Ein Corona-Patient auf einer Intensivstation. Foto: dpa/Bodo Schackow

Angesichts weiter steigender Patientenzahlen auf deutschen Intensivstationen hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vor Lockerungen der geltenden Corona-Einschränkungen gewarnt. Ein Effekt des geltenden Lockdowns sei normalerweise mit einer Verzögerung von zwei bis drei Wochen festzustellen, „aber derzeit ist noch gar nichts zu spüren“, erklärte Divi-Präsident Gernot Marx am Montag.

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Eine Lockerung der Maßnahmen, mehr Begegnungen und Öffnungen von Geschäften seien deshalb aus medizinischer Sicht undenkbar. Jeder Patient könne und müsse behandelt werden, erklärte Marx weiter. Dies sei jedoch nicht mehr in allen Fällen in Wohnortnähe möglich. „Auch deshalb ist eine Fortsetzung des Lockdowns unumgänglich: Die Stationen sind voll.“

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In den vergangenen zwölf Tagen wurden nach Divi-Angaben deutschlandweit rund 7400 neue Corona-Patienten in bedrohlichem Zustand auf Intensivstationen aufgenommen. Hinzu kämen rund 15.000 andere Intensivpatienten. Angesichts dieser Entwicklungen gebe es aus medizinischer Sicht „absolut keinen Spielraum für Diskussionen über mögliche Lockerungen“.