Jessica Johnson mit ihrer Familie. Sohn George (ohne Pixel) hat sie 16.000 Dollar gekostet. Foto: Facebook/Jessica Johnson

Als sie im August eine Kreditkartenabrechnung über 16.293 Dollar bekam, meldete Jessica Johnson sofort die Summe als Betrug an. Denn sie hatte keine Ausgaben betätigt. Jetzt stellte sich heraus: Der „Täter“ war ihr sechsjähriger Sohn, der auf ihrem iPad gespielt hatte.

Die Immobilienmaklerin und ihr Ehemann hatten wegen der Corona-Pandemie von zuhause gearbeitet. Um ihren Sohn George während der Sommerferien zu beschäftigen, gab die Mutter ihm ihr iPad zum Videogame spielen. Nur dass sie keine Kindersicherung angeschaltet hatte, die Bestellungen über Apple Pay ohne Passwort sperrt. So bestellte der Erstklässler fleißig Goldmünzen für sein Lieblingsspiel „Strike Force“ – für 100 Dollar pro Truhe. Und das mehrmals täglich fast 8 Wochen lang.

Johnson in der „New York Post“: „Er ist von diesem Spiel süchtig geworden. Wie auf Kokain hat er mehr und mehr bestellt, weil er unbedingt weiterspielen wollte.“ Als die 41-Jährige die Abrechnung sah, machte sie sich erst gar keine Gedanken: „Ich war mir sicher, gehackt worden zu sein und habe Einspruch bei meiner Bank erhoben.“ Deren Ermittlungen ergaben dann zwei Monate später im Oktober, dass die Belastungen vom iPad der Kundin gekommen und an das „Strike Force“-Spiel gegangen war.

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Die entsetzte Mutter stellte ihren Sohn zur Rede: „Er hat das sofort zugegeben und natürlich keine Ahnung von den Ausmaßen gehabt. Er meinte, dass er mir das von seinem Taschengeld zurückzahlen will.“ Der Verlust schmerzt die Familie um so mehr, weil Johnson und ihr Mann wegen Corona nur einen Bruchteil ihres Einkommens hatten. Jessica Johnson ist wütend und traurig zugleich: „Apple hätte es doch auffallen müssen, dass etwas nicht stimmen kann. Doch sie haben nichts unternommen und weigern sich jetzt, das Geld zu erstatten, weil man nur innerhalb von 60 Tagen Einspruch erheben kann. Wir haben jetzt so starke Finanzsorgen, dass ich nicht mal weiß, ob wir uns Weihnachtsgeschenke leisten können!“

Johnson will mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit andere Eltern vor ihrem Schicksal warnen: „Schaltet die Kindersicherung ein, bevor ihr euren Kids ein iPad oder iPhone zum Spielen gibt.“