Im Internet gibt es einen Hype um das Durchfallmedikament Elotrans, das nach einer durchzechten Nacht Wunder wirken soll.
Im Internet gibt es einen Hype um das Durchfallmedikament Elotrans, das nach einer durchzechten Nacht Wunder wirken soll. dpa/Lena Lachnit

Wenn nach einer durchzechten Nacht der Kopf dröhnt, soll das Durchfall-Medikament Elotrans ein wahres Wundermittel sein. Zumindest heißt es so in den sozialen Medien. Was zur Folge hat, dass die Arznei in vielen Apotheken nicht mehr zu bekommen ist. Deren Verband ist verärgert, dass man damit „Medikamente für Säuglinge wegkauft“.

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Um das rezeptfreie Durchfallmedikament Elotrans ist ein regelrechter Hype entstanden. In den Kommentaren auf dem Instagram-Account von Elotrans und in den Bewertungen von Online-Shops ist oft von einer Einnahme vor oder während einer Partynacht die Rede. „Extra noch ’ne Packung vorm Wochenende besorgt“, schreibt etwa ein Nutzer. Nach ein paar Gläsern Glühwein zu viel auf dem Weihnachtsmarkt und anderen Alkohol-Eskapaden würde ein Beutel der Trinkmischung den Kater umgehend verschwinden lassen, so wird dabei immer wieder behauptet.

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Inzwischen ist das Medikament bei vielen Großhändlern nicht mehr verfügbar. „Es gibt einen Lieferengpass, weil die Nachfrage so groß ist“, erklärt Stefan Fink, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Die Folge: In mehreren Apotheken stehen die Elotrans-Regale leer, auch online ist das Medikament meist ausverkauft.

„Es ist nicht notwendig, dass man Medikamente für Säuglinge wegkauft“

Eine Packung Elotrans. Das rezeptfreie Mittel, das pro Dosis rund 70 Cent kostet, gleicht dem Hersteller Stada zufolge den Verlust von Wasser und Elektrolyten aus.
Eine Packung Elotrans. Das rezeptfreie Mittel, das pro Dosis rund 70 Cent kostet, gleicht dem Hersteller Stada zufolge den Verlust von Wasser und Elektrolyten aus. dpa/Monika Skolimowska

Zum Leidwesen derer, die die Arznei wirklich brauchen. Elotrans ist ein Mittel zum Ausgleich eines Flüssigkeitsmangels bei Durchfallerkrankungen. Das Gemisch, das man in Wasser auflöst und trinkt, enthält Salze (Elektrolyte) und Glucose. Zum einen, so erklärt Fink, sei es für Säuglinge und Kleinkinder bei Durchfallerkrankungen und Erbrechen gedacht, zum anderen würden es Reisende, die Angst vor Magen-Darm-Infekten unterwegs hätten, prophylaktisch kaufen.

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Mit dem Hype, übermäßigem Alkoholgenuss mit Elotrans zu begegnen, geht Fink deshalb hart ins Gericht: „Es ist nicht notwendig, dass man Medikamente für Säuglinge wegkauft.“ Wer Alkohol trinke, solle das lieber mit mineralhaltigen Getränken wie Apfelsaft ausgleichen.

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„Viel Geld für Elotrans auszugeben, macht keinen Sinn“, sagt auch Heiner Wedemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). „Die guten alten Hausmittel sind gleichwertig.“ Die Anti-Kater-Tipps des Ernährungsexperten: „Ausreichend trinken, Kohlenhydrate zufügen, gegebenenfalls eine Kopfschmerztablette, zum Beispiel Aspirin, salzig essen.“