Eine quirlige „Lassie“ auf der Leinwand.   Tierische Film-Stars lösen bei Zuschauern oft den Wunsch aus, auch so ein Tier zu besitzen. Foto: Tom Trambow/Warner Bros. GmbH/dpa

Lassie ist zurück im Kino! Im Film „Eine abenteuerliche Reise“ zeigt die Collie-Hündin wieder, was sie alles kann. Bereits vor Jahrzehnten war „Lassie“ der Star von Kinder- und Familienfilmen, rührte die Herzen der Zuschauer. Da kommt schnell der Gedanke: So einen Hund will ich auch haben. Eine gute Idee? Heute sind Langhaar-Collies selten, aber das könnte sich nun ändern.

Forscher der Universität New York stellen fest, dass Filme wie „Lassie“ die Hunderassen für Jahre populär machen können. „Zum Boom kommt es meistens dann, wenn der Film läuft und die Zuschauer sich spontan verlieben“, erklärt Katrin Umlauf, Referentin für Hunde beim Deutschen Tierschutzbund, die eine solchen möglichen Boom auch jetzt befürchtet. Denn die Tiere würden meist überstürzt und ohne Nachdenken angeschafft.

Collies brauchen viel Beschäftigung und sind pflegeaufwendig

Das wird dann schnell zum Problem: Collies sind Hütehunde, die viel Beschäftigung brauchen, empfindsam und pflegeaufwendig sind und nicht für einen halben Tag in die Wohnung gesperrt werden können, wie die Tierschutzexpertin erklärt: „Irgendwann suchen sie sich selber ‚Jobs‘, das kann sehr unangenehm sein.“ Denn dann fingen die Tiere an, Radfahrer zu jagen oder sogar Familienmitglieder zu beißen. Oft endet das für den Hund im Tierheim. „Die Erfahrung zeigt, dass es so ist“, weiß auch Marlies Fabisch vom Tierheim Hannover.

„Lassie – Eine abenteuerliche Reise“ läuft seit 20. Februar in den Kinos: Rechts: Nico Marischka als Flo. Foto: Warner Bros. GmbH/dpa

Denn schon ein Jahr nach der Premiere des Hollywoodfilms „101 Dalmatiner“ von 1996 wurden in den USA Zehntausende verlassene Hunde in Tierheime eingeliefert. Viele mussten eingeschläfert werden, weil Platz fehlte. Das Problem unerfahrener Hundehalter: Nach einigen Monaten würden aus süßen Welpen durchaus schwierige Hunde, die Arbeit machen, sagt Fabisch.

Und es trifft nicht nur Hunde: Sogar die Nachfrage nach Ratten schnellte nach dem französischen Animationsfilm „Ratatouille“ (2007) hoch, wie Katrin Umlauf erzählt. Nach dem US-Animationsfilm „Findet Nemo“ von 2003 wiederum waren Clownfische angesagt, anspruchsvolle, exotische Tiere, die nur im Meerwasseraquarium gehalten werden können – und das auch nur von Experten, wie Umlauf sagt. „Man kann davon ausgehen, dass die reihenweise gestorben sind.“