In diesem Wohnhaus im tschechischen Bohumin starben bei einem Brand elf Menschen.  Foto: imago images/Vladimir Prycek

Nach einem Hochhausbrand im tschechischen Bohumin mit elf Toten hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes und Gefährdung der Allgemeinheit eingeleitet. Beschuldigter sei ein 54 Jahre alter Mann, sagte ein Sprecher der Behörde mit Sitz in Ostrava (Ostrau) am Montag nach Angaben der Agentur CTK. Ihm werde vorgeworfen, die Wohnung im 11. Stock des 13-stöckigen Plattenbaus absichtlich in Brand gesetzt zu haben. Die Polizei hatte Spuren eines Brandbeschleunigers – vermutlich Benzin – entdeckt.

Schwerste Brandkatastrophe im heutigen Tschechien seit 1990

Nach tschechischen Medienberichten wollte sich der Mann an seiner Ex-Frau rächen, die in der Wohnung an einer Familienfeier teilgenommen habe. Unter den Opfern des Brandes vom Samstag waren auch drei Kinder. 13 Menschen wurden verletzt. Zwei von ihnen befanden sich am Montag noch in einem kritischen Zustand auf der Intensivstation. Es war die schwerste Brandkatastrophe im heutigen Tschechien seit 30 Jahren.

Unterdessen erhoben Anwohner schwere Vorwürfe gegen die Feuerwehr, die zu langsam reagiert habe. Dabei seien die ersten Einsatzkräfte bereits sechs Minuten nach dem ersten Notruf eingetroffen, entgegnete ein Sprecher der Feuerwehr. Zu diesem Zeitpunkt hätten bereits Flammen aus dem Fenster der Wohnung geschlagen.