Das Feuerwehrboot "Bienchen" in der Gemeinde Grietherort im Einsatz. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen nähert sich seinem Höhepunkt. Kaum noch Schiffe fahren auf dem Rhein, auch wenn der Verkehr offiziell noch nicht eingestellt wurde. Doch in Köln nähert man sich der kritischen Wasserstandsmarke von 8,30 Metern. Bisher liegt der bei 8,22 Metern, ein überschreiten sei laut Experten aber jederzeit möglich. Die kleine Gemeinde Rees-Grietherort am Niederrhein ist längst schon im Ausnahmezustand. Denn durch das Hochwasser wurde der Ort von allen Zufahrtsstraßen abgeschnitten.

Das Feuerwehrschiff Bienchen lasst einen Mann am Campingplatz in Grietherort raus.  Foto: dpa/Roland Weihrauch

Grietherort sei damit vorübergehend zur Insel geworden, sagte der Reeser Ordnungsamtsleiter Frank Postulart. Für die rund 100 Bewohner sei das aber keine ungewöhnliche Situation, sie seien an die Winterhochwasser gewöhnt. Um Menschen zur Arbeit zu bringen, verkehrt dreimal täglich ein Motorboot der Feuerwehr.

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Die Gemeinde liegt zwischen dem Rhein und einem Altrheinarm und ist bei Hochwasser ab einem Pegel von etwa 7,20 Meter über Straßen nicht mehr erreichbar. Am Mittwochmorgen lag der Rheinpegel in Rees bei 8,05 Meter. Das Feuerwehrboot „Bienchen“ stehe natürlich für Notfalltransporte auch außerhalb der Fahrzeiten morgens, mittags und abends zur Verfügung, sagte der Ordnungsamtsleiter.

Sandra van Schöll (r) und ihr Sohn Simon schauen sich mit ihrem Trecker das Rheinhochwasser in Grietherort an.  Foto: dpa/Roland Weihrauch

Die Hochwasser erprobten Bewohner von Grietherort hätten auch bereits vorgesorgt und sich rechtzeitig mit Lebensmittelvorräten eingedeckt, damit sie nicht so oft den Fahrtservice der „Bienchen“ in Anspruch nehmen müssen. Auch die Strom- und Wasserversorgung ist trotz der Wasserversorgung gesichert. Der Scheitel des Hochwassers wird am Freitag erwartet.