Im Golf von Mexiko hat es in einer Gaspipeline angefangen zu brennen. Twitter/Manuel Lopez San Martin

Der Anblick ist blanker Wahnsinn. Mitten im Meer liegt eine ultraheiße Feuerkugel. Das Wasser rund um den Brandball herum verdunstet und mehrere Feuerwehrschiffe versuchen, die Kugel so klein wie möglich zu halten, doch es wirkt, als kämpften sie gegen Windmühlen. Dieses Schauspiel ereignete sich kurz vor dem Wochenende im Golf von Mexiko.

Gaspipeline reißt im Golf von Mexiko

Eine Gaspipeline des Betreibers Pemex war gerissen und sorgte so für den Gasaustritt mit dem spektakulären Feuer. Acht Stunden lang brannte das Meer im Golf von Mexiko, ehe der Pipeline-Betreiber das Gasleck in 78 Metern Tiefe unter Kontrolle brachte und die Verbindungsventile schloss. Taucher seien in die Tiefe geschickt worden, um das Leck zu reparieren.

Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, was genau zu dem Feuer geführt hatte. Wahrscheinlich ist jedoch, dass es entstand, weil Kohlenwasserstoff aus der Gaspipeline entwich, an die Meeresoberfläche stieg und dort beim ersten Kontakt mit dem Sauerstoff, sofort zu Brennen begann. Daher sah es aus, als schössen immer wieder feurige Gasbälle vom Meeresboden an die Wasseroberfläche. Die Folge war die Gleiche: Der Golf von Mexiko wurde zu einer gespenstischen Weltuntergangskulisse.

Unglück ereignete sich 400 Meter von einer Ölplattform entfernt

Menschenleben forderte der erneute Unfall mit fossilen Brennstoffen im Golf von Mexiko nicht. Doch es hätte auch ganz anders kommen können. Das Feuer entzündete sich nämlich nur rund 400 Meter von der Ölplattform „Ku-Charly“ des mexikanischen Gas-Riesen Pemex, der auch die Pipeline betreibt. Mehrere Feuerwehrschiffe waren vor Ort – vor allem, um das Feuer von der Plattform fernzuhalten. Die Plattform fördert nach Angaben des Unternehmens täglich 640.000 Tonnen Öl.

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Es ist nicht der erste dramatische Unfall mit fossilen Brennstoffen im Golf von Mexiko. Vor gut zehn Jahren machte die Explosion der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ weltweite Schlagzeilen. Damals verendeten Hunderttausende Tiere und mehr als 1000 Kilometer Küste wurden verschmutzt. Nach ersten Angaben hinterließ der Meeresbrand, der durchaus auch einige Tiere das Leben gekostet haben dürfte, aber keinen Ölfleck.