Dass verlorene Eheringe an ungewöhnlichen Orten wieder auftauchen, solche Geschichten hört man öfter. Diese Story hier ist aber eine kleine Sensation.
Im vergangenen November hatte Landwirt Johannes Brandhuber aus Simbach bei Landau bei Stallarbeiten seinen Ehering verloren. Nach der Fütterung der Kühe bemerkte der junge Bauer, dass er nicht mehr am Ringfinger steckte. Der 32-Jährige suchte den ganzen Stall aus, durchwühlte das Futter, sogar ein Metalldetektor kam zum Einsatz. Der Ring blieb verschwunden.
Seine Frau, mit der er seit zwei Jahren standesamtlich verheiratet ist, habe verständnisvoll reagiert, sagte der Landwirt dem Portal BR24. „Sie hat es jetzt nicht so schlimm gefunden. Sie hat gesagt, kann passieren. Aber ist natürlich eine blöde Situation.“ Im Juni steht bei den Brandhubers nämlich noch die kirchliche Hochzeit an. Also kaufte er einen neuen Ring.
Rund vier Monate später kam ein Anruf vom Metzger Josef Steinleitner in Vilshofen an der Donau: Ein Mitarbeiter hatte im Bauch einer Kuh den goldenen Ring gefunden. Der war nach der langen Zeit in den vier Mägen des Rindviehs ganz blank gescheuert. Nur mit Mühe konnte Metzger Steinleitner bei dem Fund überhaupt die Initialen erkennen – und dachte zuerst, es sei der Ring von Brandhubers Vater. Doch der sagt: „Der ist von meinem Buam.“
„Ich hab’ so was noch nie erlebt. Das ist einzigartig“
„Ich hab’ so was noch nie erlebt. Das ist einzigartig“, sagt Metzger Steinleitner (59), seit über 40 Jahren im Job und Chef des rund 135 Jahre alten Familienbetriebs. Funktioniert habe das kleine Wunder nur, weil hier nach dem Schlachten noch von Hand gearbeitet werde. Der Mitarbeiter haben den Pansen geleert – der Inhalt sei Dünger – und dabei das golden funkelnde Stück entdeckt.
„Herzal“ (bairisch: Herzerl als Koseform für Herzchen) hieß die Kuh, die den Ehering verschlungen hatte. Wahrscheinlich beim Füttern mit Hafersilage hatte sie Bauer Brandhuber mit ihrer rauen Zunge den Ehering vom Finger gestreift und hungrig mit der Silage verschluckt.
„Es ist ein glücklicher Zufall, so ein kleines Ding zu finden.“ In einem Großbetrieb hätte die Chance wahrscheinlich bei null gelegen, sagt Steinleitner. Funde von Metallteilen oder anderem Müll im Pansen von Kühen gebe es immer wieder einmal: Etwa Schrauben und Muttern von der Wiese rutschten beim schnellen Fressen schon mal durch den breiten Schlund.

