem 8. Oktober schrittweise wieder in das Haus zurückgekehrt, hieß es. Das Heim war nach Infektionen bei Bewohnern und Pflegern vorübergehend geschlossen worden, weil die Betreuung nicht mehr gewährleistet werden konnte. (dpa)

Brandenburg beschließt Alkoholverbot und Begrenzung von Feiern

In Brandenburg gelten in Regionen mit hohen Infektionszahlen künftig schärfere Begrenzungen für private Feiern und ein nächtliches Ausschankverbot für Alkohol von 23 bis 6 Uhr. Dies kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Potsdam an. (dpa)

Bezirk Mitte ermöglicht Gastwirten Heizstrahler im Freien

Nach einigen anderen Berliner Bezirken erlaubt nun auch Mitte seinen Gastwirten, im Herbst und Winter Heizanlagen in Außenbereichen aufzustellen. Bis 31. März 2021 werde der Einsatz von möglichst umweltverträglichen Wärmequellen und Heizflächenstrahlern geduldet, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) am Dienstag mit. Das gelte jedoch nicht für gasbetriebene Heizpilze. Erlaubt wird Gastwirten demnach auch, genehmigte Flächen für die Außengastronomie ein stückweit zu befestigen und etwa Pavillons aufzustellen. Die Behörden bezeichnen das als «Einhausung».

Eigentlich gelten Außenheizanlagen, vor allem Heizpilze, als extrem schädlich für die Umwelt und sind in einigen Berliner Bezirken eigentlich verboten. Gastronomen, denen wegen der Corona-Krise vielfach das Wasser bis zum Hals steht, versprechen sich dadurch jedoch, zumindest das aktuelle Umsatzniveau auch in der kalten Jahreszeit zu halten. Gäste, die wegen Ansteckungsgefahren ungern im Lokal sitzen wollen, könnten dann draußen sitzen - so die Idee. Ob das am Ende trägt, ist offen. Gleichwohl haben unter anderem Neukölln und Reinickendorf bereits ähnliche Regelungen getroffen wie nun Mitte. (dpa)

Mehr Ansteckungen, 1126 aktiv Coronakranke in Brandenburg - Hotspot Cottbus

In Brandenburg sind innerhalb eines Tages wieder mehr neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Von Montag auf Dienstag seien 74 neue Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Von Sonntag auf Montag seien es 58 neue Fälle gewesen. Derzeit werden 88 Patienten wegen Covid-19 im Krankenhaus (+12) nach den Angaben behandelt, sieben werden intensivmedizinisch beatmet. 1126 Personen seien aktiv erkrankt (+19), hieß es. 182 Menschen starben in Zusammenhang mit einer Infektion: 2 mehr als am Montag gemeldet.

Hotspot bei der Zahl der Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner bleibt nach den Angaben des Ministerium die Stadt Cottbus mit einem Wert von 87,3. Die Stadt gilt seit Donnerstag als Risikogebiet. In Frankfurt (Oder) wurde ein Wert von 43,3 ermittelt und in Potsdam 38,3. Auch in den Landkreisen Oder-Spree (49,2) und Spree-Neiße (46,6) ist die Zahl der Ansteckungen in diesem Zeitraum hoch. Nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums liegt die kritische Schwelle bei 50 innerhalb von sieben Tagen. Landesweit beträgt der Wert derzeit 31,3. (dpa)

Lombardei verhängt wegen Corona-Ausbreitung nächtliche Ausgangssperre

Die norditalienische Region Lombardei verhängt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus eine nächtliche Ausgangssperre. Ab Donnerstag müssen die Menschen von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr zu Hause bleiben, wie die Behörden mitteilten. Ausnahmen sind aus medizinischen oder beruflichen Gründen möglich. Die Maßnahme soll bis zum 13. November dauern, Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte ihr am Montagabend seine Zustimmung erteilt. (AFP)

Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld. Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu. (dpa)

Diskotheken-Betreiber offen für Maskenpflicht auf Tanzflächen

Der Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT im Branchenverband Dehoga) fordert eine klare Öffnungsperspektive für Clubs in der Corona-Krise - und kann sich dafür auch eine Maskenpflicht vorstellen. Auch Wegekonzept, Lüftung, gegebenenfalls bezahlbare Schnelltests - darüber wolle man mit der Politik diskutieren. "Eine Maskenpflicht auf der Tanzfläche ist zwar nicht ideal, aber wir sollten es auch nicht ausschließen", sagte BDT-Geschäftsführer Stephan Büttner im Vorfeld des Branchentreffens Club Convention der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ/Dienstag).

Die Jugend werde sich über die Wintermonate nicht einsperren lassen, meinte Büttner. "Dann verlagern sich die Feiern in private Räumlichkeiten. Für das Infektionsgeschehen ist das gefährlicher als die Feier im Club. Wir wollen einen Dialog, um auszuloten, unter welchen Bedingungen eine Wiedereröffnung möglich wäre." (dpa)

Söder: Corona-Warn-App "bisher ein zahnloser Tiger" - Mehr Funktionen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Corona-Warn-App bislang für praktisch wirkungslos. "Die App ist leider bisher ein zahnloser Tiger. Sie hat kaum eine warnende Wirkung", sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Daher braucht es ein digitales Update, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Corona-App wirksam wird." Wie genau dieses Update aussehen soll, ließ Söder offen.

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach forderte wegen der stark steigenden Corona-Zahlen eine Aufrüstung der Corona-Warn-App mit zusätzlichen Funktionen. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag), man könne sich nicht damit zufrieden geben, dass nur 60 Prozent der positiv getesteten Nutzer ihren Befund für Warnungen durch die App weiter melden. "Die Fragestellung müsste umgekehrt werden: ob jemand explizit nicht warnen will." Bislang müssen Nutzer, die einen positiven Befund bekommen, aktiv zustimmen, dass ihre Risikokontakte über die App informiert werden. dpa)

Moderna-Chef hofft auf Impfstoff-Zulassung in den USA für Dezember

Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Impfstoff gegen Covid-19 im Dezember. Die Voraussetzung dafür sei, dass Moderna im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erziele, führte der Vorstandsvorsitzende Stephane Bancel auf einer Veranstaltung des "Wall Street Journal" aus. Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung - zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen - auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden.

Moderna gilt als eins der führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Ähnlich weit sind daneben auch Pfizer und Biontech . Der US-Pharmakonzern und das Mainzer Unternehmen könnten schon im November in den USA eine Notfallzulassung ihres Corona-Impfstoffes beantragen, falls eine laufende Studie positiv ausfalle. (dpa)

Irland verhängt neuen Corona-Lockdown

Die irische Regierung macht ernst. Als erstes Land der Europäischen Union kehrt das Land in den Corona-Lockdown zurück. Am Montag ordnete Ministerpräsident Micheal Martin bereits eine Ausgangssperre für die Bevölkerung an. Ab Mittwoch müssen alle nicht notwendigen Geschäfte geschlossen bleiben. Bars und Restaurants dürfen nur noch einen Lieferservice anbieten. Schulen und Kindergärten sollen hingegen geöffnet bleiben. Der Lockdown soll zunächst für sechs Wochen gelten.

In einer nationalen Fernsehansprache sagte Ministerpräsident Martin: „Jeder im Land wird gebeten, zu Hause zu bleiben.“ Die Menschen in Irland dürfen sich jetzt nur noch in einem Umkreis von fünf Kilometern ihres Wohnorts bewegen. Allerdings könne und wolle man „nicht zulassen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein weiteres Opfer dieser Krankheit wird“, sagte Martin weiter. Deshalb bleiben Schulen und Kitas trotz des Lockdowns geöffnet.

6868 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

+++ 19. Oktober +++

Lagebericht Berlin: 476 Neuinfektionen am Montag

In der Hauptstadt haben sich in den vergangenen 24 Stunden 476 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Neuinfektionen in Berlin ist im Vergleich zum Sonnabend (363 Neuninfektionen) und Sonntag (302 Neuinfektionen) noch mal angestiegen. Das geht aus dem Lagebericht von Montagnachmittag hervor, den die Senatsgesundheitsverwaltung derzeit täglich veröffentlicht.

241 Menschen sind in Berlin schon an oder mit einer Coronainfektion verstorben. Es kam am Montag aber kein weiterer Todesfall hinzu. Die Gesamtzahl der Menschen, die sich in Berlin seit Pandemie-Beginn mit dem Virus infiziert hatten, stieg am Montag auf 21.904. Allerdings gelten über 16.000 von ihnen schon als genesen. 

In Berlin werden derzeit 296 Covid-19-Patienten im Krankenhaus behandelt, zwölf mehr als am Sonntag. Von ihnen liegen derzeit 67 auf der Intensivstation, 50 werden beatmet.

Merkel: Corona-Krise trifft Migranten besonders hart

Die Corona-Krise trifft Migranten in Deutschland nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel besonders hart. Einwanderer könnten etwa weniger Bildungs- und Sprachangebote annehmen, weil viele coronabedingt gestrichen würden, sagt Merkel zum Beginn des 12. Integrationsgipfels, der diesmal virtuell stattfindet. Zudem führe der Wirtschaftseinbruch dazu, dass sich gerade „viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte“ Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssten. Arbeitsminister Hubertus Heil nimmt nicht am Integrationsgipfel teil, weil er sich ebenso wie Integrations-Staatsministerin Annette Widmann-Mauz in häuslicher Quarantäne befindet. 

Hamburg überschreitet Corona-Warnwert

Als vierte und letzte deutsche Millionenstadt hat am Montag auch Hamburg einen sogenannten Corona-Inzidenzwert von 50 erreicht. Der Wert der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage stieg nach Angaben der Gesundheitsbehörde erneut leicht an und lag nun bei 50,6. Bereits am Sonntag war er auf 49,8 geklettert und lag nur knapp unterhalb der Warnschwelle, ab der die Hansestadt offiziell als ein Corona-Risikogebiet gilt.

Die anderen drei deutschen Millionenstädte Berlin, München sowie Köln überschritten den Grenzwert bereits früher und liegen inzwischen teils darüber. Gleiches gilt für andere Großstädte. Konkrete weitere Maßnahmen waren in Hamburg zunächst nicht angekündigt.

Söder fordert bundesweite Maskenpflicht

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. „Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, sagte Söder, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

Covid-19: Tschechien fragt Intensivbetten in Deutschland an

Kürzlich präsentierte sich Tschechien noch als Vorbild für andere bei der Corona-Bekämpfung. Doch nun steigen die Infektionszahlen so rasant wie kaum in einem anderen Land Europas. Die Kapazitäten für Intensivbetten können schnell zu gering sein, wird in dem Land befürchtet. Deshalb haben tschechische Behörden schon bei Nachbarländern wie Deutschland angefragt, ob sie im Bedarfsfall Patienten aufnehmen könnten.

Zudem hat das Land eine kleine Container-Stadt mit Operationssaal, Intensivstation, eigenem Labor und Röntgengeräten eingerichtet. Erst am Freitag wurde mit 11.105 Fällen erstmals die Schwelle von 10.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten.

Schon 108 Regionen in Deutschland über der Obergrenze

Inzwischen zählt in Deutschland jeder vierte Land- oder Stadtkreis zu den Corona-Problemregionen. Laut RKI klettert die Zahl der Kreise über der Obergrenze von 50 im Vergleich zum Vortag um 15 - und damit auf den neuen Höchstwert von 108.

Seit vergangenem Freitag ist die Stadt Weimar in Thüringen die einzige Stadt Deutschlands, die in den vergangenen sieben Tagen keinen Corona-Fall vermeldet hat

Um Regeln zu umgehen: Polnisches Fitnessstudio bezeichnet sich als Kirche

Um die örtlichen Corona-Beschränkungen im von der Pandemie gebeutelten Polen zu umgehen, hat sich ein polnisches Fitnessstudio selbst als Kirche bezeichnet. „Weil Fitness-Kurse nicht erlaubt sind, bieten wir ab heute religiöse Versammlungen für Angehörige der Kirche des gesunden Körpers an“, teilte das Studio Atlantic Sports bei Facebook mit. 

Slowenien verhängt erneut Corona-Notstand

Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.

Bereits seit letztem Freitag gilt ein teilweiser Lockdown. In neun von zwölf Regionen dürfen die Bewohner ihre jeweilige Region nicht verlassen. Es gibt allerdings Ausnahmen, wie etwa Fahrten zum Arbeitsplatz. Außerdem trat am Montag ein Plan in Kraft, dass Schüler ab der 6. Schulstufe nur noch im Fernunterricht unterrichtet werden.

Fast doppelt so viele Fälle wie vor einer Woche: 4325 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Der repräsentativere 7-Tage-Mittelwert ist so hoch wie zum Höhepunkt der ersten Welle Anfang April.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366 299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294 800 Genesene.

+++ 18. Oktober +++

302 Neuinfektionen in Berlin, zwei weitere Tote

n Berlin sind in den vergangenen 24 Stunden 302 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das geht aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Sonntagnachmittag hervor. Am Sonnabend waren 363 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt stieg die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie in der Hauptstadt am Sonntag auf 21.428.

Fast die Hälfte aller Neuinfektionen wurden im Bezirk Neukölln registriert: Hier meldete das Gesundheitsamt am Sonntag 144 neue Fälle. Auf Platz zwei liegt Spandau mit 37 Neuinfektionen, auf Platz drei Tempelhof-Schöneberg mit 33 neuen Corona-Fällen.

Die 7-Tage-Inzidenz in der Hauptstadt steigt weiter: Sie liegt derzeit bei 86,9 – am Vortag hatte der Wert noch bei 85,2 gelegen. Bei den Bezirken ist Neukölln auch hier Spitzenreiter: Am Sonntag wurden hier 179,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Insgesamt reißen weiterhin acht Berliner Bezirke die Marke für ein Risikogebiet: Neben Neukölln sind es Mitte (133,8), Friedrichshain-Kreuzberg (113,3) Tempelhof-Schöneberg (101,4), Reinickendorf (93,8), Charlottenburg-Wilmersdorf (87,0) und Spandau (70,3).

Die Berliner Corona-Ampel für die 7-Tage-Inzidenz steht weiterhin auf Rot, die beiden anderen Ampeln zeigen Grün an. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, liegt aktuell bei 1,19, die Auslastung der Intensivbetten liegt bei 5,3 Prozent.

284 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung liegen derzeit im Krankenhaus, davon werden 66 intensivmedizinisch betreut. 16.104 Menschen gelten inzwischen als genesen – das sind 210 mehr als am Vortag. 241 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben. Am Sonntag kamen zwei neue Todesfälle hinzu. Somit verzeichnet Berlin aktuell 5083 aktive Corona-Fälle.

Coronavirus überlebt fünf Mal so lange auf der Haut wie Grippevirus

Das neuartige Coronavirus kann laut einer Studie japanischer Forscher fünf Mal so lange auf der menschlichen Haut überleben wie das Grippevirus. Der in der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie zufolge bleibt das Virus SARS-CoV-2 bis zu neun Stunden aktiv, während das die Grippe auslösende Influenza-A-Virus nur 1,8 Stunden überlebt.

Das Risiko einer Infektion könne durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen, wie es auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird, reduziert werden, schreiben die Forscher. Sowohl das Coronavirus als auch das Grippevirus könnten zudem innerhalb von 15 Sekunden durch Ethanol, wie es in Handdesinfektionsmitteln enthalten ist, abgetötet werden.

Seit dem ersten Auftreten des Coronavirus im vergangenen Dezember in China haben sich fast 40 Millionen Menschen weltweit mit dem Erreger infiziert.

Stationäre Behandlung einer Covid-19 Erkrankung kostet 10 700 Euro

Wenn Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus beatmet werden müssen, fallen einem Medienbericht zufolge nach Krankenkassen-Daten durchschnittliche Kosten von mehreren Zehntausend Euro pro Fall an. Die „Welt am Sonntag“ berief sich auf Zahlen der AOK und der Barmer Ersatzkasse zu Krankenhaus-Behandlungen von Covid-19-Fällen - also Erkrankungen infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Eine Auswertung der Daten der AOK-Versicherten ergab demnach, dass eine stationäre Behandlung einer Covid-19 Erkrankung im Schnitt 10 700 Euro kostet. „Unsere Daten zeigen aber auch, dass Covid-19-Erkrankte, die im Krankenhaus beatmet werden müssen, aufgrund der zum Teil schweren Krankheitsverläufe durchschnittlich Fallkosten von 38 500 Euro verursachen“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, der Zeitung. Die Abweichungen könnten im Einzelfall beträchtlich sein. So fallen die zehn Prozent der beatmungspflichtigen Patienten mit den höchsten Kosten dem Bericht zufolge mit über 85 000 Euro zu Buche.

Die Barmer Ersatzkasse nannte laut „Welt am Sonntag“ für Fälle mit Beatmung Kosten von 31 700 Euro. Für Covid-19-Erkrankte, die im Krankenhaus behandelt werden, aber nicht beatmet werden müssen, betrugen die durchschnittlichen Kosten demnach 6900 Euro.

5587 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter in Deutschland vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am frühen Sonntagmorgen mit 5587 an. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht.

Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Sonnabend mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Das RKI weist in seinem Lagebericht darauf hin, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Landkreise eine erhöhte Verbreitung des Coronavirus von mehr als 25 nachgewiesenen Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner haben.

+++ 17. Oktober +++

Baden-Württemberg ruft höchste Corona-Alarmstufe aus

Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und zusätzliche Kontaktbeschränkungen sollen am Montag in Kraft treten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

Man müsse aufgrund der Geschwindigkeit, mit der sich die Pandemie entwickele, die Maßnahmen verschärfen, sagte Kretschmann. Die Menschen sollten unnötige Reisen und Kontakte vermeiden. «Das ist das Gebot der Stunde, damit nicht alles aus dem Ruder läuft.»

Die Pandemiestufe 3 bedeutet den Eintritt in die «kritische Phase». Die beginnt insbesondere dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche die Grenze von 35 überschreitet. Das ist im Südwesten seit vergangenem Donnerstag der Fall. Am Freitag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 42,2.

