Auf einer Süßwarenmesse präsentierte ein Hersteller "Juwelen" aus Ruby-Schokolade. dpa/Henning Kaiser 

Ist sie Ihnen auch schon aufgefallen? Diese rosafarbene Schokolade im Supermarktregal. Sie sieht ganz anders aus als ihre Verwandten. Und doch wird Ruby aus Kakao-Bohnen hergestellt. Sie wachsen rötlich zwischen den grünen Bohnen.

Sie sieht aus wie eine rosarote Wolke – ist aber in Wirklichkeit kein künstliches Produkt: Ruby-Schokolade hat sich neben dunkler, Milch- und weißer Schokolade als vierte Sorte im Sortiment dazugesellt. Sie wird aus rötlichen Ruby-Kakaobohnen hergestellt, klärt die Zeitschrift Lebensmittelpraxis auf.

Reine Ruby-Kakaobäume gibt es den Experten zufolge aber nicht. Stattdessen tragen manche Kakaobäume in Anbaugebieten wie Brasilien, Ecuador und der Elfenbeinküste auf natürliche Weise zwischen lauter grünen Bohnen vereinzelt Früchte mit rötlichen Ruby-Kakaobohnen. Sie werden bei der Ernte von herkömmlichen Kakaobohnen getrennt und separat verarbeitet.

Ruby-Bohnen werden nicht fermentiert oder geröstet 

Die rötliche Laune der Natur werde dabei nicht, wie bei der Schokoladenherstellung üblich, nach der Ernte fermentiert oder geröstet. Dadurch behalten die Ruby-Bohnen ihre rötliche Farbe und benötigen bei der Herstellung keine Farb- und Aromastoffe.

Ruby Schokolade schmeckt weniger nach Schokolade, sondern hat einen intensiven Fruchtgeschmack mit leicht säuerlichen Noten, beschreiben die Lebensmittelexperten das Aroma. Verbraucherschützer der Stiftung Warentest haben allerdings ermittelt, dass der Zuckergehalt bei Ruby-Produkten weniger rosarot ist: Er liege um die 50 Prozent. Zum Vergleich: Bei Bitterschokolade seien es im Schnitt um die 28 Prozent.