Jendik Sigwart und Maren Kroymann haben eine offenen Brief unterzeichnet, der für gerechtere Verteilung von Vermögen wirbt. Imago/Future Image

Wieder wenden sich zahlreiche bekannte Gesichter an die Öffentlichkeit, doch diesmal wiederholen sie keine Querdenker-Parolen, sondern haben einen echten Vorschlag für mehr Gerechtigkeit: Über 100 Künstler, Wissenschaftler und zivilgesellschaftliche Organisationen haben angesichts der Corona-Pandemie in einem offenen Brief an die Bundesregierung eine stärkere Besteuerung von Reichtum und mehr Verteilungsgerechtigkeit gefordert.

„Die Krise verschärft die soziale Spaltung und droht den Verschleiß der sozialen Infrastruktur zu beschleunigen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, der Berliner taz. „Es wäre verantwortungslos, den Reichtum unserer Gesellschaft jetzt nicht für den sozialen Zusammenhalt einzusetzen.“

„Wer hat, der gibt“: Maren Kroymann, Jendrik Sigwart und El Hotzo sind dabei

Prominente wie der Schriftsteller Christoph Hein, die Sängerin Annette Humpe oder die Schauspielerin Maren Kroymann, der deutsche ESC-Kandidat Jendrik Sigwart, die Autorin Şeyda Kurt, Sozialwissenschaftlerin und Rapperin Dr. Reyhan Şahin, Internet-Phänomen Sebastian Hotz (El Hotzo), der bekannte Koch Ole Plogstedtaber auch Organisationen wie Oxfam und Attac gehören zu den Unterzeichnern. Angesichts der Corona-Pandemie und sozio-ökologischer Herausforderungen müssten große Erbschaften und Schenkungen effektiv besteuert und eine Vermögenssteuer mit einem hohen Steuersatz und einem ausreichenden Freibetrag eingeführt werden, forderten die Unterzeichner. Außerdem warnten sie vor einer Kürzung öffentlicher und sozialer Ausgaben.

Initiiert wurde der Brief laut Berichterstattung der taz von dem Bündnis „Wer hat, der gibt“. Merkels Ablehnung einer Vermögensabgabe zur Finanzierung der Kosten der Corona-Pandemie habe "uns bestürzt", heißt es in dem Brief. Die 45 reichsten Haushalte in Deutschland besäßen mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung.

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Diese Ungleichheit habe sich durch die Krise weiter verstärkt. "Hyperreiche sind noch wohlhabender geworden, während die finanzielle und soziale Not von finanzschwachen Gruppen sich voraussichtlich weiter vergrößern wird", heißt es demnach in dem Schreiben. Die Initiative hat auch eine Petition ins Leben gerufen. Bis zum Donnerstagmorgen kamen rund 29.000 Unterschriften zusammen.