Schauspieler George Clooney (59) wettert in einem Essay gegen die Polizeigewalt gegen Schwarze. Foto: Ian West/dpa

Los Angeles/Hollywood - Der Fall von George Floyd lässt niemanden kalt. Jetzt gehen auch Superstars auf die Straße, skandieren mit Demonstranten, sie ergreifen bei Kundgebungen das Wort. Sie wehren sie sich gegen das, was George Clooney als „unsere Pandemie“ beschreibt: „Wir sind alle infiziert und in 400 Jahren haben wir noch keinen Impfstoff gefunden.“ In einem eindringlichen Essay schreibt der 59 Jahre alte Oscar-Preisträger bei der Nachrichten-Plattform „The Daily Beast “am Montag über systemischen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA.

„Es bestehen kaum Zweifel, dass George Floyd ermordet wurde“, sagt der Star über den Tod des 46-jährigen Afroamerikaners nach einem Polizeieinsatz in Minneapolis vor einer Woche. Einer von vier beteiligten Beamten drückte ihm minutenlang sein Knie in den Nacken. Floyds vermutlich letzte Worte „Ich kann nicht atmen“ sind bei weltweiten Protesten zum Schlachtruf von Demonstranten geworden. 

Floyds schockierender Tod hat Hollywood aufgerüttelt, nicht nur zu eindringlichen Appellen, Tweets und Spendenaufrufen für Opfer von Rassengewalt. Oscar-Preisträger Jamie Foxx („Ray“) war am Montag in San Francisco an der Seite der schwarzen Bürgermeisterin London Breed mit einem symbolischen Kniefall bei einem „Kneel-in“ dabei. Im American Football hatte Profispieler Colin Kaepernick 2016 mit einer ähnlichen Geste eine Protestwelle gegen Unterdrückung von Schwarzen und gegen Polizeigewalt in den USA gestartet.

Schauspieler Jamie Foxx spricht zu Demonstranten in San Francisco.   Foto: Risberg/AP

Viele Promis formieren sich zum Protest - von Justin Bieber bis Arnold Schwarzenegger 

Foxx forderte seine „Hollywood-Freunde“ zu mehr Taten auf. Sie müssten auf die Straße gehen.  Schauspieler John Cusack (53) postete auf Twitter verwackelte Bilder von einer Demo in Chicago, auf dem bedrohliche Brüllerei zu hören ist. „Die Cops mochten es nicht, dass ich ein brennendes Auto filme, daher kamen sie mit Schlagstöcken auf mich zu“, schrieb Cusack auf Twitter. Sie seien auf sein Fahrrad losgegangen.

Selten haben sich so viele Promis unterschiedlichen Alters, Hautfarbe und Herkunft geschlossen und lautstark hinter eine Sache gestellt - von Justin Bieber, Arnold Schwarzenegger, Celine Dion, Jennifer Lopez, John Legend bis Beyoncé. Der gemeinsame Tenor ist Empörung über Polizeibrutalität, Missachtung von Bürgerrechten und die Benachteiligung von Minderheiten. 

„Das ist so traurig und verstörend“, schrieb Reality-Star Kim Kardashian  auf Twitter zu dem Foto eines Mädchens mit schweren Gesichtsverletzungen. Diese Schülerin aus Minneapolis war von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden. Kardashian will für die ärztliche Behandlung aufkommen.„Die Polizeibrutalität muss gestoppt werden“, fordert auch Action-Star Arnold Schwarzenegger.

Taylor Swift greift direkt Präsident Trump an:  „Wir brauchen Politiker, die ihre Bürger gleich behandeln, nicht Anführer, die Hass und Gewalt schüren“.  Foto: Jordan Strauss/dpa

Filmstars und Showgrößen drohen direkt Präsident Trump

Andere Stars, darunter Sängerin Taylor Swift, wandten sich direkt an den US-Präsidenten Donald Trump, der Demonstranten mit einem gewaltbereiten Militäreinsatz drohte. „Nachdem du während deiner gesamten Präsidentschaft die Feuer der weißen Vorherrschaft und des Rassismus angefacht hast, hast du jetzt die Nerven dazu, moralische Überlegenheit vorzutäuschen und dann mit Gewalt zu drohen?“, empörte sich Swift auf Twitter. „Wir werden dich im November aus dem Amt wählen.“

Clooney greift Trump auch unverhohlen an, ohne ihn beim Namen zu nennen. „Wir brauchen Politiker, die ihre Bürger gleich behandeln, nicht Anführer, die Hass und Gewalt schüren“, schreibt der Hollywood-Star in seinem Gastbeitrag. „Und es gibt nur einen Weg in diesem Land eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen: Geht wählen.“