„Corona-Testzentrum“ steht auf einem Schild am Stuttgarter Flughafen. Sebastian Gollnow/dpa

Die Delta-Variante breitet sich immer stärker in Deutschland aus und der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz ist bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Und das ist nur einer der alarmierenden Fakten aus dem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht des RKI. Die wichtigsten Daten in der Übersicht:

HÖCHSTE INZIDENZ: Mit einem Wert von 32 liegt die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. In diesen Gruppen sind weniger als 5 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Damit sich auch Kinder und Jugendliche mit einer Impfung schützen können, wird heute die Europäische Arzneimittelagentur EMA über die Zulassung des Impfstoffs von Moderna auch für 12- bis 17-Jährige entscheiden.

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KRANKENHÄUSER: Die Belegung in den Kliniken soll künftig bei der Bewertung der Corona-Lage stärker berücksichtigt werden. Neu ist seit Mitte Juni eine erweiterte Meldepflicht, da klinische Daten bisher unvollständig erfasst wurden. Zur aktuellen Lage schreibt das RKI, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

Delta-Variante: Anteil nun bei 84 Prozent

VARIANTEN: Schon länger dominiert die in Indien entdeckte Delta-Variante auch in Deutschland. In einer zufällig für Erbgutanalysen ausgewählten Stichprobe lag ihr Anteil nun bei 84 Prozent, schreibt das RKI. Das ist ein weiterer Zuwachs im Vergleich zur Vorwoche, als der Anteil noch rund zwei Drittel betragen hatte.

REISEN: Zunehmend werden laut RKI auch Fälle bekannt, in denen die Betroffenen dem Virus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren. Die häufigste Angabe derzeit sei Spanien. Das beliebte Urlaubsziel wurde am Freitag zusammen mit den Niederlanden zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Das bedeutet, dass Reiserückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne müssen. Diese kann aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzt werden.

Italien plant offenbar eine landesweite Impfpasspflicht für Gastronomie und Veranstaltungen. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Besucher von Restaurants, Cafés und Bars benötigen demnach ab Montag in ganz Italien den Impfnachweis.

TESTS: Seit Wochen wird immer weniger im Labor auf Corona getestet. Der neue Tiefstand für 2021 ist vergangene Woche mit 592 221 PCR-Tests verzeichnet. Davon waren 1,64 Prozent positiv.

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Wirksamkeit der Impfstoffe „eher überschätzt“

IMPFEFFEKTIVITÄT: Der „bei weitem größte Teil“ der seit 1. Februar übermittelten Covid-19-Fälle sei nicht geimpft gewesen, heißt es im Bericht. Laut RKI-Schätzung liegt die Effektivität der Impfung für die Zeit von Anfang Februar bis 11. Juli für die 18- bis 59-Jährigen bei circa 89 Prozent, bei den Menschen ab 60 bei etwa 87 Prozent. Das RKI sieht die hohe Wirksamkeit aus den klinischen Studien bestätigt.

GEIMPFTE INFIZIERTE : Seit Anfang Februar seien insgesamt 6125 sogenannte Impfdurchbrüche erfasst worden, heißt es. Meist verlaufen solche Fälle mild, sie sind zudem im Vergleich zur Gesamtzahl der vollständig Geimpften - rund 40 Millionen Menschen in Deutschland - selten. Von den Betroffenen über 60 Jahren kam laut RKI gut ein Viertel ins Krankenhaus. Das RKI hält allerdings eine Untererfassung von Erkrankungen bei Geimpften für wahrscheinlich, daher werde die Wirksamkeit der Impfstoffe „eher überschätzt“.