Schweinefleisch und Rindfleisch liegen in einer Fleischtheke in einem Supermarkt.  Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Infektion mit dem Coronavirus über Fleisch oder andere Lebensmittel ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Aktuell seien keine Infektionen mit Sars-CoV-2 durch kontaminierte Fleischwaren bekannt, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Theoretisch können Coronaviren laut BfR von einer infizierten Person auf Wurst und Fleisch übertragen werden, wenn Hygieneregeln missachtet werden, etwa durch Niesen, Husten oder unsaubere Hände. Auch eine Übertragung auf Dritte sei denkbar - allerdings müsste das Lebensmittel kurz nach der Kontamination berührt und das Virus beispielsweise über die Hände auf die Schleimhäute von Nase, Augen oder Mund gelangen. Der Übertragungsweg durch den Verzehr von Fleischwaren spielt nach Angaben des BfR „nach dem jetzigen Stand des Wissens keine Rolle“. Bedenken moralischer Art bleiben freilich bestehen.

Die Corona-Ausbrüche in der Fleischindustrie sollen nun zu spürbaren Verbesserungen für etliche der dort beschäftigten Arbeiter führen. Der besonders unter Druck stehende Fleischkonzern Tönnies und der zuvor ebenfalls für etliche Corona-Infektionen stehende Konzern Westfleisch aus Münster kündigten am Dienstag Änderungen bei den umstrittenen Werkverträgen an. Auch im Bereich Wohnen versprachen beide Unternehmen Verbesserungen.

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es einen massiven Corona-Ausbruch mit mehr als 1550 positiv auf das Coronavirus getesteten Beschäftigten. Davor hatte es bei Westfleisch eine Häufung an Fällen gegeben.

Tönnies teilte nun mit, dass Werkverträge in allen Kernbereichen der Fleischproduktion abgeschafft und die Mitarbeiter stattdessen direkt in der Unternehmensgruppe angestellt werden. Konkurrent Westfleisch kündigte an, in den kommenden sechs Monaten alle Beschäftigten selbst einzustellen.