Die Geister-Lokomotive raste auf den Bahnhof Freilassing zu.
Die Geister-Lokomotive raste auf den Bahnhof Freilassing zu. Markus Leitner/Bayerisches Rotes

Gegen 3 Uhr morgens ging am Freitag die irre Nachricht bei Bundespolizei und Feuerwehr ein: Eine Lok brennt! Doch dem nicht genug. Als die Rettungskräfte am Brandort eintreffen und mit dem Löschen beginnen bewegt sich die brennende Werkstatt-Lok, droht sogar in bewohntes Gebiet zu fahren! Nur das beherzte Eingreifen der Rettungskräfte verhindert eine Katastrophe!

Die Diesel-Lok war zuvor aus bisher unbekannter Ursache in Brand geraten. Die zwei Lokführer konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Doch die Lok war nicht festgesetzt. Auf dem leicht abschüssigen Gelände nahm sie schnell Fahrt auf, raste mit hoher Geschwindigkeit in Richtung des Bahnhofs Freilassing!

Auch eine Kamera filmt die brennende Geisterlok. Mit hoher Geschwindigkeit rast sie durch ein Weichensystem!

Bahn stoppt brennende Geister-Lok durch geschickte Weichenstellung

Die Feuerwehr konnte dem brennenden Geisterzug nur hinterherfahren. „Wir haben tatsächlich gesagt, jetzt fehlt nur noch der Bruce Willis, der hinten rausspringt und die Lok dann aufhält. So etwas habe ich auch noch nicht gesehen“, so der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Freilassing, Rochus Häuslman gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. 

Glück im Angesicht der Katastrophe: Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn ist im Dienst. Durch geschickte Weichenstellung leitet er das Feuer-Monster auf ein Nebengleis. Dort prallt es gegen einen Prellbock und entgleist mit einigen Rädern, bleibt aber stehen. Endstation! Mit Mühe und Not kann die Feuerwehr die Lok zwischen den dortigen Lärmschutzwänden löschen. 

Die Bahnstrecke München-Salzburg blieb zunächst gesperrt. Nun ermittelt die Bundespolizei nach der Brandursache. Verletzt wurde zum Glück niemand.