Thomas Spannhaus aus Dresden rennt als erster Spendenlauf-Teilnehmer durch den Zug.
Foto: dpa/Daniel Schäfer

Mit einem sogenannten Ultralauf sammeln Fans der legendären Prestigezüge der DDR-Reichsbahn am Wochenende Geld für die Restaurierung eines stillgelegten Exemplars. Bis Samstagmittag waren die ersten fünf von insgesamt 14 Sportlern mindestens eine Stunde durch den in einer Dresdner Eisenbahnhalle stehenden 100 Meter langen Zug gejoggt, wie Ultrauf-Urgestein Hartmut Kohn sagte.

Es sei eine Art Staffellauf in einer Richtung durch die voll ausgestatteten Waggons und dann draußen zurück. Weil der Gang maximal nur 60 Zentimeter breit ist, „sind blaue Flecken inklusive“.

Die Läufer wollen 300 Kilometer zurücklegen

Bis Sonntagabend sollen insgesamt 14 Läufer zusammen 300 Kilometer zurücklegen - die Strecke Dresden-Prag, die der ICE des Ostens am 12. April 2003 zum letzten Mal fuhr. Mit Hilfe von Sponsoren sollen 40 Euro pro Kilometer zusammenkommen, um defekte Batterien und die Heizung des Zuges instandzusetzen. „Auf dem Spendenkonto sind schon Beiträge eingegangen“, sagte ein Sprecher der für das Restaurierungsprojekt gegründeten Betreibergesellschaft SVT gGmbH Görlitz.

Sie will den berühmten Schnelltriebwagen VT 18.16 samt Wagen bis 2023 wieder fahrtüchtig machen. Die Kosten liegen bei geschätzt vier Millionen Euro. Die Enthusiasten setzen auch auf öffentliche Gelder der Länder Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, durch die der SVT künftig wieder rasen soll, des Bundes und der EU für die Erhaltung des Kulturguts, das Eigentum des DB Museums in Nürnberg bleibt.

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Der Waggonbau Görlitz stellte in den 60er-Jahren acht SVT her, die international verkehrende luxuriöse Dieselzüge berühmt machten. Sie sind unter den Namen Vindobona, Karlex oder Neptun bekannt, je nach Strecke, und verkehrten zwischen Berlin und Leipzig bis nach Wien oder Karlsbad (Tschechien) - und mit der Fähre über die Ostsee nach Kopenhagen und Malmö.