Österreichs Außenminister positiv auf Coronavirus getestet

Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich in Quarantäne, zeige bisher aber keine Symptome, sagte seine Sprecherin am Samstag der österreichischen Agentur APA. Die Infektion wurde demnach bei einem Routinetest am Freitag festgestellt.

Schallenberg sagte für nächste Woche angesetzte Reisen nach Großbritannien, Dänemark, Griechenland und Zypern ab. Es sei möglich, dass sich der 51-Jährige bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg am vergangenen Montag mit dem Virus angesteckt habe, sagte die Sprecherin.

An dem Treffen hatte unter anderen auch Schwedens Außenministerin Ann Linde teilgenommen. Nach dem Bekanntwerden von Schallenbergs positivem Test begab sich Linde sicherheitshalber in häusliche Quarantäne. Der Ministerin gehe es gut und sie habe keine Symptome, teilte ihre Sprecherin dem Sender SVT und der Zeitung „Aftonbladet“ mit. Sie werde aber so lange von zu Hause aus arbeiten, bis sie ein negatives Testergebnis erhalte.

Höchstwert: 7830 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 356 387 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 17.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9767. Das waren 33 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 290 000 Genesene.

+++ 16. Oktober +++

676 Corona-Infektionen am Freitag in Berlin

676 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in den vergangenen 24 Stunden in Berlin registriert worden. Das geht aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Freitagnachmittag hervor. Die Zahl der Neuinfektionen ist damit erneut deutlich gestiegen: Am Donnerstag waren noch 551 neue Corona-Fälle in Berlin registriert worden. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 20.763 Menschen in der Hauptstadt mit dem Virus infiziert.

262 Menschen mit einer Covid-19-Erkrankungen liegen derzeit im Krankenhaus, am Vortag waren es noch 239 gewesen. 63 Patienten werden intensivmedizinisch betreut. 239 Menschen sind an einer Corona-Infektion verstorben – am Freitag kam ein weiterer Todesfall hinzu.

Weimar, das gallische Dorf

Die Stadt Weimar in Thüringen ist die einzige deutsche Stadt (oder Landkreis), die - Stand Freitagnachmittag - in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner null Corona-Fälle meldete. Die historisch nicht unbedeutende Stadt, in der schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe lebte, und in der die erste deutsche Republik gegründet wurde, ist quasi das gallische Corona-Dorf in Deutschland.

Kalayci will Maskenpflicht auf vollen Straßen in Berlin

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat sich nach den Bund-Länder-Beschlüssen für eine Ausweitung der Maskenpflicht auf bestimmte Orte im öffentlichen Raum ausgesprochen. „Es gibt Plätze und Straßen in Berlin, wo wir wissen, dass es einfach eng wird“, sagte die SPD-Politikerin. 

Der Berliner Senat will kommende Woche über eine mögliche ergänzende Maskenpflicht für öffentliche Plätze oder stark frequentierte Einkaufsstraßen beraten. Die Beratungen finden am Dienstag statt.

153 neue Covid-19-Fälle in Brandenburg, Frankfurt überschreitet Corona-Warnschwelle

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg erneut gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Freitag 153 neue Fälle innerhalb eines Tages. Am Vortag waren es 144 Neuinfektionen. Mit jeweils 20 neuen Fällen war die Zahl der Neuinfektionen in Cottbus und im Landkreis Mittelmark am höchsten. Cottbus gilt bereits seit Donnerstag als Risikogebiet, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über den kritischen Wert von 50 gestiegen war. Inzwischen liegt dieser Wert bei 70,2.

In Frankfurt (Oder) hat dieser Wert mit 41,6 die Warnschwelle von 35 überschritten. Damit gilt nun eine Maskenpflicht in Bürogebäuden, in der Gastronomie und in Aufzügen, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Aktuell sind 966 Menschen in Brandenburg erkrankt, 105 mehr als am Donnerstag. (dpa)

Coronapositive besucht Tochter in Klinik - Anzeige erstattet

Das Harzklinikum hat Anzeige gegen eine coronapositive Frau erstattet, die trotz Symptomen und Quarantäne ihre operierte Tochter besucht hat. Auf der Erklärung, die alle Patienten und Besucher des Klinikums ausfüllen müssen, habe die Frau angegeben, keine Symptome zu haben, teilte das Harzklinikum am Freitag in Quedlinburg mit. Dabei habe sie kurz zuvor wegen solcher Symptome eine Fieberambulanz aufgesucht und sich testen lassen. Bis zum Vorliegen des Ergebnisses habe sie zu Hause bleiben sollen. Einen Tag nach dem Krankenbesuch habe das Gesundheitsamt dem Klinikum mitgeteilt, dass bei der Frau das Virus nachgewiesen wurde.

Das kommunale Klinikum hat die Frau nun wegen vorsätzlicher Gefährdung von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern angezeigt, wie es hieß. Auch die falschen Angaben auf der Patienten- und Besuchererklärung würden ihr zur Last gelegt. (dpa)

Lehrer in NRW für Maskenpflicht im Unterricht bis zum Frühjahr

Der nordrhein-westfälische Lehrerverband fordert an den Schulen des einwohnerstärksten Bundeslands eine Maskenpflicht im Unterricht nach dem Beispiel Bayerns. „Es gibt ein probates Mittel, um einen verlässlichen Schulunterricht in den kommenden sechs Monaten anzubieten: die Maske“, sagte Verbandspräsident Andreas Bartsch der „Rheinischen Post“. 

Bartsch plädierte zugleich dafür, derzeitige „Pseudodiskussionen“ um die Aufrechterhaltung des Unterrichts während der zweiten Corona-Welle zu beenden. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste die Wärmflasche fordert“, kritisierte Bartsch mit Blick auf die Debatten um Corona-Vorkehrungen an den Schulen im bevorstehenden Winter.

Für Corona-Massentest: Forscher entwickeln Fünfminutentest

Wissenschaftler der englischen Oxford-Universität haben einen neuen Coronavirus-Schnelltest entwickelt, der in weniger als fünf Minuten ein Ergebnis liefern soll. Er sei nach Angaben der Universität in der Lage, SARS-CoV-2 mit hoher Genauigkeit von negativen klinischen Proben sowie anderen häufigen Krankheitserregern der Atemwege zu unterscheiden.

„Unser Test ist viel schneller als andere vorhandene diagnostische Technologien. Eine Diagnose in weniger als fünf Minuten kann Massentests zur Realität werden lassen“, sagte Oxford-Wissenschaftler Nicolas Shiaelis. Die Experten hoffen, dass der Test Anfang 2021 in Produktion gehen kann.

+++ 15. Oktober +++

551 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden in Berlin

Die Gesundheitsverwaltung des Berliner Senats hat am Donnerstag 551 neue Corona-Fälle gemeldet. Mit zwei neuen Todesfällen erhöht sich laut aktuellem Corona-Lagebericht die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit Covid-19 in der Hauptstadt Verstorbenen auf 238. Trotz der vielen neuen Corona-Fälle bleibt die Warnampel zum 4-Tage-R-Wert auf Grün: Der Wert von 0,94 bedeutet, dass eine erkrankte Person derzeit etwas weniger als eine weitere ansteckt. Die 7-Tage-Inzidenz steigt hingegen auf 78,3 Fälle pro 100.000 Einwohnern. Die entsprechende Warnampel verharrt also auf Rot. Die Bezirke mit den höchsten Corona-Inzidenzen sind demnach Neukölln (170), Mitte (127,3) und Friedrichshain-Kreuzberg (105,7)

Bericht: Berliner Senat will Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen im Freien

Der Berliner Senat will kommende Woche über eine mögliche ergänzende Maskenpflicht für öffentliche Plätze oder stark frequentierte Einkaufsstraßen beraten. Die Beratungen finden am Dienstag statt, wie die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Donnerstag dem Berliner "Tagesspiegel" sagte. Die erweiterte Maskenpflicht war eines der Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch.

Kalayci sagte, dass 95 Prozent der getroffenen Entschlüsse der Konferenz in Berlin bereits umgesetzt seien. "Ich fürchte, dass weitere Maßnahmen erforderlich sein werden wie zum Beispiel eine erweiterte Maskenpflicht im öffentlichen Raum, wo Abstand nicht möglich ist", so die Gesundheitssenatorin. Eine solche erweiterte Maskenpflicht könne auch für Wochen- und Weihnachtsmärkte gelten. Ein entsprechendes Konzept solle ebenfalls am Dienstag beraten werden, berichtete der "Tagesspiegel" weiter. Ein generelles Verbot solcher Märkte sei aber nicht geplant. (AFP)

Gericht setzt Niedersachsens Beherbergungsverbot aus

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot des Landes für Reisende aus deutschen Corona-Hotspots in einem Eilverfahren für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss sei unanfechtbar, teilte das Gericht am Donnerstag in Lüneburg mit. Geklagt hatte der Betreiber eines Ferienparks. (dpa)

Außenminister Maas: Keine neuen Grenzschließungen wegen Corona

Ungeachtet der steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) neuen Grenzschließungen eine Absage erteilt. Im Frühjahr hätten alle EU-Länder "schlechte Erfahrungen" mit "zu schnellen Schließungen" gemacht, sagte Maas am Donnerstag bei einem Treffen mit den Außenministern Frankreichs und Polens in Paris. Mit Rücksicht auf die vielen Pendler werde Deutschland "das nicht noch einmal wiederholen". Bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatte Deutschland die Kontrollen zu Frankreich massiv verschärft, als die Krankenhäuser in Elsass-Lothringen unter Druck gerieten. Polen hatte seinerseits wegen der Coronakrise die Grenze für Ausländer geschlossen. In Sachsen und Brandenburg bildeten sich daraufhin riesige Staus.

Nach bisher unbestätigten französischen Medienberichten will das Robert-Koch-Institut die Grenzregion Grand Est in Kürze als "Risikogebiet" einstufen. Damit würde eine Reisewarnung für das gesamte französische Festland in Kraft treten, die Insel Korsika ist derzeit kein Risikogebiet. Dem Radiosender France Bleu zufolge plant die Bundespolizei stichprobenartige Kontrollen an der französischen Grenze. Nach den bisher geltenden deutschen Corona-Regeln müssen Einreisende aus Risikogebieten einen negativen Test vorlegen oder für 14 Tage in Quarantäne gehen. (AFP)

Leopoldina: Beschlossene Corona-Regeln sind nicht ausreichend

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sieht die neu aufgestellten Corona-Regelungen der Bund-Länder-Runde als unzureichend an„. In den kommenden Tagen und Wochen kann die Eindämmung der Pandemie nur noch dann gelingen, wenn die Bundesländer verpflichtende und einheitliche Schutzmaßnahmen vereinbaren und durchsetzen“, sagte der Präsident der Leopoldina, Gerald Haug, am Donnerstag in Halle. Dazu gehöre, bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tagen strengere Maßnahmen verpflichtend einzuführen. Bislang sei dies als Empfehlung formuliert.

Ziel sei, einen erneuten Lockdown zu verhindern. „Nur so wird das Vertrauen in die politischen Entscheidungen und die Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen gestärkt“, teilte die Leopoldina mit. (dpa)

Corona-Neuinfektionen in den USA auf höchstem Stand seit August

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA ist mit fast 60.000 an einem Tag auf den höchsten Stand seit Anfang August gestiegen. Am Mittwoch wurden rund 59.500 Menschen positiv getestet, wie aus Zahlen der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Besonders stark war der Anstieg in einigen Bundesstaaten des Mittleren Westens wie North Dakota, South Dakota und Missouri. Die Zahl der Todesfälle blieb relativ stabil bei 985.

Insgesamt wurden in den USA der Universität zufolge seit Beginn der Pandemie 7,9 Millionen Corona-Infektionen gezählt, rund 217 000 Menschen starben. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus. In den USA leben rund 330 Millionen Menschen.

Queen Elizabeth erstmals wieder in der Öffentlichkeit

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Queen wieder öffentlich aufgetreten. Die 94-Jährige besuchte gemeinsam mit ihrem Enkel William, dem Herzog von Cambridge, ein Rüstungstechnologiezentrum in der Nähe der südenglischen Stadt Salisbury. Sie zeigte sich dort im rosafarbenen Mantel samt passendem Hut erstmals wieder der britischen Öffentlichkeit. Zuletzt hatte sie sich viele Monate mit ihrem Mann Prinz Philip isoliert, da die beiden zur Risikogruppe zählen. (dma)

Scharfe Corona-Regeln in London

In der britischen Hauptstadt London gelten ab Samstag schärfere Corona-Regeln. Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte in Innenräumen nicht mehr treffen, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Donnerstag bekannt gab. Auch Treffen in Pubs oder Restaurants sind nicht erlaubt.

„Niemand möchte weitere Einschränkungen, aber dies ist notwendig, um die Londoner zu schützen“, sagte Khan. Es werde ein „schwieriger Winter“ für die Hauptstadt mit ihren rund neun Millionen Einwohnern. Im Freien sind weiterhin Treffen mit bis zu sechs Personen erlaubt. (dpa)

Fast zehn Millionen Menschen in Qingdao auf das Coronavirus getestet

Nach einem Corona-Ausbruch in der chinesischen Millionenmetropole Qingdao sind innerhalb weniger Tage knapp zehn Millionen Menschen in der Stadt getestet worden. Bisher seien mehr als 9,9 Millionen Proben genommen worden, von denen 7,6 Millionen bereits ausgewertet seien, sagte der stellvertretende Bürgermeister Luan Xin am Donnerstag. Dabei seien keine weiteren Infektionen festgestellt worden. Insgesamt waren in der Stadt in den vergangenen Tagen 13 Fälle gemeldet worden.

Die Verwaltung von Qingdao hatte nach dem begrenzten Corona-Ausbruch in einem Krankenhaus beschlossen, sämtliche 9,4 Millionen Einwohner und 1,5 Millionen Besucher der Stadt testen zu lassen. Die Zahlen aus China sind jedoch bereits seit Beginn der Pandemie mit Vorsicht zu genießen. (AFP)

RKI meldet Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der binnen eines Tages mit dem Coronavirus neu infizierten Menschen in Deutschland ist erneut sprunghaft gestiegen und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 6638 Neuinfektionen - rund 1500 mehr als am Mittwoch.

Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. (dpa)

Wieder Corona-Sperren in Berliner Kliniken

Angesichts steigender Infektionszahlen in Berlin hat die Senatsverwaltung für Gesundheit neue Besuchsregeln für Krankenhäuser erlassen. Sie treten am Sonnabend in Kraft. Patientinnen und Patienten dürfen einmal am Tag durch eine Person für eine Stunde Besuch empfangen. Personen mit Symptomen, die auf eine Erkrankung mit Covid-19 hinweisen, dürfen keine Besuche machen. Werdende Mütter dürfen sich zur Geburt in einem Krankenhaus nur durch eine Person eigener Wahl begleiten lassen.

Keine Einschränkungen gibt es für den des Besuch Schwerstkranker und Sterbender. Besuche durch Seelsorger sind ebenfalls zulässig. (GL)

+++ 20. September +++

Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen“, sagte er CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. „Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben. (dpa)

+++ 19. September +++

Trotz hoher Infektionszahlen: Rio will Fans ins Maracana lassen

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro will trotz hoher Corona-Infektionszahlen die Fans zurück in die Stadien holen. Laut Angaben des Bürgermeisters Marcelo Crivella sollen am 4. Oktober bis zu 20.000 Zuschauer das Ligaspiel zwischen Flamengo und Athletico Paranaense im legendären Maracana-Stadion verfolgen können.
Crivella wolle den brasilianischen Fußballverband CBF auffordern, „das Maracana-Stadion zu einer Alternative zum Strand zu machen. Das vielleicht größte Problem, mit dem Rio heute konfrontiert ist, sind die großen Menschenmassen ohne Masken am Strand“, sagte der Bürgermeister am Freitag (Ortszeit). Für die Umsetzung der Pläne ist die Zustimmung des CBF nötig. (SID)

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden. (dpa)

+++ 18. September +++

Hacker aus China klauen spanische Daten zu Corona-Impfstoff

Hacker aus China sollen einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge bei spanischen Wissenschaftlern Daten zur Entwicklung von Corona-Impfstoffen abgesogen haben. Die spanische Geheimdienstchefin Paz Esteban habe berichtet, die Hackerangriffe hätten insgesamt und nicht nur in Spanien während der Zeit des Corona-Lockdowns in "Quantität und Qualität" zugenommen, schrieb die Zeitung am Freitag. Die Datenräuber seien besonders an Forschungen zu Impfstoffen gegen Covid-19 interessiert, warnte Esteban.

Die meisten dieser Hackerangriffe gingen von China und Russland aus, berichtete die Zeitung weiter unter Berufung auf gut informierte Kreise. In vielen Fällen seien staatliche Stellen dieser beiden Länder beteiligt. Teilweise gingen die Angriffe aber auch von Universitäten oder kriminellen Banden aus, die erbeutete Daten zu Geld machen wollten. (dpa)

Britische Regierung schließt nationalen Lockdown nicht aus

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die „Financial Times“. Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung („Sage“) während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Niemand wünsche sich einen Lockdown, aber auch in Großbritannien sei die zweite Ausbruchswelle angekommen, sagte Premier Boris Johnson am Freitag dem Sender Sky News. Wer schärfere Maßnahmen vermeiden wolle, müsse sich an die Regeln halten. Noch vor wenigen Tagen hatte Johnson erklärt, ein zweiter landesweiter Lockdown wäre „desaströs“ für die Wirtschaft. Weiter kommentierte er den Medienbericht nicht. (dpa)

+++ 17. September +++

Erneut über 2000 Neuinfektionen - höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265 857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). (dpa)

Corona: Vater darf über Flugreise der Kinder entscheiden

In Zeiten von Corona kann eine Flugreise zu einer „Angelegenheit von erheblicher Bedeutung“ werden. Das kann so weit gehen, dass ein Elternteil alleine entscheiden darf, ob die Kinder die Flugreise antreten dürfen. Das hat das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden (Az.: 2 UF 88/20), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt.  In dem verhandelten Fall wollte eine Mutter mit ihren Kindern nach Mallorca fliegen. Der Vater war dagegen, da er die Risiken wegen der Corona-Pandemie als zu hoch erachtete.
Das Gericht gab ihm Recht: Eine Auslandsflugreise ziehe unter Umständen eine längere Quarantäne nach sich. Außerdem sei unklar, welche Ansteckungsgefahr bei Flügen bestehe. (dpa)

Biontech will Werk für mögliche Impfstoffproduktion übernehmen

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht. (dpa)

+++ 16. September +++

Madrid kündigt Absperrungen von Vierteln mit hohen Corona-Zahlen an

Wegen sprunghaft steigender Corona-Fälle in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung die Absperrung besonders betroffener Wohnviertel angekündigt. «Wir müssen so schnell wie möglich handeln», sagte der stellvertretende Regionalminister für Gesundheit, Antonio Zapatero, am Mittwoch. Ab dem Wochenende würden neue Maßnahmen zur «Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und für Versammlungen» ergriffen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Zapatero ließ offen, welche Stadtteile in Madrid und umliegenden Gemeinden betroffen sein werden. Im Großraum Madrid leben etwa 6,4 Millionen Menschen.

