Ein einzelner Sportschuh liegt nach dem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle zwischen Glasscherben. Foto: Roland Halkasch/dpa-Zentralbild/dpa

Ein sechsjähriger Junge ist in Dresden von einem Auto angefahren worden und kurz darauf im Krankenhaus gestorben. Zeugenhinweise deuten auf ein illegales Autorennen hin, teilte die Polizeidirektion Dresden am Sonntag mit. Im Verdacht stehen zwei Autofahrer im Alter von 31 und 23 Jahren.

Der Junge überquerte mit zwei anderen Kindern am Samstagabend die Budapester Straße in Richtung Zentrum von einem Grünstreifen aus, als der 31 Jahre alte Autofahrer ihn mit seinem Wagen erfasste. Das Kind wurde gegen eine Bushaltestelle geschleudert. Es kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus und starb dort wenig später. Der Junge stammt genau wie die beiden Autofahrer aus Syrien. Die zwei anderen Kinder blieben unverletzt.

Ein Polizist fotografiert den schwarzen Mercedes, der den Jungen in einen Verkehrsunfall verwickelte.  Foto: Roland Halkasch/dpa-Zentralbild/dpa

Gegen den 31-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Zudem wurde gegen beide Männer ein Ermittlungsverfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet, teilte die Polizei weiter mit. Die Führerscheine der beiden Männer wurden eingezogen.

Raserei und illegale Straßenrennen gelten seit 2017 in Deutschland als Straftat und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Nach dem Strafgesetzbuch wird das mit bis zu zwei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet. In Berlin sorgte ein Fall aus dem Jahr 2016 für Schlagzeilen, bei dem ein Raser wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Er hatte sich mit einem anderen Mann in der Berliner Innenstadt ein Rennen geliefert. Bei der Kollision mit einem anderen Auto starb ein Rentner. Der Bundesgerichtshof hat vor ein paar Wochen das Urteil bestätigt.