Schon seit längerem gibt es die Afrikanische Schweinepest im Nachbarland Polen – und jetzt auch in Brandenburg. Foto: imago images/Martin Wagner

Am Mittwoch wurde ein amtlicher Verdacht der Afrikanischen Schweinepest bei einem Wildschwein-Kadaver in Südbrandenburg festgestellt. Das Landeslabor hatte die bei jedem Todfund eines Schweines vorgeschriebene Probe untersucht und die Afrikanische Schweinepest festgestellt. Daraufhin ist ein zweiter Labortest nötig. Der war ebenfalls positiv. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstagvormittag in Berlin. „Wir sind lange davon verschont geblieben.“ Nun sei die Krankheit auch in Deutschland. Es sei bislang aber nur ein Fall bei einem Wildschwein bekannt.

Der Kadaver des toten Schweins wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße gefunden. Die zweite Untersuchung der Probe des Kadavers erfolgte im Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor. Dort ging die Probe am Mittwoch ein und wurde über Nacht virologisch untersucht.

Die heimische Schweinepest gilt als vergleichsweise unproblematisch für Tiere. Doch die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochgefährliche Tierseuche, die für fast alle befallenen Schweine tödlich endet. Deshalb wird sie auch als „Ebola für Schweine“ bezeichnet. Allerdings ist sie für Menschen nicht gefährlich. Aber es besteht die Gefahr, dass die Krankheit in Ställe gelangen könnte und damit die Fleischindustrie schwer treffen könnte.

Der Bauernbund Brandenburg, der zur bundesweiten Organisation Freie Bauern gehört, ruft zu Besonnenheit im Umgang mit der Seuche auf. „Ein Wildschwein ist kein Hausschwein“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Kiesel, ein Ackerbauer aus Barsikow im Ruppiner Land. „Unsere Hausschweine-Bestände werden zu 99 Prozent in gut geschützten Ställen gehalten, und selbst wenn der Virus durch Unachtsamkeit eingeschleppt würde, kann er mit den normalen Methoden der Seuchenbekämpfung wirksam eingedämmt werden.“

Der Bauernverband fordert, dass nun der Jagddruck auf Wildschweine in der betroffenen Region massiv erhöht wird. Für überzogen hält Kiesel dagegen Überlegungen, im Umkreis des Wildschweinfundes Ackerfrüchte nicht mehr abzuernten und zu vernichten: „Das hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Alle Maßnahmen sollten darauf ausgerichtet sein, den volkswirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten.“