Spanien ist das in Westeuropa am härtesten von der Pandemie getroffene Land. Erst am Vortag waren die Marken von 600 000 Infektionen und 30 000 Todesopfern überschritten worden.

Tschechien informiert per SMS über Corona-Testergebnisse

Wer in Tschechien positiv auf das Coronavirus getestet wird, erhält das Ergebnis künftig umgehend per SMS oder E-Mail. «Die Patienten werden damit schneller wissen, woran sie sind», teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Mittwoch mit. Sie erhielten zudem Instruktionen, wie sie sich verhalten sollen, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Bisher waren nur negative Testergebnisse elektronisch übermittelt worden.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen erreichte unterdessen abermals einen Rekordwert. Am Dienstag kamen 1677 weitere Fälle hinzu, so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging

1901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 266 663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

+++ 15. September +++

RKI: 1407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261 762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

+++ 14. September +++

WHO meldet neuen Rekord an registrierten Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden zuletzt 307 930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus am Sonntag veröffentlichten WHO-Daten hervorgeht. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche.

Damit sind seit Bekanntwerden des Erregers Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist allerdings nach Einschätzung von Experten erheblich. Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12 000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Mehr als 917 000 Infizierte sind nach der WHO-Statistik (Stand Sonntag, 13.00 MESZ) weltweit bisher gestorben. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle blieb zuletzt laut WHO-Daten relativ konstant. Am Sonntag wurden rund 5500 Tote in 24 Stunden registriert. (dpa)

Großbritannien könnte Kontrolle über Coronavirus verlieren 

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. "Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren", sagte der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, dem Sender BBC am Samstag. Am Freitag hatte es in Großbritannien mehr als 3500 bestätigte Neuinfektionen gegeben - so hoch lagen die Zahlen zuletzt Mitte Mai.

Entgegen der zuletzt von Premierminister Boris Johnson forcierten Kampagne, die Briten sollten in ihre Büros zurückkehren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, riet der ehemalige Regierungsberater Walport, wenn möglich weiter zuhause zu arbeiten. Da Schüler zurück in den Schulen und Studenten in den Universitäten seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren.

Die britische Regierung hat in dieser Woche wieder strengere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: So dürfen sich in England ab Montag nur noch maximal sechs Leuten treffen. In regionalen Corona-Hotspots wie der Stadt Birmingham gelten noch strengere Regeln. Zudem kündigte die Regierung ein sehr ambitioniertes Testprogramm und die Einführung einer Corona-App Ende September an. Allerdings hatte es bei vorherigen Testläufen massive Probleme gegeben. (dpa)

Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test möglich 

Die italienische Ferieninsel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Einreisebestimmungen. Ankommende Passagiere sind "aufgerufen", einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Präsident der Region, Christian Solinas, am Freitagabend unterzeichnete. Alternativ können Einreisende auch online erklären, selbst einen Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben.

Wer ohne negatives Testergebnis anreist, kann sich übergangsweise innerhalb von 48 Stunden auf der Insel testen lassen, muss aber bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben. Es gibt einige Ausnahmen, etwa für das Personal in Flugzeugen. Darüber hinaus müssen Einreisende vor ihrer Ankunft online ein Formular ausfüllen und übermitteln. Zudem gilt ab Montag auch im Freien eine Maskenpflicht, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Mit der neuen Verordnung reagiert die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen. Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Am Freitag meldete Sardinien 65 neue Fälle und die Gesamtzahl von aktuell 1337 Infizierten. Unter anderem waren im Nachtlokal des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore im Badeort Porto Cervo auf der Insel Ende August etwa 60 Corona-Fälle gemeldet worden. (dpa)

RKI: 927 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen 927 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. (dpa)

+++ 11. September +++

Bundespolizei ermahnt täglich mehr als 3000 Reisende ohne Maske 

Beamte der Bundespolizei ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. «Die Bundespolizei unterstützt die zuständigen Gesundheitsämter seit Wochen in großem Umfang bei der Durchsetzung der Maskenpflicht auf Bahnhöfen und in Zügen», sagte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann am Freitag. In den allermeisten Fällen stoße sie bei den Reisenden auf Verständnis.

Für Ordnungswidrigkeitsverfahren und die Durchsetzung der Covid-19-Eindämmungsverordnungen sind die Landesbehörden zuständig. Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden.

Die Bundespolizei wies darauf hin, dass dieses Verfahren nicht nur in Fernzügen, sondern in allen Zügen der Deutschen Bahn Anwendung finde, sowie in Zügen anderer Verkehrsunternehmen, die auf den Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes verkehren. Notfalls könne auch mit gebührenpflichtigen Platzverweisen und der Übermittlung der Personalien an die Gesundheitsämter reagiert werden.

Die Verkehrsminister der Länder hatten am Mittwoch erklärt, die Beschäftigten von Bus- und Bahn-Unternehmen könnten keine «Hilfssheriffs» werden. In einem Beschluss stellt die Verkehrsministerkonferenz nach Beratungen fest, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht grundsätzlich Aufgabe des Staates sei, nicht alleine der Unternehmen. (dpa)

Viele Corona-Fälle: Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen 

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht, aber nicht alle Kontaktpersonen ließen sich nachvollziehen.

Seit diesem Freitag müssen alle Gaststätten in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen (Bayern) täglich um 22.00 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wegen der aktuellen Lage ist das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Samstag und Sonntag jeweils von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Vor allem junge Menschen seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen. (dpa)

Spanien meldet Rekordanstieg bei Corona-Infektionen

In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am Freitag auf den Rekordwert von 12 183 geklettert. Es handele sich um den höchsten Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung «El País». Das Gesundheitsministerium in Madrid teilte mit, es handele sich um 4708 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie nachgemeldete Fälle. In den vergangenen 14 Tagen seien insgesamt 112 364 Neuinfektionen registriert worden, also durchschnittlich gut 8000 pro Tag. Das Robert Koch-Institut hat Spanien schon seit längerem als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das beliebte Urlaubsland.

Österreich verschärft Maskenpflicht

Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder. Von Montag an muss ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Regierung am Freitag in Wien mitteilte. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. (dpa)

1484 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Berlin sind 139 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das geht aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstagabend hervor. 72 waren es noch am Vortag. Die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Virus angesteckt haben, liegt in der Hauptstadt nun bei 12.089.

Besonders betroffen ist der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier wurden 43 neue Fälle gemeldet. Auf Platz zwei folgt Mitte mit 27 Neuinfektionen, auf Platz drei Neukölln mit 20 neuen Corona-Fällen. 11.012 Menschen gelten inzwischen als genesen, das sind 81 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 226 - es ist kein neuer Todesfall hinzugekommen. Damit verzeichnet Berlin derzeit 851 aktive Corona-Fälle.

1484 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1484 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 256 850 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 11.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9342. Das ist einer mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 230 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

Rekordzahl von fast 10.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich 

Vor Beratungen der französischen Regierung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen ist in dem Land die Rekordzahl von fast 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Paris am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Vortag 9843 neue Coronavirus-Ansteckungsfälle erfasst. Dies ist die höchste Zahl in Frankreich seit dem Beginn der Pandemie. (AFP)

+++ 10. September +++

Reisewarnungen für weitere Gebiete in Europa: Genf und Prag betroffen 

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Betroffen sind den Mitteilungen vom Mittwochabend zufolge etwa Genf, Prag, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So wurden bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet. Demnach wird nun wegen der hohen Infektionszahlen auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d'Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur an der Mittelmeerküste.

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt mit auf der Liste. Zudem kamen weitere Gebiete in Kroatien hinzu: Dubrovnik-Neretva und Po?ega-Slawonien. Zuvor waren bereits die Regionen Zadar, ?ibenik-Knin sowie Split-Dalmatien betroffen.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Die Warnung ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. (dpa)

1892 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255 366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9341. Das sind drei mehr als noch am Vortag. (dpa)

+++ 9. September +++

1176 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 253 474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.9., 0.00 Uhr). Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228 000 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag. (dpa)

Rekordanstieg bei Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde ein Rekordwert erreicht: Am Dienstag kamen 1164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab. Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg damit auf rund 9300. Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner. Am Dienstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den jüngsten Anstieg als „besorgniserregend“ bezeichnet.

Schwangere mit Corona: seltener Fieber, aber mehr Frühgeburten

Andere Symptome und ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt: Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher, wobei die Rate spontaner Frühgeburten - also bei allein einsetzenden Wehen - kaum höher liegt. Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Schwangerschaft eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern die Forscher im Fachmagazin „BMJ“. Dafür gebe es verschiedene Gründe.

Das sei eine Situation, die nicht nur bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, sondern auch bei anderen Infektionen auftreten könne, erklärte die Virologin Susanne Modrow, die unter anderem zu Virusinfektionen in Schwangerschaften forscht. „Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt.“ (dpa)

Versammlungen mit mehr als sechs Menschen in England künftig verboten 

Als Reaktion auf die zunehmenden Corona-Infektionen in England werden dort Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Die neue Obergrenze soll ab kommendem Montag gelten und betrifft sowohl Treffen in den eigenen vier Wänden als auch im öffentlichen Raum, wie die britische Regierung laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch offiziell verkünden wird. Bislang gilt hier eine Grenze von 30 Personen. (dpa)

+++ 8. September +++

RKI: 1499 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1499 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 252 298 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.9., 0.00 Uhr). Bis Dienstagmorgen hatten etwa 226 500 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9329. Seit dem Vortag wurden vier weitere Todesfälle gemeldet. (dpa)

Corona-Hilfe: Mehr als 100 Österreicher bekommen Scheck von Trump 

Von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nun bei etlichen Österreichern gelandet. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden. Zu den Empfängern zählt auch ein Rentner aus Linz in Oberösterreich, der einst für kurze Zeit in den USA gearbeitet hatte. Er habe zuerst an einen schlechten Scherz geglaubt, schilderte der Mann in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB2" am Montagabend. Die Bank habe die Echtheit des Schecks aber überprüft, und wenig später habe er das Geld auf dem Konto gehabt.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Coronavirus-Krise. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75 000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150 000 Dollar entsprechend 2400 Dollar. Irrtümlich gingen auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen.

Das Geld wird jedenfalls im Fall des Rentners aus Linz zu einem guten Teil in die USA zurückfließen. Sollten die Reisebeschränkungen wieder fallen, werde er dort endlich mal wieder Urlaub machen, kündigte er an. (dpa)

Italien verlängert Anti-Corona-Maßnahmen für weiteren Monat 

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Italien wie Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben für einen weiteren Monat in Kraft. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnete am Montagabend nach Regierungsangaben das entsprechende Dekret. Die Vorschriften gelten in dem Mittelmeerland nun bis zum 7. Oktober.

Demnach gibt es in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln weiter die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Menschen sollen einen Abstand von mindestens einem Meter halten. Größere Ansammlungen sind weiter verboten, Stadien und Diskotheken bleiben geschlossen.

Auch die Beschränkungen für Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta gelten weiterhin. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Vereinfacht wird dagegen die Situation für internationale Paare, bei denen einer der Partner in einem Land lebt, aus dem die Einreise nach Italien bislang nicht ohne Weiteres möglich ist. Sie dürfen nun mit einer entsprechenden Erklärung einreisen.

In Rom hatten am Wochenende rund 2000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Mitte-Links-Regierung protestiert. Sie sehen eine "Gesundheitsdiktatur". In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit mehr als 1700 Fällen auf den bis dahin höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. (dpa)

AOK will Preise für Corona-Tests drücken 

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, will die Kosten für Corona-Tests drücken. Er fordert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deshalb auf, den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. "Es ist unangemessen, dass wir für jeden Test knapp 40 Euro bezahlen müssen. Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne", sagte Litsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie "mit der Hälfte gut leben könnten", sagte der Verbandschef. "20 Euro wären also durchaus angemessen", betonte er. Derzeit gebe es aber für die Kassen rechtlich keine Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen.

"Uns sind hier die Hände gebunden. Ich appelliere an Gesundheitsminister Spahn, den Weg dafür zu ebnen, dass die Kassen mit Laboren die Preise für Corona-Tests selbst verhandeln können", forderte Litsch. "Dann könnten wir für unsere Versicherten und die Arbeitgeber viel Geld sparen. Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat." (dpa)

+++ 7. September +++

RKI: 814 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. (dpa)

Europol: Im Corona-Jahr boomt der Kokain-Schmuggel

Der illegale Drogenhandel ist durch die Corona-Krise nach Erkenntnissen von Europol nicht zurückgegangen. Der Schmuggel von Kokain aus Südamerika nach Europa steuere sogar auf «Rekordwerte» zu, sagte Sascha Strupp, strategischer Analyst für Drogenhandel bei Europol in Den Haag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Corona hat gar keinen Einfluss auf den Schmuggel über den Meeresweg gehabt.“ Der gesamte Drogenmarkt ist nach den Worten des Drogenexperten „ein Wachstumsmarkt“.

Das Volumen der eingeschleusten Drogen ist nur schwer zu schätzen. Deutliche Hinweise auf eine Zunahme sehen Ermittler etwa in der Menge der beschlagnahmten Drogen. Im Hafen von Rotterdam wurden im ersten Halbjahr 2020 mehr als 25 000 Kilogramm Kokain sichergestellt, mehr als doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Bereits 2019 hatten die Zollfahnder eine Rekordmenge entdeckt: insgesamt 34 000 Kilogramm Kokain, fast doppelt so viel wie 2018. (dpa)

Krankenkasse: Corona ließ Krankenstand nicht auffällig steigen

Die Corona-Pandemie hat die Krankmeldungen nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse im ersten Halbjahr 2020 nicht auffällig steigen lassen. Unter ihren versicherten Arbeitnehmern lag der Krankenstand als Anteil der Fehltage an allen Arbeitstagen bei 4,4 Prozent - nach 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum und 4,5 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Die Diagnose Covid-19 spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Im März war sie demnach für 0,3 Prozent des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Anteil etwas auf 0,7 Prozent und sank bis Juni wieder auf 0,2 Prozent.

Vorstandschef Jens Baas erläuterte, erfahrungsgemäß meldeten sich zum Sommer weniger Menschen krank. „Hinzu kommt, dass die Abstands- und Hygieneregeln offensichtlich Wirkung zeigen. Sie reduzieren ja nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, auch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten haben weniger Chancen, sich zu verbreiten.“ Zudem seien Sportverletzungen und Wegeunfälle zurückgegangen. Zugenommen hätten vor allem psychische Diagnosen, die im ersten Halbjahr 18,7 Prozent des gesamten Krankenstands ausmachten. (dpa)

+++ 6. September +++

Deutschland und EU liegen bei Versorgung mit Corona-Impfstoffen zurück

Im Wettrennen um die Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Impfstoffen liegen Deutschland und die EU laut einem Zeitungsbericht im Vergleich zu den USA und Großbritannien deutlich zurück. So hätten sich die USA im Rahmen von Vorabverträgen 800 Millionen Impfstoffdosen von sechs verschiedenen Herstellern gesichert, berichtete die „Welt am Sonntag“. Zusätzlich hätten sie die Option auf weitere 1,4 Milliarden Impfdosen zu einem späteren Zeitpunkt. Großbritannien hat dem Bericht zufolge bereits Verträge mit sechs Herstellern über 340 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Das Land komme damit auf eine höhere Pro-Kopf-Quote als jede andere Industrienation.

Hingegen habe die EU-Kommission für die 446 Millionen Einwohner in den 27 Mitgliedstaaten bisher nur einen Rahmenvertrag mit dem britisch-schwedischen Konzern Astra Zeneca über 300 Millionen Impfstoffdosen getroffen, mit der Option auf weitere 100 Millionen. (AFP)

988 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 988 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 249 985 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.9., 0.00 Uhr). (dpa)

Feier mit 2000 Gästen: Laschet verteidigt Besuch in Sachsen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Besuch in Sachsen anlässlich der 30-Jahr-Feier des Freistaats mit einem Verweis auf den Föderalismus verteidigt. Die Corona-Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. „Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen“, sagte er am Samstag beim Besuch eines Schaubergwerks mit seinem sächsischen CDU-Amtskollegen Michael Kretschmer bei Schwarzenberg (Erzgebirgskreis).

Am Abend wollte Laschet bei einer Festveranstaltung anlässlich des 30-jährigen Bestehens Sachsens seit der Wiedergründung 1990 vor 2000 Gästen sprechen. Das hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, weil in NRW noch sehr viel strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen gelten. „Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?“, sagte der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty. (dpa)

Behörden verlängern Ausgangsbeschränkungen in Melbourne

Die australischen Behörden haben die strikten Ausgangsbeschränkungen in Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes, verlängert. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei nicht stark genug zurückgegangen, um eine dritte Infektionswelle zu verhindern, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Lockdown bleibe noch bis 28. September in Kraft. Eigentlich sollten die seit sechs Wochen geltenden Beschränkungen, die unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre vorschreiben, nächstes Wochenende enden.

