Lava geht vom isländischen Vulkan Fagradalsfjall ab. Foto: AFP

Zum Glück ist Fliegen angesichts der Corona-Pandemie gerade ohnehin nicht sonderlich beliebt, möchte man denken, wenn man die Worte Island, Vulkan und Ausbruch hört. Doch eine große Aschewolke, die über ganz Europa zieht, hat der Ausbruch des Vulkans Fagradalsfjall bisher ohnehin nicht gebracht. Dafür ergoss sich ein großer Lavastrom vom Vulkan herab. Auf Island selbst fürchtet man indes schädliche Gase.

Der Vulkan Fagradalsfjall liegt auf der Halbinsel Reykjanes, rund 40 Kilometer von der isländischen Hauptstadt Reykjavik entfernt. In der Nähe befindet sich der internationale Flughafen Keflavik und der kleine Fischereihafen Grindavik. In der Nacht war ein rotes Himmelsleuchten zu beobachten. Die Behörden riefen die Öffentlichkeit auf, sich von dem Gebiet fernzuhalten und teilten auf Twitter mit: „Die Eruption in Fagradalsfjall hat begonnen.“

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Ein Lavastrom ergoss sich aus einem Bodenriss in Geldingadalur in der Nähe des Berges Fagradalsfjall, wie auf Video-Aufnahmen der Küstenwache zu sehen war. Die Straße von Reykjavik zum Flughafen war am Freitag zeitweise gesperrt. Da das Gebiet rund um den aktuellen Vulkanausbruch unbewohnt ist, droht für die Bevölkerung nach Behördenangaben jedoch keine unmittelbare Gefahr. Die Lava habe sich nur auf einem Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer ausgebreitet, teilte der Wetterdienst IMO mit.

Der Himmel über dem Vulkan leuchtet rot. Foto: AFP/Halldor Kolbeins

Die Polizei ordnete für Einwohner, die östlich des Vulkanausbruchs leben, an, alle Fenster zu schließen und die Gebäude nicht zu verlassen. Das wurde mit möglichen Schwefeldioxid-Emissionen aus dem Vulkanausbruch begründet, die gesundheitsgefährdend, wenn nicht lebensgefährlich sein könnten.

Das betroffene Vulkansystem Krýsuvík war nach Behördenangaben in den vergangenen 900 Jahren inaktiv. Die Region steht jedoch seit einigen Wochen unter verstärkter Beobachtung, nachdem Ende Februar ein Erdbeben der Stärke 5,7 in der Nähe des Berges Keilir registriert worden war. In der Folge kam es zu einer ganzen Serie kleinerer Erschütterungen. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Erdbeben gemessen, die höchste Zahl seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen 1991.

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Island hat 32 aktive Vulkansysteme, im Schnitt kommt ereignet sich alle fünf Jahre ein Ausbruch. Im April 2010 hatte die Eruption des kleineren Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden damals gestrichen, gut zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.