Die Gründerin und frühere Chefin der Firma Theranos, Elizabeth Holmes, vor Gericht. AFP/Justin Sullivan (Archivbild)

Eine der einstmals erfolgreichsten Tech-Unternehmerinnen steht möglicherweise vor einer jahrelangen Gefängnisstrafe. Die frühere Silicon-Valley-Milliardärin Elizabeth Holmes hatte die Bluttest-Firma Theranos gegründet. Deren Geschäftsidee klang umwerfend: Aufwändige Bluttests sollten überflüssig werden, wenige Tropfen Blut aus einer Fingerkuppe sollten ausreichen, um alle nötigen medizinischen Werte zu ermitteln. Zeitraubende Labor-Untersuchungen würden damit überflüssig.

Das Verrückte an der Geschichte: Die Idee überzeugte Investoren und sogar Fachleute, die sich damit eingehend auseinandergesetzt hatten. Holmes hatte ihre Firma Theranos im Jahr 2003 mit nur 19 Jahren gegründet und bewies Talent, Leute von etwas zu überzeugen, was offensichtlich nie existierte oder funktionierte.

Elizabeth Holmes gewann Ex-Außenminister Henry Kissinger als Tharanos-Verwaltungsrat

Jahrelang wurde die Jungunternehmerin und Self-Made-Milliardärin als Pionierin gefeiert, für den Verwaltungsrat ihres Unternehmens konnte sie Prominente wie Ex-Außenminister Henry Kissinger gewinnen. Später wurde klar, dass die Geräte gar nicht funktionieren.

Nun steht Elizabeth Holmes vor Gericht, am Dienstag begann die Auswahl der Geschworenen. Vor dem Gericht im kalifornischen San José wird der heute 37-Jährigen vorgeworfen, Investoren und Kunden betrogen zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Betrugs und Verschwörung zum Betrug drohen ihr bis zu 20 Jahre Haft.