+++ 5. September +++

Saftige Geldbuße für fliegende Maskenmuffel in Kanada

Die kanadischen Behörden haben erstmals Flugpassagiere wegen des Verweigerns von Masken zum Schutz gegen das Coronavirus mit saftigen Geldstrafen belegt. Zwei Kanadier müssen je 1000 kanadische Dollar (650 Euro) Strafe zahlen, wie das kanadische Verkehrsministerium am Freitag mitteilte. „In beiden Fällen wurden die Personen von der Besatzung wiederholt dazu aufgefordert, Gesichtsbedeckungen zu tragen, und in beiden Fällen haben die Personen sich geweigert“, erklärte das Ministerium weiter. Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Juni und Juli auf Inlandsflügen. Wie in Deutschland müssen auch in Kanada Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schutz gegen das Coronavirus Masken tragen. In Flugzeugen gilt das in Kanada beim Einsteigen, während des Flugs und beim Aussteigen. Kanada hat in der Pandemie bislang mehr als 130.000 Infektionen und 9000 Todesfälle verzeichnet. (AFP)

1378 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 1378 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 248 997 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 5.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9324. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,85 (Vortag: 0,77). (dpa)

Brasilianischer Häuptling Raoni überlebt Corona-Infektion

Der etwa 90-jährige brasilianische Häuptling Raoni Metuktire hat nach seiner überstandenen Corona-Infektion am Freitag das Krankenhaus verlassen. „Er hat sich von der Herzentzündung, einer Nebenwirkung von Covid-19, erholt und ist bereits von der Infektionskrankheit geheilt“, erklärte das Raoni-Institut am Freitag. „Er hat das Krankenhaus verlassen“, teilte das Krankenhaus im Bundesstaat Mato Grosso mit.

Der international bekannte Menschenrechts- und Umweltaktivist war vor rund einer Woche in das Krankenhaus Dois Pinheiros de Sinop, rund 200 Kilometer von seinem Heimatdorf im Amazonasgebiet entfernt, eingewiesen worden. Er hatte Symptome einer Lungenentzündung. In der Klinik wurde der Häuptling, dessen genaues Alter nicht bekannt ist, positiv auf das Coronavirus getestet. (AFP)

+++ 4. September +++

Curevac erhält 252 Millionen Euro für Corona-Impfstoff

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac erhält für die Forschung an einem Corona-Impfstoff eine Finanzspritze des Bundes in Höhe von 252 Millionen Euro. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher des Unternehmens, an dem sich auch der Staat beteiligt hat. Zuvor hatte der «Business Insider» darüber berichtet.

Das Bundesforschungsministerium hatte vor Monaten ein Sonderprogramm zur Beschleunigung der Forschung an dringend benötigten Impfstoffen gegen das Virus gestartet. Ende Juli hatte das Ministerium dann mitgeteilt, dass neben Curevac auch die Mainzer Firma Biontech und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau «von einem Expertenbeirat» zur Förderung empfohlen worden seien. Der Fördertopf umfasst insgesamt rund 750 Millionen Euro.

Weltweit forschen Unternehmen an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Bei Curevac waren in den vergangenen Monaten mehrere Investoren eingestiegen - darunter auch der Bund im Juni mit rund 300 Millionen Euro. Erst kürzlich war das Unternehmen an die Börse gegangen. (dpa)

Rund 10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne in Bayern betroffen 

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10 000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München. (dpa)

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Rund 1430 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland rund 1430 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagvormittag hervor. Zunächst hatte das Institut am frühen Morgen wesentlich weniger Fälle angegeben (782). Später berichtete das RKI von technischen Problemen und schrieb, es seien 650 Fälle zu wenig ausgewiesen worden. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach rund 247 600 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Bis Freitagmorgen hatten etwa 221 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das RKI schreibt im Lagebericht von Donnerstagabend: "Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche stabilisiert und die 7-Tage-Inzidenz ist bundesweit wieder gesunken." (dpa)

Curevac rechnet mit baldiger Impfstoff-Zulassung

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac rechnet fest mit einem Erfolg seines derzeit in der Entwicklung befindlichen Covid-19-Impfstoffs. „Wir planen auf Erfolg und wollen bis zum Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zur Verfügung haben“, sagte Curevac-Haupteigner und SAP-Gründer Dietmar Hopp dem „Handelsblatt“.

Eine Zulassung werde im Frühjahr oder Sommer 2021 erwartet, in eingeschränkter Form möglicherweise aber auch schon früher. Es könne nicht völlig ausgeschlossen werden, "dass der Impfstoff noch in diesem Jahr auf Basis von Interimsdaten zugelassen wird, etwa für bestimmte, besonders gefährdete Berufsgruppen oder Regionen." Das müssten die Behörden entscheiden, wenn die Daten vorlägen. (BK)

Berlusconi nach positivem Corona-Test "vorsichtshalber" im Krankenhaus

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingewiesen worden. Der 84-Jährige sei am Donnerstagabend "vorsichtshalber" ins Mailänder Krankenhaus San Raffaele gebracht worden, nachdem er einige der Symptome von Covid-19 entwickelt habe, hieß es am Freitagmorgen in einer kurzen Erklärung seines Umfelds. Doch gebe es keinen Grund zur "Besorgnis". (AFP)

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700 Millionen Euro als Corona-Bonus für Altenpflege ausgezahlt

Für den Corona-Bonus für Beschäftigte in der Altenpflege sind inzwischen rund 700 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Rund 680 Millionen Euro gingen demnach an Pflegeeinrichtungen als Arbeitgeber, weitere 20 Millionen Euro an Dienstleistungsunternehmen. Die Mitte Juli ausbezahlten Gelder müssten inzwischen bei den Pflegekräften angekommen sein, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Beschäftigten sollten den Bonus direkt von ihren Arbeitgebern erhalten. Einen zweiten Auszahlungstermin soll es nach Angaben des Ministeriums im Dezember geben. (dpa)

Australien verlängert Corona-Reisesperre um drei Monate

Australien hat seine internationale Corona-Reisesperre um weitere drei Monate verlängert. Gesundheitsminister Greg Hunt kündigte am späten Donnerstagabend an, dass die Grenzen bis mindestens 17. Dezember für Besucher aus dem Ausland geschlossen bleiben. Die Regierung reagiere damit auf den Rat des Komitees für Gesundheitsschutz AHPPC: Die Behörde habe festgestellt, dass "die internationale und nationale Covid-19-Situation weiterhin ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit" darstelle, hieß es in einer Mitteilung. Die Verlängerung der Reisesperre sei "eine angemessene Reaktion auf dieses Risiko". (dpa)

Caravan Salon: Größte Messe seit Corona beginnt 

Mit dem Caravan Salon beginnt am Freitag (10.00 Uhr) in Düsseldorf nach Angaben der Messewirtschaft die bislang größte Ausstellung in Deutschland seit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie. Pro Tag dürfen maximal 20 000 Besucher zu den Ständen der 350 Aussteller kommen, ein Ticket muss vorher im Internet gebucht werden. Jeder Besucher muss an den zehn Messetagen bis zum 13. September genug Abstand zu fremden Menschen halten und eine Maske tragen. Zusätzlich sollen Lüftungsanlagen und offene Türen für frische Luft sorgen. Außerdem werden 600 Mitarbeiter eingesetzt, die während der Messe zu den Corona-Maßnahmen informieren, reinigen und kontrollieren.

Reisen mit Wohnmobil oder Camper ist dieses Jahr noch ein bisschen beliebter geworden. In der Corona-Krise wurden mehr Freizeitfahrzeuge aller Art zugelassen als noch 2019 - auch, weil es die einzige autarke Reiseform sei, sagte der Geschäftsführer des Caravaning Verbandes, Daniel Onggowinarso im Vorfeld der Messe.

Bis Sonntag findet parallel zum Caravan Salon auch die Tour Natur statt, eine kleinere Messe mit 270 Ausstellern rund um die Themen Wandern, Trekking, Mountainbike und Kanufahren. (dpa)

+++ 3. September +++

Oberste Medizinerin Kanadas empfiehlt Atemschutz beim Sex

Die oberste Medizinerin Kanadas hat zum Schutz gegen das Coronavirus das Tragen einer Maske auch beim Sex empfohlen. Wer Sex mit jemandem habe, der nicht im eigenen Haushalt wohne oder der zu den Corona-Risikogruppen zähle, solle dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen, erklärte am Mittwoch die Chefin der Behörde für öffentliche Gesundheit, Theresa Tam. Sie riet auch dazu, das Küssen wegzulassen und Berührungen der Gesichter zu vermeiden. „Sex kann in Zeiten von Covid-19 kompliziert sein“, gab Tam zu bedenken. Dies gelte besonders für Menschen, die keine Sexpartner im eigenen Haushalt hätten. „Die sexuelle Aktivität mit dem niedrigsten Risiko ist jene, an der nur Sie alleine beteiligt sind“, fügte die Medizinerin zu. (AFP)

Tschechien meldet Tagesrekord an Corona-Neuinfektionen

Tschechien hat einen Rekord an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen weitere 650 Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Das waren so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der aktiv Infizierten überschritt erstmals die 7000er-Marke. 425 Todesfälle wurden mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Gesundheitsminister Adam Vojtech, der sich wegen eines Falls in seinem Umfeld selbst in Quarantäne begeben musste, kündigte nach Angaben der Agentur CTK weitere Maßnahmen an. Denkbar sei eine Ausweitung der Maskenpflicht. Sie gilt derzeit in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Behörden, auf der Post und in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Einzelheiten könnten bereits am Freitag bekanntgegeben werden. (dpa)

Ärztepräsident: Neue Grippewelle könnte harmloser ausfallen

Die Grippewelle könnte nach Ansicht von Ärztepräsident Klaus Reinhardt unter anderem wegen der Corona-Hygienregeln harmloser verlaufen als in früheren Jahren. „Durch die Corona-Routine, also durch häufiges Händewaschen, Maskentragen und Abstandhalten, werden Infektionen insgesamt reduziert“, sagte Reinhardt. Zudem könne eine Grippeimpfung einen positiven Effekt auf das Corona-Risiko haben. „Jede Impfung ist ein Trainingsprogramm für das Immunsystem. Die Grippeschutzimpfung führt zwar nicht zu einer spezifischen Immunisierung gegen das Corona-Virus, kann aber das Immunsystem so stärken, dass eine Infektion harmloser verläuft“, sagte der Ärztepräsident. Er forderte zugleich eine möglichst lückenlose Grippeimpfung für Erzieher und Lehrer: „Die Grippewelle darf nicht den Betrieb von Kitas und Schulen gefährden“, sagte Reinhardt. (dpa)

Düsseldorfer Karnevalsauftakt soll am 11.11. ohne Alkohol starten

In Düsseldorf soll der Karnevalsauftakt am 11.11. nicht der Corona-Krise zum Opfer fallen. Der sogenannte Hoppeditz solle auch im Jahr der Pandemie unter freiem Himmel auf dem Rathausplatz erwachen - allerdings alkoholfrei, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval. Die Tradition markiere in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt seit fast 150 Jahren den Beginn der fünften Jahreszeit. „An dieser Tradition werden wir auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten“, erklärten die Karnevalisten. Das Erwachen werde „komplett ohne Alkoholausschank stattfinden“, kündigte Comitee-Präsident Michael Laumen an. Mit Unterstützung der Stadt werde ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erarbeitet und versucht, möglichst vielen Karnevalisten eine Teilnahme zu ermöglichen. Eine genaue Zahl stehe noch nicht fest. Der Umzug der Karnevalsvereine am 11.11. und der traditionelle Hoppeditz-Ball sollen den Angaben zufolge ausfallen. (AFP)

Probeliegen im Sarg: Bizarre Corona-Strafe in Indonesien

Bizarre Corona-Strafe in Indonesien: In der Hauptstadt Jakarta werden Maskenverweigerer neuerdings zum Probeliegen in einem Sarg gebeten. Bürger, die man ohne Mund-Nasen-Bedeckung erwischt hat, können Berichten zufolge wählen, ob sie gemeinnützige Arbeit verrichten, eine Geldstrafe zahlen oder sich eine Minute in einen Sarg legen wollen. Den Behörden in Jakarta zufolge sollen Maskenverweigerer dadurch auf die möglicherweise tödlichen Konsequenzen ihres Handelns hingewiesen werden. „Denk darüber nach, was passiert, wenn Du Covid-19 bekommst“, sagte ein Beamter zu einem der Maskenverweigerer im offenen Sarg. Ein Video der Szene wurde am Donnerstag auf Youtube verbreitet. Abdul Syukur war einer von denen, die sich in die blumengeschmückte Holzkiste legen mussten. Der Nachrichtenseite „Tribun News“ sagte er, er habe nicht genug Geld gehabt, um die Strafe in Höhe von rund 14 Euro zu zahlen. Indonesien war bereits in den vergangenen Monaten durch kuriose Bestrafungen in die Schlagzeilen gekommen: So müssen ohne Maske ertappte Bürger unter anderem auch an Ort und Stelle Liegestütze machen. (dpa)

Kinder vier Monate eingesperrt – Eltern hatten Angst vor Corona

Im schwedischen Jonköping haben Eltern ihre drei Kinder vier Monate lang nicht aus dem Haus gelassen, weil sie fürchteten, sie könnten sich mit dem Corona-Virus anstecken. Ein Verwaltungsgericht hat nun entschieden, dass es richtig war, die Kinder von den Behörden betreuen zu lassen. Das berichtete der Radiosender P4 Jonköping. Dem Urteil zufolge hatten die Eltern die Haustür mit Brettern vernagelt. Die Kinder durften auch zueinander keinen Kontakt haben und mussten in ihren Zimmern bleiben. Im Juli griffen die Sozialbehörden ein und brachten die drei woanders unter. Der Anwalt der Kinder, Mikael Svegfors, sagte dem Sender, die Eltern hätten nicht die schwedischen Nachrichten, sondern die ihres Heimatlandes verfolgt, in dem strengere Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden. Die Eltern bestritten vor Gericht, die Kinder eingesperrt zu haben und kündigten an, das Urteil anzufechten. (dpa)

+++ 30. August +++

Weniger wöchentliche Corona-Fälle - Lage stabilisiert?

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen übermittelt. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Einen Anhaltspunkt für die Beurteilung des Infektionsgeschehens liefern die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 7905 (Datenstand 30.8., 0 Uhr) und damit unter der vom Vortag (8023). Vor einer Woche (23.8.) lag der Wert noch bei 8528. Am Sonntag davor (16.8.) hatte er bei 6837, vor einem Monat (2.8.) bei 4127 gelegen. (dpa)

Berlins Hotelbranche steckt tief in der Krise

Ein halbes Jahr nach dem ersten Coronafall in Berlin steckt die Hotelbranche der Hauptstadt tief in der Krise. Zwar dürfen in den Hotels und Pensionen seit dem 25. Mai wieder Touristen und nicht nur Geschäftsreisende übernachten, aber die Zahlen liegen immer noch weit unter dem Niveau des Vorjahres. «Es ist absolut dramatisch», beschreibt Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Berlin, die Situation. Am 2. März war in Berlin der erste Fall einer Infektion mit dem Covid-19-Virus nachgewiesen worden. Die Folge der zunehmenden Infektionszahlen waren ab Mitte März weitreichende Einschränkungen auch für Gastronomie und Hotellerie. In den drei Monaten seit dem 25. Mai habe das Umsatzminus der Berliner Hotellerie im Vergleich zum Vorjahr immer noch 68,9 Prozent betragen. «Das ist existenzbedrohend», sagte Lengfelder der dpa.

Erster Karnevalszug in Köln wegen Corona abgesagt

Der "Zollstocker Dienstagszug" ist in Köln als erster Karnevalszug der kommenden Session abgesagt worden. Man könne es den beteiligten Schulen und Kindergärten gegenüber nicht verantworten, noch länger mit einer Entscheidung zu warten, teilte Vorstandsmitglied Michael Siegenbruck am Samstagabend in einem Live-Video mit. Gesundheitliche und finanzielle Risiken seien zu hoch, um den Zug weiter zu planen. In Kürze hätte der Verein mit dem Wagenbau sowie der Organisation von Kapellen und Sicherheitsdienst beginnen wollen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. (dpa)

Immer mehr Fälle wiederholter Corona-Infektionen

Nach ersten Meldungen aus Asien und Europa berichten nun auch Wissenschaftler aus den USA und Ecuador über Fälle, in denen sich Menschen offenbar ein weiteres Mal mit Corona infiziert haben. Bei beiden Betroffenen sorgte die zweite Infektion für schwerere Symptome als die erste, wie Forscher um Richard Tillett von der Universität Nevada und das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito (IMUSFQ) berichteten. Bei dem Fall im US-Bundesstaat Nevada handelt es sich um einen 25-Jährigen mit Erkältungssymptomen und Durchfall, der Mitte April positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden war. Ende Mai suchte er mit Symptomen wie Fieber, Kopfweh und Husten erneut ärztliche Hilfe, zeitweise musste er beatmet werden. Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass erste und zweite Infektion auf verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 zurückgingen, so die Forscher. (dpa)

Laschet: Wir können mit dem Virus nicht wie gewohnt Karneval feiern

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet bittet Karnevalisten wegen der Corona-Pandemie um Verständnis. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". (dpa)

Sorge vor Schulstart in Frankreich: Ärzte schlagen wegen Corona Alarm

Frankreich blickt wegen steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Schulbeginn. «Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien», heißt es in einem offenen Brief von Ärztinnen und Ärzten, den die Zeitung «Le Parisien» veröffentlichte. Die bisherigen Regelungen reichten nicht aus, um den neuen Anstieg der Fälle von Covid-19 zu bremsen. Die Mediziner fordern eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind. (dpa)

+++ 29. August +++

Corona-Situation in Frankreich verschärft sich

In Frankreich spitzt sich die Lage mit mehr als 7000 erfassten Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages weiter zu. Das Gesundheitsministerium sprach am Freitagabend von einem "exponentiellen" Anstieg. Auch in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steige die Zahl der Patientinnen und Patienten wieder an - wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig treten immer schärfere Regelungen bei der Maskenpflicht in Kraft. Präsident Emmanuel Macron warnte angesichts der steigenden Zahlen vor Grenzschließungen innerhalb Europas.

