Ein Impfpass steckt zerknüllt in der Hosentasche. dpa/Sebastian Gollnow

Ein unfassbar dämlicher Impfpassfälscher ist bei seiner Einreise nach Deutschland am Flughafen in Frankfurt am Main aufgeflogen. Bei der Kontrolle des aus Kiew kommenden 33-jährigen Mannes fielen einem Bundespolizisten am Mittwoch Ungereimtheiten in dessen Impfpass auf, wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte. Die Chargenaufkleber erschienen ungewöhnlich groß, zudem ließen sich die Chargennummern nicht verifizieren.

Der angeblich Geimpfte wurde im Verlauf der Kontrolle den Angaben zufolge zunehmend nervös und verlangte mehrfach die Rückgabe seines Impfpasses. Der Bundespolizist ließ sich nicht beirren und rief den im Impfpass eingestempelten angeblichen Impfarzt an. Seltsamerweise begann nun das Mobiltelefon des Beschuldigten zu klingeln – im augenscheinlich gefälschten Stempel hatte er seine eigene Telefonnummer angegeben.

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Künftig droht Impfpassfälschern bis zu fünf Jahre Haft

Die Bundespolizei beschlagnahmte Impfpass und Mobiltelefon des Mannes. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse ermittelt. Fälschern von Corona-Tests, Genesenen- oder Impfnachweisen drohen inzwischen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Diese Höchststrafe soll nach dem neuen Infektionsschutzgesetz dann gelten, wenn „gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande“ gehandelt wird. Bisher sind für Fälschungen von „Gesundheitszeugnissen“ maximal zwei Jahre Haft möglich.

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Hunderte Impfpassfälschungen waren allein in Brandenburg aufgeflogen. In Königs Wusterhausen hatte ein Familienvater seine komplette Familie ausgelöscht, nachdem aufgeflogen war, dass er Impfpässe im größeren Stil gefälscht haben soll.