Die dem Meer zugewandte Seite des Hauses ist eingestürzt. Retter suchen nach Verschütteten.  AFP/CHANDAN KHANNA 

Schreckliche Bilder aus dem Sunshine-State Florida. In der Nacht zu Donnerstag ist gegen 2.00 Uhr Ortszeit in der Stadt Surfside, unweit von Miami Beach im US-Bundesstaat Florida, ein zwölfstöckiges Wohnhaus teilweise eingestürzt. US-Medien berichten von verschütteten Bewohnern, mindestens eine Person starb bei dem Unglück.  Das Schicksal von mindestens 99 Menschen ist noch unklar. 

Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot in Surfside

Unmittelbar nach dem Unglück sammelten sich auf Twitter zahlreiche Fotos und Videos von dem eingestürzten Gebäude. Augenzeugen berichtete von Schreien verschütteter Opfer. Auch Stunden nach dem Geschehen ist das Ausmaß für die Bewohner des Hauses nicht nicht ganz klar. Die Polizei bestätigte bislang ein Todesopfer.  Unklar war, wie viele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt in dem Gebäude aufgehalten hatten.

Verwaltungschefin Daniella Levine Cava sagte, der Verbleib von 102 Menschen sei geklärt worden, der Verbleib von 99 Menschen sei noch ungewiss. "Wir alle beten. Wir alle weinen." Behördenvertreterin Sally Heyman sagte, eine Zählung sei "schwierig", unter anderem wegen der Ferienzeit.

Unter den Geretteten soll auch eine Mutter mit ihrem Kind sein. Wie Frank Rollason, Chef der Rettungskräfte, dem Miami Herald sagte, musste der Mutter allerdings das Bein amputiert werden, um sie aus den Trümmern herauszubekommen. „Es ist schlimm“, sagte er.

Man erkennt am Hochhaus in Surfside (Florida) eine klare Abbruchkante. Ein Kinderbett steht am Abgrund. AFP/Chandan Khanna

Miami: Rettungskräfte erwarten weitere Todesopfer unter den Trümmern

Die Rettungskräfte, die mit einem Großaufgebot vor Ort sind, gehen davon aus, dass noch mehrere Menschen unter den Trümmern begraben sind. Auch Spürhunde sind im Einsatz, doch nur selten schlagen sie an. Die Stimmung sei gespenstisch, sagte Polizeisprecherin Eliana Salzhauer Medienvertretern, niemand feiere, wenn ein Mensch aus den Trümmern gezogen wird. Derweil rechnen die Behörden jedoch nicht damit, alle Verschütteten lebendig aus dem Trümmern zu holen. Es wird mit weiteren Todesopfern wird gerechnet. Wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks im Gebäude waren, ist bislang noch unklar. Der Pförtner des Hauses führe zwar Buch über die Besucher, jedoch nicht darüber, ob die Bewohner zu Hause sind oder nicht, heißt es. 

Für die Rettungskräfte sind die Arbeiten an der Unglücksstelle sehr gefährlich, da die Stabilität des längst evakuierten Restgebäudes noch immer nicht gesichert ist. Zudem hängen noch einige Trümmer an der Hausfassade, die aus Sicherheitsgründen noch nicht entfernt wurden.

Warum das Haus einstürzte, ist derweil weiter unklar. Polizeisprecherin Salzhauer sagte, dass aktuell das Dach des Hauses instand gesetzt wird. Zudem steht aktuell – wie bei jedem Bauwerk in den USA, dessen Fertigstellung 40 Jahre zurückliegt – die Rezertifizierung durch die örtlichen Behörden an. Auffällig ist die gerade Bruchkante am Gebäude.  

Der Bürgermeister von Surfside, Charles Burkett, sagte: "Es sieht aus, als wäre eine Bombe hochgegangen". Er fügte hinzu: "Aber wir sind ziemlich sicher, dass es keine Bombe, sondern etwas anderes war."

Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot in Surfside vor Ort. AFP/Joe Raedle

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Seine Frau sei Pflegerin und habe sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebäude aufgehalten, sagte Santo Mejil der Zeitung Miami Herald. Sie habe ihm am Telefon erzählt, "eine große Explosion" gehört zu haben. "Es fühlte sich an wie ein Erdbeben", habe sie berichtet. Die Frau wurde gerettet, wie ihr Ehemann berichtete.

Bei dem zwölfstöckigen Hochhaus handelt es sich um die sogenannten Champlain Towers South. Das Hochhaus, das rund 130 Wohnungen beherbergen soll, befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Strand. Örtlichen Medien zufolge wurde es 1981 erbaut. Laut Feuerwehr waren rund 55 Wohnungen von dem Einsturz betroffen.