Der deutsche Popsänger Tim Bendzko (M., hinten) tritt während eines Großversuchs der Universitätsmedizin Halle (Saale) in der Arena Leipzig mit einer Band auf der Bühne auf.  Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

„Ganz echt und live, wahrscheinlich zu einer völlig untypischen Uhrzeit & für die Wissenschaft: Tim Bendzko steht auf der Bühne der Arena Leipzig“, schrieb die für die Studie verantwortliche Universitätsmedizin Halle an der Saale Samstagmittag beim Kurzbotschaftendienst Twitter. Bendzkos Tages-Auftritt sei eines von mehreren geplanten Konzerten im Rahmen des Forschungsprojekts „Restart19“.

Mit dem Experiment in Leipzig wollten die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Halle (Saale) herausfinden, unter welchen Bedingungen kulturelle und sportliche Großveranstaltungen wieder möglich sein könnten. Dazu waren für Sonnabend drei verschiedene Szenarien geplant. Zum einen sollte eine Veranstaltung wie vor Beginn der Pandemie simuliert werden, also beispielsweise mit nur zwei Einlässen. Im zweiten Szenario sollte es deutlich mehr Einlässe geben, zudem mit größeren Abständen zwischen den Konzertbesuchern. Im dritten Fall galt auf den Zuschauertribünen ein Abstand von anderthalb Metern.

Probanden sitzen beim Konzert mit Tim Bendzko in der Arena Leipzig. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Die Wissenschaftler wollten mit Sensoren und anderen Hilfsmitteln deren Laufwege überwachen, fluoreszierendes Desinfektionsmittel soll sichtbar machen, welche Flächen besonders oft angefasst werden. Auch der Flug der Aerosole – kleinste Partikel-Mischungen, die das Virus tragen können – soll nachvollzogen werden.

Angemeldet waren etwas mehr als 2100 Freiwillige und damit nur die Hälfte der erwarteten Teilnehmer. Die Universitätsmediziner stellten ein umfassendes Hygienekonzept auf. Alle Beteiligten wurden im Vorfeld auf eine Corona-Infektion getestet, nur bei einem negativen Ergebnis durften sie mitmachen.