In den vergangenen 24 Stunden seien 7379 neue Fälle gezählt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Freitagabend. Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000. Die 4000er-Schwelle war zuvor mehrfach überstiegen worden. "Die Dynamik des Fortschreitens der Epidemie ist exponentiell", hieß es. Seit einigen Wochen steigen die Fallzahlen im ganzen Land an, die Lage ist allerdings regional unterschiedlich. (dpa)

Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. «Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit», sagte der CSU-Politiker dem «Donaukurier» (Samstag). «Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern.» Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden. (dpa)

Deutlich höhere Testkapazitäten in Deutschland möglich

In Deutschland könnten einem Bericht zufolge viel mehr Menschen als bisher präventiv auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden, ohne dass es deshalb zu Engpässen oder Preissteigerungen kommen müsste. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtete, sind in veterinärmedizinischen Laboren große ungenutzte Kapazitäten für den sogenannten PCR-Test vorhanden, mit dem sich das Virus nachweisen lässt. (afp)

Neun neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb eines Tages neun Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Damit ist die Zahl der täglich bekannt werdenden Neuinfektionen weiter gesunken. Von Donnerstag zu Freitag wurden vierzehn neue Fälle gemeldet, einen Tag zuvor waren es 26 bestätigte Infektionen gewesen. Damit haben sich seit März im Land insgesamt 3904 Menschen mit dem Virus angesteckt; 3511 gelten als genesen - vier mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der akut Erkrankten liegt derzeit den Angaben zufolge bei etwa 220. Bislang starben 173 Menschen im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. (dpa)

London warnt vor Einschränkungen wegen möglicher Corona-Welle im Winter

Die britische Regierung bereitet die Bevölkerung auf verschärfte Ausgehbeschränkungen im Falle einer erneuten Corona-Infektionswelle im Winter vor. "Eine zweite Welle ist in anderen Teilen der Welt klar erkennbar", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock der Zeitung "Times" (Samstagsausgabe). "Die Fälle nehmen wieder zu, und wir müssen sehr weitgehende lokale Sperren anwenden oder weitere nationale Maßnahmen ergreifen." Die Regierung wolle das zwar nicht, könne es aber nicht ausschließen. (afp)

+++ 28. August +++

Polizei in Berlin am Samstag mit tausenden Beamten im Einsatz

Die Berliner Polizei will angesichts der Großdemonstration von Gegnern der Corona-Politik am Samstag mit 3000 Beamten die Einhaltung der Mindestabstände überprüfen. "Am Ende werden wir nicht zusehen können und auch nicht wollen, wie sich zehntausende wieder versammeln und Infektionsrisiken schaffen", sagte Einsatzleiter Stephan Katte am Freitag in Berlin. Unter den Einsatzkräften sind demnach auch tausend Beamte vom Bund und aus anderen Bundesländern. Die Polizisten stünden vor einer "deutlichen Herausforderung", sagte Katte. Am Mittwoch hatte die Versammlungsbehörde die Kundgebung verboten, am Freitag kippte das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot der für 22.500 Teilnehmer angemeldeten Großdemonstration. (afp)

Bayern wappnet sich für Ermittlung neuer Corona-Infektionsketten

Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu können, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen befristet neu ein. Sie sollen bisherige Kräfte wie Beamtenanwärter und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung in den Landratsämtern ersetzen, die in sogenannten Contact-Tracing-Teams (CTT) geholfen haben. Bei jedem Landratsamt solle es je nach Einwohnerzahl im Schnitt ein bis vier CTT als Grundstock geben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Außerdem würden weitere Mitarbeiter aus der Staatsverwaltung prophylaktisch per Online-Schulung auf einen Einsatz in den CTT vorbereitet. «Damit ist gewährleistet, dass auch weiterhin durchgehend CTTs an allen Landratsämtern in Bayern im Einsatz sind.» (dpa)

Ungarn macht Grenzen wegen Corona-Anstiegs in Europa dicht

Ungarn schließt angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Ausland vom 1. September an seine Grenzen für ausländische Touristen. Das gab die Regierung in Budapest am Freitag bekannt. Einreisen dürfen nur noch ungarische Staatsbürger, Ausländer müssen dazu einen triftigen Grund angeben. Die meisten neuen Infektionen in Ungarn seien aufgrund von Ansteckungen im Ausland festgestellt worden, sagte Regierungssprecher Gergely Gulyas. (dpa)

Corona-Ausbruch: Niederlande stoppen Nerz-Zucht

Nach Corona-Infektionen auf zahlreichen Nerz-Farmen haben die Niederlande das vorzeitige Ende der Pelztierzucht angekündigt. Zum 1. März 2021 müssen alle Zuchtbetriebe stoppen, kündigte die Regierung am Freitag in Den Haag an. Ein Verbot der Zucht war nach einem Gerichtsurteil bereits früher beschlossen worden, doch das sollte erst 2024 in Kraft treten. Auf mehr als 40 Nerz-Farmen waren Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. In mehreren Fällen waren auch Menschen angesteckt worden. Alle Tiere der betroffenen Betriebe waren getötet worden. (dpa)

Fünf weitere Corona-Fälle in Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung

Die Zahl der Corona-Fälle in der unter Quarantäne stehenden Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) hat sich auf acht erhöht. Bei der Auswertung der Tests von direkten Kontaktpersonen seien seit dem Vortrag fünf weitere Infektionen hinzugekommen, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier am Freitag mit. Den Betroffenen gehe es soweit gut. Die AfA mit 519 Bewohnern steht wegen der Corona-Infektionen seit Mittwochnachmittag unter Quarantäne. Mittlerweile seien alle Bewohner auf das Coronavirus getestet worden, sagte der Sprecher der ADD. Die Ergebnisse dieser Tests würden in den nächsten Tagen erwartet. Für alle Bewohner gilt ein generelles Ausgehverbot für zwei Wochen. Zudem gibt es einen Aufnahmestopp. (dpa)

Drei von vier Deutschen für stärkere Kontrollen von Corona-Maßnahmen

Drei von vier Deutschen sind der Ansicht, dass die Einhaltung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen stärker kontrolliert werden sollte. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" äußerten 77 Prozent der Befragten diese Auffassung. Eine Mehrheit dafür gibt es unter den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme der AfD, von denen aber auch immerhin 48 Prozent sich für strengere Kontrollen aussprachen. Die bestehenden Schutzmaßnahmen selbst halten der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge 60 Prozent der Befragten "für gerade richtig". 28 Prozent sprachen sich dafür aus, dass diese härter ausfallen sollten, nur zehn Prozent halten die geltenden Maßnahmen für übertrieben. Der Flickenteppich bei den Corona-Vorschriften in Deutschland stößt bei einer klaren Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auf Kritik. 61 Prozent würden bundesweit einheitliche Regeln befürworten. (afp)

Maskenpflicht für Fußgänger in ganz Paris in Kraft

In Paris gilt die Maskenpflicht nun im gesamten Stadtgebiet: Seit Freitagmorgen müssen Fußgänger in der französischen Hauptstadt sowie den drei umliegenden Verwaltungsbezirken einen Mund-Nasen-Schutz im Freien tragen. Radfahrer und Jogger sind dagegen von der Pflicht ausgenommen, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 135 Euro. Frankreichs Premierminister Jean Castex hatte die neue Vorschrift am Donnerstag angekündigt. Die Regierung reagiert damit auf den massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen: Zuletzt wurden in Frankreich mehr als 6000 bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Das ist der höchste Stand seit Ende des Lockdowns am 11. Mai. (afp)

Steuereinnahmen erholen sich vom Corona-Schock

Fünf Monate nach Beginn der Corona-Pandemie erholen sich die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern. Das Statistische Bundesamt hat am Freitag die bereinigten Einnahmen im Juli 2020 mit dem Vorkrisenmonat Februar verglichen. Nach zum Teil zweistelligen Rückgängen im März und April sanken sie um drei Prozent. Im Vergleich zum Juni stiegen die Einnahmen aus Gemeinschaftsteuern im Juli um 25 Prozent. "Allerdings wurde das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht", berichteten die Statistiker. Zu den Gemeinschaftssteuern gehören zum Beispiel Umsatz-, Einkommens-, Lohn- und Körperschaftsteuer. (dpa)

Verunsicherung wegen Corona-Zahlen mindert Kauflaune

Reisewarnungen und die steigenden Corona-Infektionszahlen dämpfen nach Ansicht von Experten die Kauflaune der Verbraucher in Deutschland wieder etwas. «Das hat viele Verbraucher verunsichert», sagte Rolf Bürkl vom Konsumforschungsunternehmen GfK in Nürnberg bei der Vorstellung der Konsumklima-Studie für den Monat August. In den vergangenen drei Monaten hatte sich das Konsumklima vom Schock der Corona-Krise erholt. Eine Trendumkehr sieht Bürkl derzeit aber nicht: «Der Erholungskurs legt eine kleine Pause ein.» Im September liegt das Konsumklima nach den Prognosen der GfK-Forscher bei minus 1,8 Punkten - nach minus 0,2 Punkten im August. Im Frühjahr hatte dieses Barometer noch bei einem historischen Tiefpunkt von rund minus 23 Punkten gelegen. Wie sich das Konsumverhalten in der nächsten Zeit entwickele, hänge stark von den weiteren Infektionszahlen und den Maßnahmen der Politik ab, sagte Bürkl. (dpa)

+++ 27. August +++

Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten

Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt, die bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. (dpa)

RKI erwartet Corona-Impfstoff bis Anfang 2021

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet damit, dass es zum Beginn des kommenden Jahres Impfstoffe gegen das neue Coronavirus gibt. «Nach aktuellem Kenntnisstand wird erwartet, dass bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt und vertrieben werden könnten», heißt es im jüngsten Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag.

Es sei allerdings damit zu rechnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen werde. Deshalb solle die Ständige Impfkommission ein Konzept erarbeiten, wie die dann verfügbaren Bestände mit dem bestmöglichen Nutzen eingesetzt werden könnten. Dieses Prinzip heißt Priorisierung. Dabei seien ethische Aspekte für eine gerechte Verteilung von besonderer Bedeutung. Die Priorisierung solle dafür sorgen, bestmöglich zur Vermeidung von schweren Erkrankungen und Todesfällen beizutragen. (dpa)

Rückkehrer aus Risikogebieten künftig ohne Entschädigung

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es künftig voraussichtlich keine Entschädigung für den Einkommensausfall durch Quarantäne mehr geben. Bund und Länder streben eine kurzfristige entsprechende Rechtsänderung an, wie sie am Donnerstag in einer Schaltkonferenz beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, dies solle aber nur gelten, wenn etwa ein Land bereits zum Reiseantritt zum Risikogebiet erklärt worden war. Merkel rief die Bürger dazu auf, auf Reisen in ausgewiesene Risikogebiete zu verzichten - «wo immer es möglich ist». Die Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten soll künftig frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr entfallen können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten. Kostenlose Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten laufen am 15. September aus. (dpa)

Mindestbußgeld von 50 Euro für Maskenverweigerer

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) hatte in der Diskussion ein Mindestbußgeld abgelehnt und erklärt, er werde die Regelung in seinem Land nicht mitmachen, was er in einer Protokollnotiz festhalten lassen wollte. (dpa)

Keine kostenlose Corona-Tests mehr für Reiserückkehrer

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. (dpa)

Bund will Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verbieten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Ausnahmen könne es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben, wenn sichergestellt sei, dass die Teilnehmer ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. (dpa)

Corona-Proteste - Polizei ändert Zahl der Demonstranten nachträglich

Die Berliner Polizei hat in ihrer Verbots-Verfügung für die Demonstration gegen die Corona-Politik die Teilnehmerzahlen der letzten Demonstration deutlich nach oben korrigiert. Mehrfach nennt die Polizei nun die Zahl von 30.000 Demonstranten am 1. August in Berlin, nachdem damals immer von 20.000 die Rede war. Um die Teilnehmerzahlen hatte es heftigen Streit gegeben, weil die Demonstranten der Polizei vorwarfen, die Zahl aus politischen Gründen zu niedrig anzusetzen. Die Initiative Querdenken veröffentlichte die aktuelle Verfügung der Polizei jetzt auf ihrer Internetseite. (dpa)

Bundesliga drohen Geisterspiele bis Jahresende

Der Fußball-Bundesliga drohen bis zum Jahresende noch Spiele vor leeren Zuschauerrängen. Auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Das steht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. Dieses Verbot würde neben den Profi-Fußballclubs auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen. (dpa)

«Coronavirus-Update» ist zurück - Drosten bekommt Verstärkung

Der preisgekrönte NDR-Podcast «Coronavirus-Update» mit Christian Drosten kommt am Dienstag aus der Sommerpause zurück. «Neu ist: Neben dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, wird auch die Virologin Sandra Ciesek ein regelmäßiger Gesprächsgast des Podcasts sein», teilte der Norddeutsche Rundfunk am Donnerstag mit. Drosten und Ciesek wechselten sich künftig im Gespräch mit NDR-Info-Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig wochenweise ab. Die Virologin und Internistin Ciesek arbeitet an Medikamenten gegen Covid-19: «Da ich mehrere Jahre als Internistin gearbeitet habe, kenne ich auch die praktischen Fragen der klinischen Patientenversorgung. Ich freue mich darauf, eine Brücke zwischen diesen beiden Fachgebieten zu schlagen und so für die Hörer einen Beitrag zum besseren Verständnis rund um Sars-CoV-2 zu leisten.» Am 8. September wird die Professorin für Medizinische Virologie der Goethe-Universität erstmals im Podcast von NDR Info zu hören sein. (dpa)

Corona-Zahlen in Brandenburg leicht gestiegen

In Brandenburg hat sich die Zahl der Corona-Fälle leicht erhöht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 26 neue Infektionen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Am Vortag waren es den Angaben nach zwölf neue Fälle. Die meisten neuen Ansteckungen registrierte mit sieben der Landkreis Teltow-Fläming. In Potsdam wurden von Mittwoch auf Donnerstag vier neue Fälle gemeldet, in Märkisch-Oderland und Potsdam-Mittelmark jeweils drei, in Barnim, Elbe-Elster und Oberhavel jeweils zwei. Jeweils ein neuer Fall wurde im Kreis Dahme-Spreewald, Oder-Spree und Ostprignitz-Ruppin bekannt. Damit stieg die Zahl der Infizierten im Land auf insgesamt 3881. (dpa)

Merkel: Mindestbußgeld von 50 Euro für Verstöße gegen Maskenpflicht

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Öffnungsschritte verzichtet werden. Die Hygiene-Regeln seien unbedingt einzuhalten und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. 

Lufthansa kritisiert Quarantänepläne für Reiserückkehrer

Die Lufthansa fürchtet neue Unsicherheit und Buchungsrückgänge, sollten Corona-Tests für Reiserückkehrer durch eine Quarantänepflicht ersetzt werden. «Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen», sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem «Spiegel». Auch Reisewarnungen führten regelmäßig zu Buchungseinbrüchen. «Deshalb sind wir auch für den September und Oktober nicht mehr so optimistisch, wie wir das noch vor Kurzem waren», so Hohmeister. Der aktuelle Plan der Bundesregierung bringe «nicht mehr Sicherheit, sondern zusätzliche Unsicherheit». Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man die umfangreichen Teststrukturen an Flughäfen nun gefährde. Stattdessen sollten die Tests über den Winter ausgebaut werden. (dpa)

Bund will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken. Bevorzugt sollten diese Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden. In der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag heißt es zudem, bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs sollten künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein. (dpa)

Söder bekräftigt Forderung nach bundesweit einheitlichen Corona-Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Forderung nach bundesweit einheitlichen Corona-Regeln bekräftigt. "Es wäre gut, wenn wir einen Mechanismus haben, der für alle gilt", sagte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" vor den Beratungen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es gebe steigende Infektionszahlen etwa durch Reiserückkehrer und eine "Fülle von Städten, wo wir echte Probleme haben". "Das dürfen wir nicht ignorieren", sagte Söder. Er räumte regionale Unterschiede etwa zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ein, aber ein einheitlicher Mechanismus sei sinnvoll. "Der Regelmechanismus muss sein: Dort wo die Zahlen steigen, müssen die Maßnahmen mehr greifen", sagte Söder. (dpa)

735 aktive Corona-Fälle in Berlin

In Berlin sind 82 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwochabend mit. Insgesamt steigt die Zahl der registrierten Fälle seit Beginn der Pandemie damit auf 10.933. 226 Menschen sind bislang im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben - es ist kein neuer Todesfall hinzugekommen. 9972 Menschen gelten als genesen. Damit verzeichnet Berlin 735 aktive Corona-Fälle. 43 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt, 19 davon liegen auf den Intensivstationen. (BK)

+++ 26. August +++

Reisewarnung für über 160 Länder bis 14. September verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung in Berlin entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen. Im Juni wurden dann die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen. Später kamen noch Teile der Türkei hinzu. Für die anderen mehr als 160 Länder wurde die Reisewarnung zunächst bis zum 31. August verlängert. Jetzt gilt sie bis Mitte September, dann muss neu entschieden werden. (dpa)

1576 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1576 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 1278. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 236.429 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 26.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9280.

Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen Corona verschoben

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Wie ein Sprecher des Weltwirtschaftsforums am Mittwoch mitteilte, wird das traditionell Ende Januar stattfindende Treffen in dem Schweizer Skiort im nächsten Jahr auf den Frühsommer verlegt. Experten hätten zuvor gewarnt, dass ein "sicheres" Treffen im Januar angesichts der Pandemie nicht möglich sei. (afp)

Schweiz meldet so viele neue Corona-Fälle wie seit April nicht mehr

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet wie seit April nicht mehr. Insgesamt waren es Stand Mittwochmorgen in der Schweiz und Liechtenstein zusammen 383 neue Fälle. Gemessen an der Bevölkerung ist das deutlich mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Deutschland hat knapp zehn mal so viele Einwohner wie die Schweiz. Gesundheitsminister Alain Berset hatte schon vergangene Woche davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Er mahnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen umzusetzen: «Es ist nicht einfach, die Abstands- und Quarantäneregeln einzuhalten, aber tun Sie es.» Immer mehr Kantone führen die Maskenpflicht in Geschäften ein. Ab Donnerstag gilt dies auch in Zürich. Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Pandemie gut 40.000 Infektionen gemeldet. Etwas mehr als 1700 Infizierte starben. Knapp 10.000 Menschen befanden sich wegen Kontakten mit Infizierten in Quarantäne oder Isolation, weitere gut 15.000 Menschen waren in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern zurückgekehrt waren. (dpa)

Spahn will Quarantäne-Pflicht stärker kontrollieren

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Kontrolle der Quarantäne-Pflicht nach Einreisen aus einem Risikogebiet verstärken. Es gebe bereits jetzt stichprobenartige Kontrollen. Diese sollen nach Ende der Hauptreisezeit intensiviert werden, so Spahn. Nach jüngsten Plänen von Bund und Ländern soll dann die Testpflicht bei Rückkehrern aus Risikogebieten entfallen. Sie sollen sich stattdessen nach der Rückkehr in Quarantäne begeben und diese frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen. Die soll bei Gesprächen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag beschlossen werden. (AFP)

Zwölf neue Corona-Fälle in Brandenburg

Zwölf weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind in Brandenburg gemeldet worden. Damit haben sich insgesamt 3855 Menschen im Land mit ihm infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Montag auf Dienstag waren es 16 weitere Fälle. Sieben neue Ansteckungen wurden vom Dienstag auf Mittwoch im Landkreis Havelland registriert, drei in Ostprignitz-Ruppin sowie jeweils ein Fall in Barnim und Dahme-Spreewald. Etwa 3489 Menschen gelten als genesen von Covid-19, das sind 18 mehr als am Vortag. Die Zahl der aktiv Infizierten liegt derzeit bei 193. 173 Menschen starben bislang nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Vier Menschen werden gegenwärtig stationär behandelt, jedoch keiner künstlich beatmet. (dpa)

Flughafen und Lufthansa bereit für Verteilung des Corona-Impfstoffs

Der Frankfurter Flughafen wird bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffes eine wichtige Rolle spielen. Bei einem Fachkongress am größten Frachtdrehkreuz Europas zeigten sich der Betreiber Fraport und die dominierende Airline Lufthansa Cargo am Mittwoch einsatzbereit. Besonders wichtig ist bei Medikamenten eine ununterbrochene Kühlkette. Aktuell stehen laut Fraport rund 12.000 Quadratmeter temperaturgeführte Umschlagkapazitäten zur Verfügung, weitere 2000 Quadratmeter seien kurz vor der Inbetriebnahme. Für den Transport über das Vorfeld könnten 20 hochmoderne Thermotransporter eingesetzt werden. Eine Vielzahl von Handlingfirmen erfülle zudem in Frankfurt die entsprechenden internationalen Zertifikate. Im vergangenen Jahr wurde an dem Flughafen rund 120.000 Tonnen Impfstoffe, Arzneimittel und andere Pharma-Produkte umgeschlagen. (dpa)

Söder fordert höhere Strafen und mehr Konsequenz bei Corona-Verstößen

CSU-Chef Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an diesem Donnerstag für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder am Mittwoch nach der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Vorabend in Berlin.  (dpa)

Frankreich schließt örtliche Corona-Lockdowns nicht aus

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen schließt die französische Regierung örtliche Lockdowns für Risikogebiete wie Paris und Marseille nicht aus. Premierminister Jean Castex sagte am Mittwoch im Radiosender France Inter, örtliche Ausgangsbeschränkungen gehörten zu den "Hypothesen", die die Regierung in Betracht ziehe. Sie werde jedoch alles tun, um dies zu vermeiden. Zwischen Mitte März und Mitte Mai galt in ganz Frankreich bereits eine weitgehende Ausgangssperre. Deutschland hatte am Montagabend eine Reisewarnung für Paris, die Côte d'Azur und die Provence ausgesprochen. Die in dem Gebiet liegende Hafenstadt Marseille und der umliegende Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône verschärften daraufhin die Maßnahmen gegen die Pandemie. Unter anderem müssen Bars und Restaurants nun bereits um 23.00 Uhr schließen. (afp)

Immobilienpreise ziehen trotz Corona-Krise weiter an

Trotz Corona-Krise sind die Immobilienpreise in Deutschland im zweiten Quartal weiter gestiegen. Die Preise für Wohnimmobilien lagen von April bis Juni durchschnittlich 5,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch aufgrund einer Schnellschätzung mitteilte. Auch im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres seien die Preise um 1,4 Prozent gestiegen. Die Schnellschätzung sei bereits jetzt veröffentlicht worden, da ein großes Interesse an möglichen Auswirkungen der Pandemie auf den Immobilienmarkt bestanden habe, erklärten das Statische Bundesamt. Regionale Ergebnisse für das zweite Quartal sollen dann wie geplant in rund einem Monat verkündet werden. (afp)

+++ 25. August +++

Forscher: Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff vielleicht noch 2020

Die Zulassung eines britisch-schwedischen Corona-Impfstoffes kann Forschern zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr beantragt werden. Bis dahin könnten genügend Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Mittels vorliegen, berichtete am Dienstag Andrew Pollard von der Universität Oxford dem Sender BBC. Er ist mit einer Forschungsgruppe an der Entwicklung des Vakzins beteiligt. Es handelt sich um ein Mittel des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford, das zum Kreis der erfolgversprechenden Impfstoffkandidaten zählt. Nach einer eventuellen Zulassung müsste der Impfstoff aber erst noch in großen Mengen produziert werden, bis große Bevölkerungsgruppen damit versorgt werden könnten. (dpa)

Bundesregierung warnt vor Reisen nach Paris und an die Côte-d'Azur

Die Bundesregierung hat nun auch für die Region Paris sowie die beliebten französischen Reiseziele Côte d'Azur und Provence eine Reisewarnung ausgesprochen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen werde wegen hoher Corona-Infektionszahlen derzeit gewarnt, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, verteidigte die Entscheidung am Dienstag und machte zugleich Mallorca-Fans Hoffnungen, dass Reisen auf die spanische Ferieninsel bald wieder möglich sein könnten. (afp)

Mecklenburg-Vorpommern lässt Tagestouristen wieder zu

Mecklenburg-Vorpommern lässt auch Tagestouristen wieder ins Land. Das wegen der Corona-Pandemie im März verhängte Einreiseverbot für Kurzbesucher aus anderen Bundesländern soll Mitte kommender Woche aufgehoben werden. Das verlautete am Dienstag aus Teilnehmerkreisen der erweiterten Kabinettssitzung in Schwerin. Zuvor hatten die "Ostsee-Zeitung" und der NDR darüber berichtet. Damit sind auch Tagesausflüge an die Küsten des Landes voraussichtlich vom 3. September an wieder möglich. Bislang drohen widerrechtlich einreisenden Tagesbesuchern Bußgelder von bis zu 2000 Euro. (dpa)

Lufthansa verzichtet bis Jahresende auf Gebühren für Umbuchungen

Die Lufthansa verzichtet in der Corona-Pandemie darauf, von ihren Kunden bei Umbuchungen zusätzliche Gebühren zu verlangen. In sämtlichen Tarifen könnten Tickets bis Jahresende mehrfach gebührenfrei auf ein anderes Datum oder ein anderes Reiseziel umgebucht werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Man komme damit den Kunden bei der flexiblen Reisegestaltung noch weiter entgegen. Bislang war unter dem Eindruck der Pandemie eine einmalige Umbuchung kostenfrei gestellt worden. Die neue Regelung gelte weltweit sowohl bei Kurz-, Mittel- als auch bei Langstrecken für alle Neubuchungen bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels. Nachzahlungen könnten sich erst ergeben, wenn bei dem neuen Flug die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar sei. (dpa)

Zwei Genesene in Benelux-Ländern erneut mit Corona infiziert

Nach einem ersten Fall in Hongkong berichten nun auch Forscher in Belgien und den Niederlanden von Nachweisen einer erneuten Corona-Infektion bei von der Krankheit Genesenen. In den Niederlanden gehe es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, sagte die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, am Dienstagmorgen im niederländischen Radio. Jede Sars-CoV-2-Infektion hat nach ihren Worten einen "einzigartigen genetischen Fingerabdruck". Bei Tests sei bei diesem Patienten festgestellt worden, dass der genetische Code der zweiten Infektion sich deutlich von dem der ersten unterscheide. Das spricht gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion. Einzelheiten zu dem Krankheitsverlauf bei dem Patienten nannte sie nicht Über eine erneute Infektion ist die Virologin nach eigenen Worten nicht überrascht. "Von anderen Infektionen der Atemwege wissen wir, dass man nicht lebenslang geschützt ist, und das erwarten wir auch nicht von Covid-19." Nun müsse untersucht werden, ob es tatsächlich häufiger vorkomme oder ob es um Einzelfälle gehe. (dpa)

Berlins Innensenator warnt vor Instrumentalisierung der Corona-Proteste durch Rechte

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat vor einer Instrumentalisierung der Corona-Proteste durch Rechtsradikale gewarnt. "Hier geht es eindeutig um die Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung", sagte Geisel dem "Tagesspiegel" vom Dienstag. "Es geht längst nicht mehr um Kritik an Entscheidungen, die die Regierung in Pandemiezeiten treffen musste." Gegner der Corona-Politik wollen am Samstag erneut in Berlin auf die Straße gehen. Für eine Großdemonstration unter dem Titel "Versammlung für die Freiheit" wurden nach Polizeiangaben 17.000 Teilnehmer angemeldet. Bei einer anschließenden Kundgebung erwartet die Stuttgarter Initiative Querdenken 711, die bundesweit für die Demonstration mobilisiert, insgesamt 22.500 Teilnehmer. (afp)

16 neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg sind 16 weitere Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das berichtete das Gesundheitsministerium am Dienstag. Von Sonntag zu Montag sei es nur ein neuer Fall gewesen. Insgesamt haben sich damit seit März 3843 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der nachweislich aktiv Infizierten liegt derzeit bei etwa 200. 173 Menschen starben bislang im Land nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3470 Menschen gelten als genesen - nach den Angaben zehn mehr als einen Tag zuvor. Die insgesamt meisten Infizierten in Brandenburg verzeichnet nach wie vor die Landeshauptstadt Potsdam mit insgesamt 689 Personen. Es folgt der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 615. (dpa)

Usain Bolt mit Coronavirus infiziert

Der achtmalige Sprint-Olympiasieger Usain Bolt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte Christopher Tufton, Gesundheitsminister von Jamaika, auf einer Pressekonferenz in Kingston. Mutmaßlich hat sich der elfmalige Weltmeister auf einer Party zu seinem 34. Geburtstag am Freitag vergangener Woche angesteckt. In einem Videoclip, der auf seinem Instagram-Account veröffentlicht wurde, berichtete Bolt, bislang habe er keine Krankheitssymptome: "Ich werde nun in Quarantäne bleiben und meine Freunde informieren, dass sie es auch tun." Zu den Partygästen von Bolt gehörten auch Bayer Leverkusens Bundesligaprofi Leon Bailey sowie Raheem Sterling, der in der Premier League bei Manchester City unter Vertrag steht.

Staatsdefizit im ersten Halbjahr 2020 bei 51,6 Milliarden Euro

Das staatliche Finanzierungsdefizit in Deutschland hat wegen der Coronakrise im ersten Halbjahr 51,6 Milliarden Euro betragen. Zuletzt verzeichnete der Staat im Jahr 2011 nach der Finanzmarktkrise ein Finanzierungsdefizit für die erste Jahreshälfte, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Erstmals seit 2010 sei in diesem Jahr ein Rückgang der Staatseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt worden: Der Einnahmenrückgang betrug demnach 3,6 Prozent, während die Ausgaben sich um 9,3 Prozent erhöhten. (afp)

Nonnemacher für weitere Teilnehmer-Obergrenzen - auch zu Karneval

Infektionszahlen weiter Obergrenzen bei Großveranstaltungen - auch zu Karneval. «Ich spreche mich dafür aus, die Großveranstaltungsverordnung mit bis zu 1000 Personen weiter zu verlängern», sagte Nonnemacher am Dienstag im RBB-Inforadio. Auf die Frage, ob unter diese Regel auch der Karneval in Cottbus fallen sollte, sagte die Ministerin: «Da wird es sicher Beschränkungen weitergeben müssen.» (dpa)

+++ 24. August +++

Arbeitgeber lehnen generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab

Die Arbeitgeber in Deutschland lehnen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Es sei zwar sicherlich empfehlenswert, dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, auch zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, der «Welt». «Generelle Vorschriften halten wir für wenig zielführend», betonte Kampeter. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende erklärt, viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz schon eingeführt. «Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte», hatte sie gesagt.

Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder. Die neuen Bußgelder sollen von Dienstag an gelten. (dpa)

Berlinale 2021 soll trotz Corona stattfinden

Die Berlinale soll im Februar 2021 trotz Corona-Pandemie stattfinden. Geplant sei ein «physisch stattfindendes Festival», teilten die Internationalen Filmfestspiele in Berlin am Montag mit. Dabei solle «die größtmögliche Sicherheit» aller Gäste gewährleistet werden. Die Berlinale (11. bis 21. Februar 2021) zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt.

Die Schauspielpreise sollen künftig nicht mehr an eine «beste Darstellerin» und einen «besten Darsteller» gehen, sondern für die beste Haupt- und Nebenrolle vergeben werden. «Die Auszeichnungen im Schauspielfach nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen, ist ein Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche», teilten die Leiter Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian mit. (dpa)

Corona-Soforthilfen nun auch für kleine und mittlere Kulturbetriebe

Kleine und mittlere Kulturbetriebe ab zwei Beschäftigte können sich jetzt auch um Corona-Soforthilfen aus Mitteln des Berliner Senats bewerben. Der Jahresumsatz der Unternehmen dürfe dabei zehn Millionen Euro nicht überschreiten, teilte die Berliner Kulturverwaltung am Montag mit. Damit könne nun auch die kleinteilige Kulturszene unterstützt werden, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Die Soforthilfe IV 2.0 richtet sich demnach an Kultureinrichtungen und Betriebe mit landesweiter Ausstrahlung. Dazu zählen private Museen, Theater, Musikensembles, Clubs, Festivals, Kinos und Unternehmen aus dem Film- und Videobereich. Die Anträge können ab dem 31. August online gestellt werden und werden von September bis Ende November 2020 gewährt. (dpa)

Scholz gegen Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Der SPD-Kanzlerkandidat sagte am Montag auf NDR Info, "es gibt sehr klare Regeln des Arbeitsschutzes, die längst auf den Weg gebracht worden sind - und zwar zu Beginn der Krise." Diese hätten bereits dafür gesorgt, dass viele Unternehmen konkrete und spezielle Maßnahmen ergriffen hätten. "Ich glaube, dass es Sinn macht, dass wir in Deutschland über die Fragen reden, die wir öffentlich regeln können", fuhrt Scholz fort. Als Beispiel verwies er auf Schutzkonzepte für Schulen sowie den öffentlichen Raum. Grundsätzlich sei die Akzeptanz für die Mund-Nasen-Bedeckung in Deutschland sehr groß. "Das ist eine große Leistung, weil, wenn wir alles kontrollieren müssten - und es nur dann gelten würde -, dann gar nicht hinterher kämen." (afp)

Reiserückkehrer verlieren für Corona-Fälle in Berlin an Bedeutung

Reiserückkehrer spielen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Berlin eine abnehmende Rolle. In den vergangenen Wochen habe der Anteil um 50 Prozent gelegen, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag vor dem Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. «Auffällig ist, dass er auf 34 Prozent runtergegangen ist.» Als möglichen Grund nannte die Senatorin, dass die Schule wieder begonnen habe und die Familien inzwischen in die Stadt zurückgekommen seien. Trotzdem bleibe es wichtig, die Entwicklung zu beobachten. «Reisegeschehen gibt es immer noch.» (dpa)

Verstöße gegen Maskenpflicht - mehr Kontrollen auf Bahnhöfen

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Maskenpflicht auf Innenstadt-Bahnhöfen will die Deutsche Bahn vor allem am Abend ihre Kontrollen verstärken. «Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten», teilte der Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. «Wir erhöhen daher gezielt unsere Präsenz von Sicherheitskräften.» Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. In welchen Städten und Bahnhöfen nun mehr kontrolliert werden soll, wurde nicht mitgeteilt. «Unsere Sicherheitskräfte werden gezielt dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden», hieß es nur. (dpa)

Nur ein bestätigter Corona-Fall in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Brandenburg ist wieder gesunken. Wurden von Samstag zu Sonntag noch neun Ansteckungen gemeldet, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag von nur einer bestätigten Infektion innerhalb eines Tages aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Dort sind insgesamt 286 Fälle registriert. Von Freitag auf Samstag hatten sich 18 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Insgesamt haben sich damit seit März 3827 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der nachweislich aktiv Erkrankten liegt derzeit bei etwa 190. 173 Menschen starben bislang in Brandenburg im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3460 Menschen gelten als genesen - zehn mehr als einen Tag zuvor. (dpa)

Gesundheitssenatorin: Testkapazitäten in Berlin ausgeschöpft

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat eingeräumt, dass die Kapazitäten für Tests auf Covid-19 in Berlin an Grenzen stoßen. Sie seien durch die massiven Testungen der Reiserückkehrenden ausgeschöpft. «Wir sind jetzt bei 93 Prozent», sagte die SPD-Politikerin am Montagvormittag im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Hinzu komme die Information durch die Labore, dass die Knappheit von Verbrauchsmaterialien die Testkapazitäten weiter einschränken werde. In den Ländern sei die Situation unterschiedlich. «Es ist ein Thema, das muss man einfach zur Kenntnis nehmen. Wir werden uns heute in der GMK-Schalte austauschen, wie wir weiter verfahren mit den Reiserückkehrenden.» (dpa)

