Juan Carlos ist untergetaucht. Foto: dpa/Francisco Flores Seguel

Spaniens Ex-König Juan Carlos ist im Exil, das weiß man. Er lässt es sich dort wahrscheinlich bei tropischen Temperaturen gut gehen, das ahnt man, doch wo er ist, darüber zerbrechen sich Fans und Feinde der spanischen Monarchie seit Tagen die Köpfe. Galt zunächst das Casa-de-Campo-Ressort in der Dominikanischen Republik als wahrscheinlichste Residenz des 82-Jährigen. Doch die spanische Zeitung „ABC“ berichtet nun: Juan Carlos sei in Abu Dhabi.

Ein luxuriöser Privatjet, der am vergangenen Sonntag in Paris startete, soll Juan Carlos nach Abu Dhabi gebracht haben. Wie die Zeitung berichtet, stiegen der Ex-König sowie vier Wachleute am Montag um 10 Uhr in der nordspanischen Stadt Vigo zu. Rund sieben Stunden später sei er auch dem Al-Bateen-Airport gelandet, auf dem ausschließlich Privatflüge verkehren.

In diesem märchenhaften Protzpalast soll Juan Carlos derzeit residieren. Foto: Imago-Images/Issam Madkouk

Mit dem Hubschrauber soll die Reise weiter ins Emirates Palace Hotel von Abu Dhabi gegangen sein. In dem Luxus-Hotel mit Privatstrand soll Juan Carlos in einer der sechs Präsidentensuiten residieren. Kostenpunkt: 11.000 Euro pro Nacht. Etwa gegen 18 Uhr – als der spanische Zarzuela-Palast mitteilte, dass Juan Carlos ins Ausland gehen werde, checkte er in seinem Luxus-Hotel ein, schrieb „ABC“.

In Abu Dhabi soll Juan Carlos vor Paparazzi sicher sein. Die Gesetze des Landes sind sehr streng mit Fotografen. Doch nicht nur deshalb soll der Ex-Monarch diesen Ort gewählt haben. Denn er soll bereits mehrfach in diesem Hotel residiert haben. Zudem soll ihn eine freundschaftliche Beziehung zu Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Kronprinzen von Abu Dhabi verbinden.

In Valencia hat der Street-Art-Künstler El Primo de Banksy (zu Deutsch: der Cousin von Banksy) einen flüchtenden Juan Carlos an die Wand gesprüht. Foto: AFP/Jose Jordan

Juan Carlos, der in den 1970er- und 80er-Jahren die Demokratisierung Spaniens unterstützte, war durch viele Skandale in Ungnade gefallen. Bereits 2014 dankte er zugunsten seines Sohnes Felipe ab, nachdem bekannt geworden war, dass er mit einer mutmaßlichen Geliebten zusammen auf Elefantenjagd in Botswana gewesen war. Inzwischen kamen zahlreiche Vorwürfe hinzu: Korruption, Geldwäsche, Offshore-Firmen. Die spanische Justiz prüft eine Schmiergeldzahlung von rund 90 Millionen Euro. Doch das ist für Juan Carlos derzeit ganz weit weg. Egal ob in Abu Dhabi oder der Dominikanischen Republik.