In Deutschland waren vergangenes Jahr 78,94 Millionen Menschen krankenversichert. Foto: Thomas Trutschel/photothek.net, via www.imago-images.de

In Deutschland gibt es immer mehr Menschen ohne Krankenversicherung. Waren es 2015 noch 79.000 Betroffene, so gab es im vergangenen Jahr 143.000 Menschen ohne Krankenversicherung im Land. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. In Westdeutschland waren es zuletzt 117.000, in den neuen Ländern 26.000 Betroffene. 78,94 Millionen Krankenversicherte gab es demnach im vergangenen Jahr.

Die Linke-Sozialpolitikerin Sabine Zimmermann forderte die Bundesregierung auf, das Recht auf medizinische Versorgung zu gewährleisten. Konkret schlug sie die sofortige Einrichtung eines Fonds vor, um die Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung zu finanzieren. Freiwillig Versicherte wie etwa Selbstständige mit geringen Einkünften müssten bei den Beitragszahlungen stärker entlastet werden.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Ergebnisse aus der Befragung des Mikrozensus 2019 zum Krankenversicherungsschutz. Der Mikrozensus ist eine repräsentative Befragung von Haushalten in Deutschland. Jährlich nimmt rund ein Prozent der Bevölkerung an der Befragung teil. Die Fragen zur Krankenversicherung werden alle vier Jahre erhoben.

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Krankenstand ist unverändert geblieben

Trotz Corona und zeitweise erleichterter telefonischer Krankschreibung ist der Krankenstand im ersten Halbjahr 2020 laut Daten der Krankenkasse DAK praktisch unverändert geblieben. Er habe bei 4,2 Prozent und damit auf demselben Niveau wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres 2019 gelegen, gab die DAK vor einigen Tagen bekannt. Steigerungen bei Fehltagen wegen Atemwegserkrankungen und psychischen Diagnosen standen demnach unter anderem Rückgänge bei den Krankschreibungen wegen Verletzungen gegenüber.

Die Zahl der Fehltage wegen akuter Atemwegsprobleme stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um zwölf Prozent auf 140 Tage je 100 Arbeitnehmer. Davon entfielen drei Fehltage auf Corona-Diagnosen. Auch die Zahl der Ausfälle wegen psychischer Leiden stieg an – und zwar um sieben Prozent. Demgegenüber standen aber Rückgänge bei den Fehltagen wegen Verletzungen und wegen anderer Krankheiten.