Eine Queen im Kino und auf der Bühne – Dame Helen Mirren wird 75. Foto:  Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Helen Mirren wurde als Helen Lydia Mironoff am 26. Juli 1945 in London geboren. Ihre Mutter war Engländerin. Ihr russischer Vater war im Kindesalter kurz vor der russischen Revolution mit seinen Eltern nach Großbritannien gekommen. Den Familiennamen änderte Mirrens Vater, damit er nicht russisch klang. „Er hat gesagt: ,Wir sind jetzt britisch, wir vergessen das alles, das ist vorbei‘“, erzählt sie.

Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Mirren im Küstenstädtchen Southend-on-Sea und dem Vorort Westcliff-on-Sea. Schon in der Schule spielte sie Theater. Später wechselte sie ans New College of Speech and Drama, eine unabhängige Schauspielschule in London. Denn „Schauspielerei war das einzige, worin ich was taugte“, erklärte sie.

Mit 18 Jahren sprach sie am National Youth Theatre vor und wurde engagiert. Kurz darauf spielte Mirren am Londoner Old-Vic-Theater die Rolle der Cleopatra in Shakespeares „Antonius und Cleopatra“. „Das war eine großartige Plattform für mich“, sagte sie dem „Telegraph“, „und das hat meine Karriere gestartet.“ Es folgten ein Angebot der Royal Shakespeare Company und erste Filmrollen – in der Konsum-Satire „Herostratus“ (1967) und Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ (1968).

Schauspielerin Helen Mirren in einer Filmszene aus „The Queen“. Foto: Imago

Auch Mirrens Sexappeal sorgte damals für Aufsehen. In „Das Mädchen vom Korallenriff“ (1969) zeigte sich die Schauspielerin erstmals sehr freizügig. In dem biografischen Drama „Savage Messiah“ (1972) über den französischen Bildhauer Henri Gaudier-Brzeska trat sie sogar für mehrere Szenen nackt vor die Kamera.

Auch in dem beinahe pornografischen Historienfilm „Caligula“ (1979) wirkte sie mit. Mirren nannte ihn eine „unwiderstehliche Mischung aus Kunst und Genitalien“ und verglich die Dreharbeiten mit einem Nudisten-Camp. Mit Nacktheit hat sie kein Problem – im Gegenteil. „Ich bin von Herzen Nudistin“, gestand sie vor einigen Jahren der „Radio Times“, „ich bin gern an Stränden, wo alle nackt sind.“

2006 kam dann ihr größter Erfolg: als britische Königin Elizabeth II. in dem Drama „The Queen“. Dafür bekam sie den Oscar als Beste Hauptdarstellerin, den Golden Globe, den BAFTA Award und zahlreiche andere Preise. In ihrer Oscar-Rede lobte sie den Mut und die Beständigkeit der Queen. „Und ich danke ihr, denn ohne sie wäre ich mit ziemlicher Sicherheit nicht hier.“

Helen Mirren und ihr Ehemann Taylor Hackford. Foto: Imago

Sogar in der etwas trashigen „The Fast and the Furious“-Reihe mit den muskelbepackten Actionstars Dwaye „The Rock“ Johnson und Vin Diesel gehört sie zur wiederkehrenden Besetzung. Mit amüsanter Ironie spielt sie die prollige Mutter eines Ex-Soldaten. Auch in „Fast & Furious 9“ wird die 75-Jährige wieder mitwirken. Ihr Name im Film: Queenie.

Seit 1997 ist Mirren mit dem US-Regisseur Taylor Hackford verheiratet, den sie 1985 beim Dreh zu „White Nights“ – sie spielte in dem Drama eine russische Ballerina – kennengelernt hatte. Kinder hat sie nicht.