Eine Frau kauft in einem Supermarkt in Tokio ein. Foto: Imago-Images/Viola Kam

Eigentlich ist es gar nicht so schlecht, dass derzeit alle Menschen in Supermarktschlangen eine Maske tragen müssen, denn fröhlich guckt dort selten jemand. Die einen stöhneßn, weil es ihnen zu langsam vorangeht, die anderen fühlen sich gestresst, weil sie die Hektik der anderen spüren, während sie noch nach ihrem Kleingeld kramen. Um den Schlangen-Koller zu vermeiden hat ein Supermarkt in Japan nun „langsame Kassen“ eingeführt. Die sollen vor allem für Senioren und Menschen mit Behinderung da sein.

Wie die Zeitung „Mainichi Shimbun“ berichtet, will der Supermarkt in der Provinz Fukuoka jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat zwischen 13 und 15 Uhr eine von sechs Kassen auf „langsam“ umstellen. Die Kassierer sollen hier ganz besonders auf die Bedürfnisse der langsameren Kunden eingehen.

Wenn alte Menschen das Gefühl bekämen, dass sich hinter ihnen Schlangen mit genervten Kunden bilden, nur weil sie etwas mehr Zeit an der Kasse benötigen, würde ihnen irgendwann der Spaß beim Einkaufen vergehen, erklärte ein Sprecher einer Nichtregierungsorganisation, die sich für alte Menschen und Behinderte einsetzt und die Idee mit den „langsamen Kassen“ anregte. Auch die anderen Kunden würden davon profitieren, sagte der Sprecher, denn die hätten die anderen Kassen nun für sich.

Sich auf die Bedürfnisse älterer Menschen einzustellen, ist in Japan besonders wichtig. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt.