John Lennon und Yoko Ono im August 1976 bei einer Pressekonferenz in Amsterdam. Foto: Imago Images

Vieles in der Gegend rund um den noblen Dakota-Apartmentkomplex an der Upper West Side in New York erinnert immer noch an John Lennon: Fotos von dem Beatles-Sänger hängen in Läden und Restaurants, ein Baum wurde ihm zu Ehren mit Wolle umstrickt und an der von der bis heute im Dakota lebenden Witwe Yoko Ono angelegten Gedenkstätte „Strawberry Fields“ im Central Park treffen sich häufig Fans und Musiker und singen gemeinsam Beatles-Lieder. Direkt vor dem Dakota wurde Lennon am Dienstag (8. Dezember) vor 40 Jahren ermordet.

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Mark David Chapman, ein damals 25-Jähriger aus Texas, feuerte die tödlichen Schüsse ab. Mit einer Ausgabe von J.D. Salingers „Der Fänger im Roggen“ wartete Chapman vor dem Dakota und ließ sich zunächst eine Platte von Lennon signieren. Als der Sänger einige Stunden später nochmal an ihm vorbeikam, schoss Chapman. „Ich wurde getroffen“, sollen Lennons letzte Worte gewesen sein - kurz darauf stirbt der Sänger im Krankenhaus. Chapman bleibt vor dem Dakota sitzen, bis die Polizei ihn festnimmt. 

So berichteten die Zeitungen in New York nach dem Mord an John Lennon. Foto: Imago Images

Die Nachricht vom Tod Lennons - Musik-Kultfigur und bekennender Pazifist - löst weltweit Schock und Entsetzen aus. „Es war, als wäre ich aus einem Traum erwacht und seitdem war ich nie wieder ein Kind“, sagte Sohn Sean Lennon, damals fünf Jahre alt, später in einem Interview.

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Lennon war damals gerade 40 Jahre alt und zur Kultfigur einer ganzen Generation geworden. Seine Zeit als Sänger und Songwriter der Beatles, seine Soloalben und seine Kunst-Happenings faszinierten und polarisierten weltweit Millionen Menschen. Bereits als 15-Jähriger hatte er in Liverpool seine erste Band gegründet, dann lernte er Paul McCartney kennen und es wurden die Beatles daraus - die mit Songs wie „A Hard Day's Night“, „Help!“ oder „All You Need Is Love“ Welterfolge feierten und Musikgeschichte schrieben.

Moderatorin Barbara Walters interviewte im August 2000 Lennon-Mörder Mark David Chapman im Gefängnis. Foto: Imago Images

1970 trennen sich die Beatles, Lennon ist da bereits mehr an seiner frisch angetrauten Frau Yoko Ono und einer Solo-Karriere interessiert. Das gemeinsame Leben der Familie in New York wird bis zu Lennons Tod von Musik, Kunst und Friedensaktivismus bestimmt.

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Der inzwischen 65 Jahre alte Mörder Chapman wurde für die Tat zu „20 Jahren bis lebenslänglich“ im Gefängnis verurteilt und sitzt seitdem in Haft, derzeit in einem Gefängnis im Norden des US-Bundesstaats New York. Elfmal hat er bereits eine Freilassung auf Bewährung beantragt, elfmal wurde dies abgelehnt - auch weil Witwe Yoko Ono sich jedes Mal dagegen aussprach. Frühestens in zwei Jahren kann Chapman erneut Bewährung beantragen. Die Tat tue ihm leid, hatte Chapman in diesem Jahr laut Medienberichten gesagt. „Ich habe keine Entschuldigung. Es ging um Ruhm für mich selbst.“

Lennon bleibt von Millionen Fans weltweit verehrte Kultfigur. Zu seinen Ehren leuchtete vor wenigen Wochen, an dem Tag, an dem der Musiker seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte, sogar die Spitze des New Yorker Empire State Buildings blau und an dem Gebäude war ein Friedenszeichen zu sehen.