Hollywood trägt die Hauptschuld daran, dass die Meeresräuber einen sehr schlechten Ruf bei den Menschen haben. Imago Images

Es begann 1975 mit Steven Spielbergs „Der weiße Hai“. Hollywood trägt die Hauptschuld daran, dass die Meeresräuber einen sehr schlechten Ruf bei den Menschen haben. Eine neue Analyse von Filmen ergab, dass Haie in 96 Prozent aller Fälle als gefährlich und offen bedrohlich dargestellt werden.

Haie erscheinen auf der Leinwand als Monster

Für die im Fachjournal „Human Dimension of Wildlife“ erschienene Studie wurden 109 Hollywood Hai-Streifen ausgewertet. Laut Studienleiterin Dr. Briana Le Busque erscheinen Haie auf der Leinwand als Monster: „Man muss sich doch nur Filme wie ‚Open Water‘, ‚The Meg‘ oder ‚Sharknado‘ anschauen. In denen werden Haie als blutrünstige Kreaturen mit einem unersättlichen Appetit auf Menschenfleisch präsentiert. Das ist aber einfach nicht so!“

Regisseur Steven Spielberg liegt in der Weißer-Hai-Attrappe beim Dreh von „Der weiße Hai“ 1975. Imago Images

Im Jahr 2020 wurden weltweit nur 57 Menschen von Haien im Wasser attackiert. Pro Jahr sterben durchschnittlich vier Menschen durch Haiattacken auf der ganzen Welt – auch wenn es im letzten Jahr zehn waren. Von den 548 bekannten Haisorten greifen nur 2 Prozent gelegentlich Menschen an. Die meisten Angriffe werden von Bullenhaien, Weiße Haien und Tigerhaien verübt. Die Wahrscheinlichkeit in Amerika von einem Hai getötet zu werden, liegt bei 1 zu 3,7 Millionen. Bienen, Wespen und Hunde töten jährlich mehr Menschen als Haie.

Dr. Le Busque: „Die Angst vor Haien in Filmen zu schüren, erhöht das Risiko, dass mehr Haisorten aussterben. Weil viele Menschen einfach keine Motivation mehr haben, die globale Haipopulation zu schützen.“