Tschentscher für einheitliche Obergrenzen bei privaten Feiern

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die erlaubte Personenzahl bei privaten Feiern bundesweit zu vereinheitlichen. «Einheitlichkeit ist deshalb gut, weil es für die Bürgerinnen und Bürger schwierig genug ist, diese verschiedenen Regeln zu verstehen», sagte Tschentscher am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Einheitlichkeit mache die Sache verständlicher, dadurch werde die Einhaltung verbessert, und die Maßnahmen wirkten besser. Auch wenn man manchmal lokal unterschiedlich handeln müsse, verhalte sich das Virus ja überall in Deutschland gleich. «Das heißt, wenn es infektiöse Situationen gibt, zum Beispiel bei privaten Feiern, dann ist das in allen Bundesländern ähnlich.» Er neige zu einer Größenordnung von «50 und nicht viel darüber», sagte Tschentscher. Bei Feiern in angemieteten Räumen, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, dürfen in Hamburg aktuell maximal 50 Menschen zusammenkommen. In Nordrhein-Westfalen sind bei «geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten» drinnen maximal 150 Gäste erlaubt, in Bayern 100. In Berlin sind Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. (dpa)

Minister beraten über Reaktionen auf steigende Corona-Zahlen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Montag in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen auf die Zunahme registrierter Corona-Neuinfektionen. Sie wollen dabei über verschiedene mögliche Maßnahmen sprechen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Morgen aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. Dazu zählen auch eine mögliche erweiterte Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken in Deutschland und eine Anpassung der Strategie für Corona-Tests. (dpa)

+++ 23. August +++

Berlin meldet nur elf neue Corona-Fälle, Warnampeln bleiben grün

Gerade einmal elf neue Corona-Erkrankungen meldet die Gesundheitsverwaltung des Senats am Sonntag. Ob dies allerdings mit einem Rückgang des Infektionsgeschehens in der Hauptstadt zusammenhängt, ist zweifelhaft: Viele Gesundheitsämter melden die Fälle vom Wochenende in der folgenden Woche nach. Dennoch ist positiv festzuhalten: Es gibt offiziell keinen einzigen neuen Corona-Toten in der Hauptstadt - die Gesamtzahl bleibt bei 226. Alle drei Corona-Warnampeln bleiben grün. Die kurzfristig abgesunkene Reproduktionswert "R" nähert sich wieder dem Wert von 1: Die Zahl von 0,96 bedeutet, dass eine erkrankte Person annähernd eine weitere infiziert. (BK)

Siziliens Präsident will Migranten wegen Corona-Risiken ausweisen

Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci will Asylsuchende von der Insel ausweisen - als Grund nennt der Politiker die Sorge vor Corona-Infektionen. Musumeci veröffentlichte am Sonntag ein entsprechendes Dekret auf Facebook. Zunächst war unklar, ob diese drastische Maßnahme überhaupt umgesetzt werden kann. Quellen im italienischen Innenministerium wiesen Musumecis Vorstoß in der Zeitung "Corriere della Sera" zurück: "Die Steuerung der Migrationsströme fällt nicht in die regionale Zuständigkeit, sondern wird durch nationale Gesetze geregelt, so dass es schwer zu verstehen ist, wie Musumecis Dekret funktionieren könnte", zitierte das Blatt.

In dem Dekret heißt es, dass Siziliens Aufnahmezentren für Migranten bis Mitternacht am Montag geräumt und die Menschen an andere Orte in Italien oder Europa verlegt werden sollten. Außerdem untersagt es, neue Migranten auf Sizilien aufzunehmen. Das Dekret gelte bis zum 10. September, hieß es weiter. Empfohlen wurde darin, dass neu ankommende Migranten auf Fähren zur Quarantäne untergebracht werden.

Zuspruch erhielt Musumeci vom Chef der rechten Lega, Matteo Salvini. Das Dekret sei "beispielhaft", twitterte dieser. Kritik kam dagegen von Mitte-links-Politikern. "Die Jagd auf Migranten ist nicht nur barbarisch. Sie schützt Sizilianer auch nicht vor dem Virus und verunsichert und ängstigt in einer Zeit, in der Klarheit und Vorsicht geboten sind", sagte Fausto Raciti von der Demokratischen Partei. In Italien ist die Zahl der Bootsmigranten zuletzt sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwischen dem 1. Januar und dem 21. August 17 264 Bootsmigranten in Italien registriert, 2019 waren es im gleichen Zeitraum noch 4664. (dpa)

33 Corona-Infizierte nach Hochzeit im Kreis Groß-Gerau

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau sind 33 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Personen hätten zum Teil selbstständig einen Test veranlasst, sagte Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt. «Die Testungen wurden in verschiedenen Testzentren oder auch beim Hausarzt durchgeführt. Deshalb dauert es auch unterschiedlich lang, bis die Ergebnisse eintreffen. Die positiven Ergebnisse werden uns umgehend gemeldet», sagte Kepper.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach zweimal gefeiert - einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen. Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt. (dpa)

Polizei löst Party im James-Simon-Park auf

Die Berliner Polizei hat in der Nacht auf Sonntag rund 1000 Menschen aus dem James-Simon-Park in Mitte weggeschickt. Gegen Mitternacht habe es Beschwerden von Anwohnern über Lärm und laute Musik in dem Park an der Spree gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Verstöße gegen die Corona-Regeln seien aber nicht festgestellt worden. Weil die Clubs in Berlin seit Beginn der Pandemie geschlossen sind, treffen sich viele junge Menschen zum Feiern in den Parks der Hauptstadt. Oft wird dabei auch der Mindestabstand von 1,5 Metern ignoriert. (dpa)

Party trotz Corona: 13 Tote in Peru bei Massenflucht vor Polizei

Mindestens 13 Teilnehmer einer unerlaubten Party in Peru sind bei einer Massenpanik auf der Flucht vor der Polizei ums Leben gekommen. Die Sicherheitskräfte waren am Samstagabend (Ortszeit) von Nachbarn zu einem Lokal am Rande der Hauptstadt Lima gerufen worden, weil dort rund 120 Menschen feierten, wie das Innenministerium des südamerikanischen Landes mitteilte. Die Versammlung verstieß demnach gegen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Als die Beamten eintrafen, versuchten die Party-Gäste den Angaben zufolge, durch den einzigen Ausgang zu fliehen. Dabei hätten sie einander überrannt und seien zwischen der Tür und einer Treppe eingequetscht worden. Drei Polizisten und drei Feiernde seien verletzt worden.

Das Ministerium wies Medienberichte zurück, wonach die Polizisten in dem Lokal Tränengas eingesetzt hätten und die Opfer daran erstickt sein sollen. Verantwortlich für die Todesfälle sei eine skrupellose Geschäftsperson. Es werde ermittelt, um die Eigentümer des Lokals und Verantwortlichen für das Unglück zu identifizieren. 23 Personen seien festgenommen worden.

In Peru wurden bislang 585 236 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 27 453 Todesfälle in Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 offiziell registriert. Das sind nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA die sechstmeisten Fälle und neuntmeisten Toten weltweit. Zuletzt wurden die Anti-Corona-Maßnahmen nach Lockerungen und anschließendem Anstieg der Fallzahlen wieder verschärft. Unter anderem sind private Treffen verboten. (dpa)

Fitnessstudios wegen Corona mit deutlich weniger Kunden

Die Fitnessstudios haben in der Coronakrise viele Kunden verloren. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sei die Mitgliederzahl um 15 bis 20 Prozent gesunken, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Gesundheitsstudios Deutschland, Botond Mezey, dem Berliner «Tagesspiegel» (Montag). Die befürchtete Insolvenzwelle sei aber bislang ausgeblieben. «Es sieht derzeit nicht nach einer Pleitewelle aus», sagte Mezey.

Der Verbandschef schätzt, dass rund fünf Studios pro Woche aufgeben müssen. Insgesamt gibt es demnach in Deutschland rund 9700 Fitnessanlagen, 2019 machte die Branche einen Umsatz von 5,51 Milliarden Euro. Wegen Covid-19 waren die Clubs in ganz Deutschland von März bis Mitte Mai geschlossen, in vielen Bundesländern durften die Studios erst im Juni wieder öffnen. (dpa)

782 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Sonntagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 782 Fälle an das RKI übermittelt. An Sonntagen – und auch Montagen – sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt. (dpa)

Bundesländer uneins über Obergrenze für private Feiern

Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Teilnehmergrenze für private Feiern stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern, Geburtstagspartys oder Hochzeiten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab.

Einige Länder, darunter Bayern und Baden-Württemberg, ziehen eine Verschärfung der Auflagen für private Feiern in Erwägung. Bei einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei. (dpa)

Über drei Millionen Corona-Infektionen in Indien seit Pandemiebeginn

(dpa) In Indien hat die Zahl der Corona-Fälle die Marke von drei Millionen überschritten. Dies geht aus Daten der Regierung hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurden. Indien verzeichnet seit fast drei Wochen den weltweit größten täglichen Anstieg von Corona-Fällen. Das Land rangiert an dritter Stelle hinter Brasilien und den USA bei den weltweit höchsten Fallzahlen. Auch Südkorea meldete am Sonntag steigende Infektionszahlen.

Die Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums im Detail: In dem Land mit insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern seien seit Beginn der Pandemie 3 044 940 Infektionen registriert worden. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 69 239 neue Fälle hinzugekommen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich den Angaben zufolge auf 56 706. Rund 2,2 Millionen Menschen seien bisher genesen.

Ärztepräsident fordert breiten Einsatz von Corona-Schnelltests

Angesichts der aktuellen Probleme mit den Corona-Tests in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt einen verstärkten Einsatz von Schnelltests. Außerdem seien die Arztpraxen in der Erkältungs- und Grippezeit absehbar ausgelastet - Corona-Reihentests sollten daher nur noch in ausgelagerten Testzentren oder in eigens darauf spezialisierten Arztpraxen gemacht werden, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Reinhardt forderte «eine Generalüberholung unserer Corona-Teststrategie und geeignete Konzepte für die saisonale Influenza-Impfung». (dpa)

Mehr als 60.000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 60.000 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 644 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Ortszeit) mit. Insgesamt gebe es damit landesweit 60.254 nachgewiesene Todesfälle durch das neuartige Coronavirus.

Der Unterstaatssekretär im Gesundheitsministerium, Hugo López-Gatell, hatte Anfang Juni gesagt, dass es im Falle eines "sehr katastrophalen Szenarios" mehr als 60.000 Tote durch das neuartige Coronavirus in Mexiko geben könne. Zuletzt hatte sich López-Gatell mit Blick auf die Fortschritte bei der Pandemie-Bekämpfung optimistisch geäußert. Am Dienstag erklärte er, die Pandemie befinde sich in einer "Phase des Niedergangs". Experten gehen indes von einer sehr hohen Dunkelziffer bei den Infektions- und Todesfallzahlen aus. Die offiziell gemeldeten Todesfälle seien allesamt nachgewiesene Todesfälle, betonte der Experte Malaquias López. Möglich sei aber, dass viele weitere Todesfälle fälschlicherweise nicht auf das Coronavirus zurückgeführt worden seien. (AFP)

Corona-Kontrollen in Österreich: Massiver Stau an slowenischer Grenze

Wegen verschärfter Corona-Grenzkontrollen in Österreich sind Reisende mehr als 12 Stunden in Slowenien festgesteckt. Vor dem Karawanken-Tunnel kam es nach Angaben slowenischer Medien in der Nacht auf Sonntag zu einem Stau von bis zu zwölf Kilometern Länge. Betroffen waren auch viele deutsche Urlauber auf der Rückreise von Kroatien.

Österreich verschärfte am Samstag wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen. Nun mussten nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, müssen ein Formular ausfüllen und sich registrieren.

Nach Angaben von Reisenden vor Ort begannen österreichische Beamte am Sonntagmorgen, Fahrzeuge durchzuwinken. Die Autoschlange vor der Grenze verkürzte sich auf acht Kilometer und sechs Stunden Wartezeit, berichtete der slowenische Sender RTVSlo. (dpa)

Kurzarbeitergeld soll nach Plänen von Heil bis März 2022 verlängert werden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Krise mit einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis März 2022. Wie die "Bild am Sonntag" aus einem ihr vorliegenden Konzept des Bundesarbeitsministeriums berichtete, soll auch die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes bis dahin fortgesetzt werden. Am Dienstag soll im Koalitionsausschuss über eine Nachjustierung der Corona-Hilfen beraten werden.

Regulär beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, mit Kindern 67 Prozent. Ab dem 4. Monat wird es auf 70 beziehungsweise 77 Prozent erhöht, ab dem 7. Monat auf 80 beziehungsweise 87 Prozent. Die Aufstockung bis 2022 kostet nach Schätzung des Bundesarbeitsministeriums etwa 300 Millionen Euro.

Nach dem Vorschlag des Arbeitsministeriums sollen den Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter bis März 2021 vollständig erstattet werden, ab April 2021 dann nur noch zu 50 Prozent. Um die Qualifizierung der Mitarbeiter während der Kurzarbeit zu fördern, soll der Staat die Sozialversicherungsbeiträge bis März 2022 komplett übernehmen, wenn Unternehmen die Kurzarbeiter weiterbilden. Die Kosten für diese Maßnahme werden auf circa zwei Milliarden Euro geschätzt. (AFP)

+++ 22. August +++

Corona-Verdachtsfall an Bord - Flugzeug hebt mit zwei Stunden Verspätung ab

An Bord einer Lufthansa-Maschine hat es am Frankfurter Flughafen kurz vor dem Start einen Corona-Verdachtsfall gegeben. Wie das Unternehmen auf Anfrage am Samstag mitteilte, verließ die betroffene Person die Maschine. Das Flugzeug sei am Freitag mit zweistündiger Verspätung von Frankfurt aus nach Minsk abgehoben. Es habe keinen direkten Kontakt zwischen der Person und der Crew oder den anderen Passagieren gegeben.

Deshalb und auch aufgrund der Maskenpflicht an Bord habe der Flug "nach Durchführung der vorschriftsmäßigen Hygienemaßnahmen" fortgesetzt werden können, nachdem die Person das Flugzeug verlassen habe, teilte das Unternehmen mit. Die Lufthansa machte am Samstag keine weiteren Angaben zu dem Vorfall. Zuvor hatten "Bild" und "Spiegel" über den Zwischenfall berichtet.

Den Berichten zufolge handelte es sich um eine Frau, die erst an Bord des Flugzeugs, das bereits auf dem Weg zur Rollbahn gewesen sei, per E-Mail von einem positiven Corona-Testergebnis erfahren und das Kabinenpersonal informiert habe. Daraufhin habe der Pilot das Startmanöver gestoppt. Die Frau hatte sich den Berichten zufolge nach einem Urlaub in Kroatien bei ihrer Rückkehr am Flughafen in München testen lassen. Das Gesundheitsamt habe die Frau von der Maschine abgeholt, sie müsse nun in zweiwöchige Quarantäne. (dpa)

62 neue Corona-Fälle in Berlin, Warnampeln weiter auf Grün

In Berlin wurden innerhalb von 24 Stunden 62 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl von 226 Corona-Toten bleibt unverändert. Alle drei Corona-Warnampeln bleiben auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" steht momentan bei 0,8 - das bedeutet, dass eine erkrankte Person im Schnitt weniger als eine weitere ansteckt. (BK)

Drosten: Stoppt die Flughafen-Coronatests

Erst vor wenigen Wochen sind sie an den Start gegangen - jetzt fordert der Berliner Virologe Christian Drosten, kostenlose Corona-Tests an den Flughäfen wieder einzustellen. Grund sei die "weltweite Kontingentierung der zwingend benötigten Reagenzien und Verbrauchsmaterialen" zur Auswertung der Tests, schreibt Drosten in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, aus dem der Tagesspiegel-Checkpoint zitiert. Diese Substanzen gingen zur Neige. Eine Testung von Reiserückkehrern sei "im Umfang der vergangenen Wochen durch die Berliner Labore nicht mehr möglich". Bereits jetzt könne die "Diagnostik im Rahmen der geplanten testung von Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen nicht durchgeführt werden".  (BK)

Gegen Corona-Regeln verstoßen - 50 Bußgelder gegen Polizisten

Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. «Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind», sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr am Freitag in Mainz.

Die Polizisten und Polizistinnen hätten gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstoßen und etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert. Anlass der Feiern während des Lockdowns soll der Beförderungstag der Polizei gewesen sein. Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne. (dpa)

Johns Hopkins: Bereits 800 000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits 800 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Samstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von zweieinhalb Wochen, seit dem 5. August, um 100.000 angestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf 23 Millionen an. Diese Zunahme um gut 24 Prozent in relativ kurzer Zeit zeigt, dass sich die Pandemie in einigen Ländern weiter rasch ausbreitet.

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge bislang gut 5,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 175 000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 3,5 Millionen Infektionen und rund 113 000 Todesfällen. An dritter Stelle kommt Mexiko mit knapp 60.000 Toten, gefolgt von fast 56 000 in Indien.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern und in Peru höher als in den USA. In Brasilien und in den USA starben der Johns Hopkins-Uni zufolge jeweils rund 54 Menschen pro 100 000 Einwohner. In Peru liegt dieser Wert jedoch bei 84, in Großbritannien bei 62, in Italien bei 59 und in Schweden bei 57 - in Deutschland liegt der Wert seit langem unverändert bei 11. Ein Vergleich der Länder wird dadurch erschwert, dass die Teststrategie und die Zahl der durchgeführten Test in einzelnen Ländern teils sehr unterschiedlich ist.

