Eine Weihnachtskugel in der Form des Coronavirus hängt an einem Weihnachtsbaum im Paul-Löbe-Haus in Sichtweite vor dem Bundeskanzleramt.
Foto: dpa/Kay Nietfeld

Ungeachtet des erhofften baldigen Beginns der Impfungen gegen das Coronavirus erwarten Experten keine schnelle Rückkehr zur Normalität. Die Lage im Sommer 2021 dürfte sich zwar wieder etwas entspannen, sagte die Wissenschaftlerin Eva Hummers, die Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) ist, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Donnerstag. „Aber was im nächsten Winter passiert, bleibt abzuwarten.“

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Dies hänge auch davon ab, wie viele Menschen bis dahin wirklich geimpft seien, sagte Hummers weiter. „Zu denken, dass nächstes Jahr Weihnachten alles wieder wie früher ist, halte ich für zu optimistisch“, dämpfte die Medizinerin die Erwartungen. Auf jeden Fall wäre es zu riskant, die Hygiene- und Abstandsregeln nach den ersten Impfungen im Jahr 2021 aufzugeben.

Bis Ende März nicht einmal jeder zehnte Berliner geimpft

Es sei noch unklar, ob die kurz vor der Zulassung stehenden Impfstoffe auch davor schützen, das Virus an andere Menschen weiterzugeben. „Es muss offen darüber gesprochen werden, dass wir das über die Impfstoffe noch nicht wissen“, betonte Hummers. Bislang sei nur bekannt, dass die Impfungen „vor symptomatischen Erkrankungen schützen“.

Der Berliner Senat hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass im ersten Quartal 2021 lediglich mit 720.000 Impfdosen in der Hauptstadt gerechnet wird. Dies würde bedeuten, dass bei zwei Impfdosen je Impfling nicht einmal jeder zehnte Berliner bis Ende März geimpft wäre.