Boris Becker (54) vor dem Gericht mit seiner Lebensgefährtin Lilian De Carvalho Monteiro und Sohn Elias dpa/Tayfun Salci

Die Beratungen der Jury im Londoner Strafprozess gegen Boris Becker ziehen sich in den dritten Tag. Erneut hat sich die Jury am Donnerstag nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen können. Am Freitag müssen sich die elf Geschworenen erneut im Southwark Crown Court einfinden, um darüber zu diskutieren, ob sie den Ex-Tennisprofi in den 24 Anklagepunkten für schuldig befinden oder freisprechen wollen.

Dem Sport-Idol droht also weiter der Absturz. Boris Becker muss um seine Freiheit zittern. Offenbar könnte er tatsächlich in den Knast wandern.

Eine Entscheidung im Prozess gegen das Tennis-Idol rückt näher. Für Boris Becker muss das Warten schwer erträglich sein.

14 von 24 Anklagepunkten hätten die Geschworenen schon am Mittwoch behandelt, hieß es. Da nur zehn fehlten, galt ein Urteil am Donnerstag als wahrscheinlich. Aber es kam anders.

Wie lange das noch so weitergeht, ist nicht absehbar. Die Jury unterliegt keinem Zeitlimit. Erst nach deren Entscheidung würde die Richterin dann ein mögliches Strafmaß festlegen.

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Hat Becker seine wahren Besitzstände verschleiert?

Der Ausgang des Prozesses gilt unter Beobachtern als völlig offen. Dem 54-Jährigen, der in seiner Sportlerkarriere unter anderem sechs Grand-Slam-Turniere gewann, wird mangelnde Kooperation in seinem Insolvenzverfahren vorgeworfen. Staatsanwältin Rebecca Chalkley unterstellte dem Wahl-Londoner, absichtlich seine wahren Besitzstände verschleiert zu haben, nachdem er 2017 von einem Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden war. Darunter Immobilien, Bankkonten und Tennis-Trophäen.

Bei einer Verurteilung drohen dem einstigen Tennisprofi bis zu sieben Jahre Haft. Becker, der vor Gericht von seiner Lebensgefährtin Lilian und seinem Sohn Noah (28) begleitet wurde, weist die Vorwürfe zurück. Im Nadelstreifenanzug verfolgte er aus einem Glaskasten innerhalb des Gerichtssaals das Geschehen des letzten Prozesstages am Mittwoch.

Boris Becker war die Nervosität anzumerken. IMAGO/Martyn Wheatley/i-Images

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Becker könnte noch im Gericht festgenommen werden

Dabei hatte die als knallhart geltende Richterin Deborah Taylor das Verfahren noch einmal zusammengefasst und das Wort an die Geschworenen gerichtet: „Sie müssen bedenken, was für ein Leben Herr Becker führte“, sagte sie laut anwesenden Reportern. Und fügte dann hinzu: „Er sagt, er hat Dokumente unterschrieben, aber nie gelesen.“

Becker und seine Anwälte müssen nun jeden Tag zu den Öffnungszeiten des Gerichts darauf warten, dass die Jury sich zur Verkündung ihrer Entscheidung zurückmeldet. Im für ihn schlimmsten Fall könnte er direkt im Anschluss an den Jury-Spruch in Gewahrsam genommen werden.

In London wird bereits darüber spekuliert, dass Boris Becker im Gefängnis Wandsworth im Süden der Stadt (Bezirk London Borough of Wandsworth) einsitzen könnte.

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