Die Webseite der John Hopkins-Uni wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus. Die WHO sprach am Samstag von weltweit bislang 22,8 Millionen bestätigten Infektionen und 794 000 Todesfällen. Die Corona-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. (dpa)

Helfer mit Symptomen: Corona-Teststation an der A3 vorübergehend geschlossen

Eine Corona-Teststation an der Autobahn 3 beim bayerischen Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen, weil drei Mitarbeiter Symptome gezeigt haben. Es müsse erst der Verdacht auf Infektionskrankheiten abgeklärt werden, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. "Daher konnten die Betroffenen aus Sicherheitsgründen ihren Dienst nicht antreten." 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. "Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen", sagte der Sprecher.

Am frühen Morgen nahm der private Betreiber Eurofins den Betrieb wieder auf. Angesichts des Rückreiseverkehrs am Wochenende sei mit einer hohen Auslastung zu rechnen, betonte das Ministerium. Das Rote Kreuz habe das Testzentrum unabhängig von der kurzzeitigen Schließung um eine zusätzliche Teststraße erweitert.

Die Mitarbeiter von Eurofins warten nun auf das Ergebnis ihres Abstrichs, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Erst am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich ein Mitarbeiter der Teststation Donautal-Ost mit dem Virus infiziert hatte. Mehrere ehrenamtliche Helfer, die mit dem Mann Kontakt hatten, ließen einen Abstrich nehmen und waren vorübergehend in Quarantäne. In Bayern war es vor kurzem bereits zu massiven Problemen bei Corona-Tests gekommen. Insgesamt erfuhren 44.000 Personen ihre Testergebnisse nicht oder nur stark verzögert, darunter auch 949 positiv Getestete. (dpa)

17 neue registrierte Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind weitere 17 nachweislich infizierte Menschen mit dem Coronavirus erfasst worden. Von Donnerstag auf Freitag seien bereits 18 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Stand: 10 Uhr) mit. 3817 laborbestätige Fälle sind den Angaben zufolge jetzt bekannt.

Die Zahl der nachweislich aktiv Erkrankten liegt bei 190 Patienten. In Brandenburg starben bislang 173 Menschen im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3450 Menschen gelten mittlerweile als genesen, genau wie am Vortag. Corona-Hotspot ist nach wie vor die Landeshauptstadt Potsdam mit insgesamt 686 Infektionen (+1) in Brandenburg. Auf dem zweiten Platz ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 611 (+/-0) Infektionen. (dpa)

WHO: Kinder unter fünf Jahren sollten keine Maske tragen

Kinder mit Schutzmasken spielen an einer Straße.
Foto:  Gao Jing/XinHua/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien dazu vorgelegt, ob und wann Kinder und Jugendliche Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion tragen sollten. Demnach empfiehlt die WHO für Jugendliche ab zwölf Jahren das Maskentragen in denselben Situationen wie bei Erwachsenen.

Kinder unter fünf Jahren sollten dagegen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, heißt es in den am Freitag veröffentlichten Richtlinien, welche die WHO in Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erstellt hat. Dies sei im allgemeinen Interesse der Kinder und ihrer Sicherheit, erklärten die Organisationen. Auch für Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsstörungen sollte keine Maskenpflicht gelten, hieß es weiter.

Für Kinder zwischen sechs und elf Jahren sollte ein risikobasierter Ansatz für die Entscheidung zur Verwendung einer Maske angewendet werden, hieß es von der WHO. Berücksichtigt werden sollte dabei, ob sich das Kind in einem schwer von der Pandemie betroffenen Gebiet aufhält und ob es Kontakte zu Risikogruppen hat. Allerdings sollten dann Erwachsene in der Nähe sein, um dem Kind mit dem sicheren Gebrauch der Maske zu helfen.

Noch immer gebe es große Unklarheiten über die Rolle von Kindern bei der Übertragung des neuartigen Coronavirus, heißt es in den Richtlinien. Es gebe eine Reihe von Hinweisen darauf, dass kleine Kinder weniger empfänglich für eine Corona-Infektion seien als Erwachsene und Teenager. (tn)

Kroatien: Sorge im Tourismussektor wegen zunehmender Corona-Fälle

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien trifft den dortigen Tourismussektor schwer. Ausländische Gäste fingen an, das Land zu verlassen oder ihre Reservierungen zu stornieren, berichtete der staatliche Rundfunk HRT am Samstag. Österreich, Italien und Slowenien haben Reisewarnungen für das gesamte Urlaubsland an der Adria verhängt, das Auswärtige Amt in Deutschland warnt vor Reisen in zwei Regionen. Touristen aus diesen vier Ländern machen das Gros der ausländischen Besucher in Kroatien aus.

"Leider sehen wir, dass Gäste abreisen, vor allem aus Deutschland, Österreich, Slowenien und anderen Ländern, die uns auf eine rote Liste gesetzt haben", sagte Filip Kulusic vom Tourismusunternehmen Croatian Adriatic International Club dem Sender. "Die Menschen gehen aus vielen Gründen - Familie, Politik, Arbeit", sagte Kulusic weiter. "Letztendlich wollen sie zu Hause und sicher sein."

Der Tourismus ist eine sehr wichtige Branche in Kroatien: Er macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das Land hatte sich am 1. Juli für Touristen geöffnet und bis zum jüngsten Anstieg bei den Corona-Fällen hohe Besucherzahlen gemeldet. Die Tourismussaison dauert normalerweise bis Oktober. Bei den Bundesbürgern zählt Kroatien zu den beliebten ausländischen Urlaubszielen, mit einem hohen Anteil von Individualreisenden. (dpa)

2000 Corona-Neuinfektionen überschritten – höchster Wert seit April

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Schwelle von 2000 überschritten und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 22.08. 0 Uhr), wie es am Samstagmorgen vom Robert-Koch-Institut (RKI) hieß. Höher lag der Wert zuletzt am 25. April mit 2055 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März, Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg bei den Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens stieg. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000 (übermittelt von 181 Laboren). Die Werte können sich im Zuge von Nachmeldungen noch verändern, zudem können Mehrfachtestungen einzelner Menschen enthalten sein. (dpa)

Forscher befürchten noch mehr Opfer in den USA: 310 000 Corona-Tote

Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15 000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240 000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.

Bislang sind in den USA rund 175 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November. In den USA gibt es bislang rund 5,6 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Täglich wurden zuletzt zwischen 40 000 und 50 000 Neuinfektionen gemeldet. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. (dpa)

Umfrage: Mehrheit ist für Karnevalsabsage

Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (67 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern der kommenden Saison aufgrund der Corona-Pandemie. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnen eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden am Donnerstag fast 1200 Personen. Frauen und Männer sind sich recht einig bei dem Thema, auch wenn bei den Männern mehr die Absage „voll und ganz befürworten“ (50 Prozent) als bei den Frauen (47 Prozent).

Jüngere (18 bis 24 Jahre) befürworten eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern am häufigsten (77 Prozent); die 35- bis 44-Jährigen am seltensten (61 Prozent). Ältere (über 55) sagen dies zu 65 Prozent. Menschen in Westdeutschland, wo sich die traditionellen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz befinden, befürworten eine Absage übrigens häufiger als Ostdeutsche (69 Prozent gegenüber 61 Prozent). (dpa)

Bundesregierung plant digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Die Bundesregierung plant eine digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Urlaubern soll die Einreise erleichtert werden, indem sie sich künftig elektronisch registrieren, berichtete das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ am Sonnabend. Das Bundesinnenministerium hat dafür das Unternehmen Accenture beauftragt, wie aus einer Mail der IT-Firma hervorgeht, die dem Magazin vorliegt. Bislang müssen Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten auf Formularen per Hand Angaben zur Identität, der Reiseroute, Kontaktdaten und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

Die Unterlagen sammelt die jeweilige Fluggesellschaft oder das Busunternehmen ein, leitet sie an das für die Einreise zuständige Gesundheitsamt weiter, das sie wiederum an das Gesundheitsamt am Wohnsitz des Rückkehrers verschickt. Das Ausfüllen per Hand hatte zuletzt in Bayern für Chaos gesorgt: Zwischenzeitlich waren mehr als 40.000 Rückkehrer nicht über ihr Testergebnis informiert worden. (AFP)

RKI: Die meisten Corona-Infektionen passieren im Privaten

Privathaushalte und Altenheime sind laut einer RKI-Untersuchung die Orte der meisten Corona-Übertragungen. Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte – die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt. Die zweitmeisten Corona-Ausbrüche gehen laut Robert-Koch-Institut auf Alten- und Pflegeheime zurück. In diesen Einrichtungen steckten sich bei bei einem Ausbruch aber im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr demnach beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim – im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst.

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge – bislang zumindest – keine Rolle bei den Infektionen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei. (dpa)

+++ 21. August +++

112 weitere Corona-Erkrankte in Berlin, Infektionsgeschehen bleibt erhöht

In Berlin sind innerhalb von 24 Stunden offiziell 112 neue Corona-Fälle gemeldet worden.  Rechnerisch gibt es nach Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats nunmehr 819 aktive Fälle von Covid-19 in der Hauptstadt. Die Zahl von 226 an Corona Verstorbenen hat sich nicht erhöht. Alle drei Corona-Warnampeln stehen weiter auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" steht mit 0,78 deutlich unter 1. Dies bedeutet, dass derzeit eine erkrankte Person weniger als eine weitere infiziert. Dennoch liegt die Inzidenz von Neuinfektionen mit 14,4 je 100.000 Einwohnern auf einem erhöhten Niveau. Steigt diese Zahl auf 20, springt die entsprechende Warnampel auf Gelb, bei 30 auf Rot. (BK)

Brutaler Corona-Streit im Supermarkt: Frau angespuckt, geschlagen und an den Haaren gezogen

Ein Streit über einen nicht eingehaltenen Abstand ist am Donnerstagnachmittag in Charlottenburg eskaliert. Eine 52-Jährige hatte die Polizei alarmiert und angegeben, sie sei mit einer ihr unbekannten Frau in einem Geschäft in der Wilmersdorfer Straße in Streit geraten. Diese habe sie diese im Kassenbereich aufgefordert, den notwendigen Abstand einzuhalten. Die Unbekannte soll daraufhin zunächst verbal aggressiv geworden sein und die 52-Jährige dann im Nachgang vor dem Geschäft angespuckt und geschlagen haben. Die Attackierte war ihrer Peinigerin daraufhin in den nahe gelegenen U-Bahnhof gefolgt und hatte sie abermals angesprochen, woraufhin die Frau ihr an den Haaren gezogen haben soll, bevor sie flüchtete. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung dauern an. (BK)

Gastro-Verband will Heizpilz-Verbot aussetzen - Auch Grüne dafür

Deutsche Gastronomen fordern die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste im Freien bedienen zu können. «Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen», sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem «Tagesspiegel». Wirte, die keine andere Möglichkeit hätten, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen. Als ein Argument dafür gilt, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren können und Abstand gehalten werden kann.

Vielerorts sind die sogenannten Heizpilze aus Umweltschutzgründen verboten. Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Marcel Kling, sagte der Zeitung dazu: «Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen.»

Selbst die Grünen halten eine Ausnahme für vertretbar: «Aus klima- und umweltpolitischen Gründen lehnen wir in Zeiten, in denen man im Restaurant oder Café im Winter ganz normal drinnen sitzen kann, den Betrieb von Heizpilzen im Außenbereich ab», sagte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. «In diesem Winter ist das alles anders und daher wäre ich in dieser speziellen Ausnahmesituation und mit Blick auf den Gesundheitsschutz dafür, Verbote zeitlich befristet auszusetzen.» (dpa)

Labore melden Rückstau bei Auswertung von Corona-Tests

Aufgrund der steigenden Zahl von Corona-Tests und Lieferengpässen wegen der weltweiten Nachfrage könnten die Testkapazitäten in Deutschland schrumpfen. In der vergangenen Woche meldeten 64 Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Corona-Proben, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin schreibt. 41 Labore nannten zudem Lieferschwierigkeiten für Reagenzien.

Unter anderem wegen der begrenzten Haltbarkeit könnten die Labore Verbrauchsmaterialen und Reagenzien nur für kurze Zeiträume bevorraten. "Bei steigender Anzahl durchgeführter Tests und aufgrund von Lieferengpässen bei weltweit steigender Nachfrage können sich die freien Kapazitäten in den nächsten Wochen reduzieren", schreibt das RKI.

Auch die Bearbeitungszeiten verlängerten sich dadurch, was Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die Testpersonen sowie einen "größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt" nach sich ziehen könne. Aus Sicht der Gesundheitsbehörde scheint es daher geboten, den Einsatz der Tests "zu priorisieren". (AFP)

Attila Hildmann: Youtube sperrt Konto des Corona-Verschwörungstheoretikers

Attila Hildmann bei einer Corona-Demo am Berliner Hauptbahnhof am 4. Juli 2020.
Foto:  Imago images/Mike Schmidt

Neuer Ärger für den veganen Koch Attila Hildmann. Das Videoportal Youtube hat den Channel des umstrittenen Corona-Leugners eingeschränkt. Hildmann kann nach eigener Aussage derzeit keine Videos mehr hochladen, zudem seien einige Videos Hildmanns gelöscht worden. Das teilte Hildmann via Telegram mit.

Der Grund für die Account-Einschränkungen ist offenbar ein Video mit dem Titel „Deutschland soll vernichtet werden“. Es verstößt demnach gegen die Richtlinien des Videoportals zu Hassreden. Sollte Hildmann erneut gegen die Richtlinien verstoßen, droht den Regeln von Youtube zufolge eine Sperre von zwei Wochen. Bei einem dritten Verstoß wird sein Konto dann gelöscht.

Bereits vor einiger Zeit wurde der Instagram-Kanal des selbst ernannten Vegan-Papstes aus ähnlichen Gründen gelöscht. (tn)

Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 903 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 168 erneut in Schlesien. Der bisherige Rekordwert wurde am 8. August erfasst, er betrug 843 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe keine großen Epidemieherde, die ihren Einfluss auf die Werte hätten. Vielmehr gebe es eine Häufung von Fällen in zwei Pflegeheimen in Schlesien, in mehreren kleineren Betrieben in Südpolen sowie in der Region um Poznan (Posen) nach Hochzeitsfeiern. Er appellierte an die Bürger, sich auch bei Feiern an die Schutzmaßnahmen zu halten.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 60 281 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1938 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. (dpa)

Irischer Minister besucht Dinner-Party: Rücktritt wegen wegen Corona-Verstoßes

Nach nur fünf Wochen im Amt ist der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary wegen Missachtung der Coronavirus-Maßnahmen zurückgetreten. Er hatte gemeinsam mit etwa 80 Personen an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft teilgenommen. Callearys Besuch der Veranstaltung sei ein Fehler gewesen, sagte der irische Regierungschef Micheál Martin am Freitag in Dublin.

Mehrere andere irische Politiker sollen ebenfalls bei dem Treffen am Mittwochabend in einem Hotel in Clifden im Westen Irlands dabei gewesen sein. Zu den Gästen zählte auch EU-Handelskommissar Philip Hogan. Der 60-Jährige schrieb am Freitag auf Twitter, er habe in dem Verständnis an dem Dinner teilgenommen, dass alle Maßnahmen in Einklang mit den Richtlinien der Regierung stünden. Auch die irischen Quarantäne-Vorschriften habe er im Vorfeld erfüllt. (dpa)

1427 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1427 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen hervor (Datenstand 21.8., 0.00 Uhr). Am Vortag war mit 1707 neuen Nachweisen der höchste Wert seit Ende April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März bis Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Zahlen deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der neuen Nachweise wieder an.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 230 048 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9260. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 205 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 1,04 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,14 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (dpa)

Polizei warnt vor Blanko-Attesten gegen Masken-Pflicht

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass ein selbstausgefülltes Attest aus dem Internet nicht von der Pflicht befreit, an Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Immer wieder legten Menschen bei Verstößen Online-Atteste vor, die sie angeblich von der Pflicht befreiten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, teilte die Bundespolizeiinspektion Münster am Donnerstag mit.

Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien. (dpa)

Wirtschaft: Zweiter Corona-Lockdown muss unbedingt verhindert werden

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen warnt die deutsche Wirtschaft vor einem zweiten flächendeckenden Lockdown. Eine solche Maßnahme wäre verheerend, die deutsche Wirtschaft wäre "für Jahre, vielleicht sogar ein Jahrzehnt schwer geschädigt", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem Magazin "Focus". Die aktuelle Lage sei ohnehin schon extrem herausfordernd. 80 Prozent der Unternehmen erwarteten für das Gesamtjahr sinkende Umsätze: "40 Prozent haben schwere Liquiditätsprobleme, und jede zehnte Firma hält sich sogar für insolvenzgefährdet."

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnte, ein erneutes Herunterfahren von öffentlichem Leben und Geschäftsleben wie im Frühjahr würde erheblich größere Schäden in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zur Folge haben als beim ersten Mal. Viele Betriebe hätten ihre finanziellen Reserven aufgebraucht und müssten bei einem zweiten Lockdown die "Hände heben", heißt es in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. Dieses wird in der kommenden "Focus"-Ausgabe veröffentlicht und lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Ein "überzogener Infektionsschutz" dürfe nicht wieder Vorrang vor dem Schutz von Wirtschaft und Wohlstand haben. (dpa)

Corona-Zahlen steigen: Marokko riegelt mehrere Großstadt-Viertel ab

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen will Marokko einige Großstädte erneut weitgehend abriegeln. Von Freitag an würden Bezirke der Städte Casablanca, Marrakesch und Beni Mellal gesperrt, teilte die Regierung am Donnerstag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur MAP mit. Nur noch im Notfall dürfen Menschen ihren Wohnort verlassen. Zudem sollen Strände und Parks geschlossen bleiben. Die Übertragung von Fußballspielen in Cafés werde eingestellt. Auch nächtliche Ausgangssperren sind möglich.

Bereits im Juli war es zur Abriegelung mehrerer großer Städte in dem nordafrikanischen Land gekommen. In Marokko wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 46 313 Corona-Infektionen registriert, darunter 743 Todesfälle. Am Donnerstag verzeichnete das Land 1325 neue Infektionen. (dpa)

Epidemiologe: Keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. «Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen», sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. «Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.»

Dabei gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. «Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind», sagte Scholz, der an der Universität Leipzig forscht. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen. (dpa)