Am Freitag soll der Astrazeneca-Impfstoff in der EU zugelassen werden. Foto: dpa/Andrew Matthews

Es sind unruhige Tage für den schwedisch-britischen Impfstoffhersteller Astrazeneca. Erst gab es Ärger mit der EU, weil der Konzern nun zugab, im ersten Quartal 2021 60 Prozent weniger Dosen zu liefern und nun wird in deutschen Medien auch noch seine Wirksamkeit bei älteren Menschen angezweifelt. Dem widerspricht das Unternehmen heftig.

Es war das Handelsblatt, dass mit angeblichen Informationen aus Koalitionskreisen vorpreschte. Der Astrazeneca-Impfstoff sollte demnach nur eine Wirksamkeit von acht Prozent bei Menschen über 65 Jahren haben. Auch die Bild berichtete darüber. Sollte das tatsächlichen stimmen, müsste wohl die komplette Impfstrategie in zahlreichen Ländern geändert werden. Schließlich sind achtprozentige Erfolgsaussichten viel zu niedrig, um überhaupt den Aufwand auf sich zu nehmen.

Doch Hersteller Astrazeneca widerspricht dem Bericht vehement. Die Behauptung, dass das Mittel bei älteren Menschen nur eine Wirksamkeit von acht Prozent aufweise, sei „komplett falsch“, so ein Sprecher am Dienstagmorgen. Astrazeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe. Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in dieser Studie auch, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich derweil nicht an Spekulationen über eine angeblich schlechtere Wirksamkeit des Impfstoffs der Firma Astrazeneca bei über 65-Jährigen beteiligen. Er wolle warten, bis die Daten aus den Studien ausgewertet worden seien. „Ich halte wenig davon, das jetzt in Überschriften spekulativ zu machen“, sagte Spahn am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Er sagte, man werde auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse nächste Woche entscheiden, „welche Altersgruppen zuerst mit diesem Impfstoff geimpft werden“.

Am Freitag wird mit der Zulassung des Impfstoffes in der EU gerechnet. Mit Spannung bleibt abzuwarten für welche Altersgruppen.