Das Auto, das in einen Rosenmontagsumzug gefahren ist.  Foto: dpa

Nach dem Zwischenfall mit Dutzenden Verletzten bei einem Rosenmontagszug in Nordhessen hoffen die Fahnder mehr über das Motiv des mutmaßlichen Täters zu erfahren. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Sprecher der Behörde, Alexander Badle, der Deutschen Presse-Agentur.

Am Montag war ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Dabei wurden über 50 Menschen verletzt. Wie die Polizei am Dienstag in Kassel mitteilte, befinden sich derzeit noch 35 Personen in stationärer Behandlung. Weitere 17 Menschen wurden ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18. Wie stark die Kinder verletzt sind und ob unter den Opfern auch Schwerverletzte sind, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen.

Auch der Fahrer wurde verletzt. Über seinen Zustand und zur Frage, ob dieser am Dienstag vernehmungsfähig sei, gab es bislang keine Auskunft. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wird voraussichtlich am Dienstagvormittag Details zu den Opfern des Zwischenfalls nennen. Dies werde man in Absprache mit der Polizei tun, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Motiv des 29-jährigen Fahrers werde es zunächst keine Angaben geben. Es werde auch keine Angaben zum Aussageverhalten des Mannes geben. Es gehe derzeit um eine Bestandsaufnahme des Zwischenfalls.

Zweite Festnahme

Unklar blieb zunächst auch, was es mit einer weiteren Festnahme auf sich hatte. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der zweite Festgenommene hinter dem Auto gefilmt haben. Demnach war aber noch unklar, ob als Schaulustiger oder ob er eingeweiht war.

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen nicht vor. Das Innenministerium schloss einen Anschlag nicht aus. Ein Sprecher der Behörde begründete das am Montag mit der Situation vor Ort. Der Fahrer war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Allerdings war der Mann der Polizei nach dpa-Informationen in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

Die Polizei warnte vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. „Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter“, schrieb die Polizei Nordhessen am späten Montagabend bei Twitter über ein Foto, das den Angaben zufolge kursierte. 

Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach am Montagabend den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. „Meine Gedanken & Gebete sind bei den Verletzten des schlimmen Vorfalls in Volkmarsen. Ich wünsche allen Verletzten eine schnelle Genesung“, schrieb Kramp-Karrenbauer bei Twitter. „Ich habe Vertrauen darin, dass die Polizei die Hintergründe schnell aufklärt. Mein Dank gilt allen Helfern vor Ort, die im Einsatz sind.“

Unterdessen soll der beliebte Frankfurter Fastnachtszug im Stadtteil Heddernheim („Klaa Paris“) am Faschingsdienstag dennoch starten. Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, „wir werden Fastnacht feiern“, sagte der Vorsitzende der Zuggemeinschaft, Ulrich Fergenbauer, am Montag dem „Hessischen Rundfunk“.