So sieht es aus, blau markiert: Ein sogenanntes Kälte-Ei über Deutschland. meteociel.fr

"Kälte-Ei" ist ein Begriff, der häufiger in Wetterberichten auftaucht, auch hier beim Berliner Kurier„Es droht ein Kälte-Ei zum Siebenschläfertag!“ Im April hieß es, nach einem historischen Kälteeinbruch: „Warmfront pellt Kälte-Ei“. Die Suche im meteorologischen Fachlexikon ergibt auch keine Antwort, was sich hinter diesem mysteriösen Kälte-Ei eigentlich verbirgt.

Im„ Kälte-Ei“ gefangen

Fragen wir also den Fachmann! Strenggenommen sei das kein wissenschaftlicher Begriff, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net. Der Name beschreibt vielmehr die eiförmige Gestalt, in der "ein Höhentief mit kalter Luft in der Höhe", so Jung, auf der Wetterkarte zu sehen ist. Da die Außenkante des Kälte-Eis selten ein perfektes Oval darstellt und im Verlauf seine Gestalt verändert, stellt man sich am besten ein Spiegelei in einer heißen Pfanne vor, bevor es erstarrt.

Meteorologisch passiert Folgendes: Das Höhentief konzentriert kältere Luftmassen, während die Temperaturen außerhalb des "Kälte-Eis" höher liegen. Wenn das Höhentief über mehrere Tage kaum von der Stelle kommt, veranschaulicht sich das Bild, „in einem Kälte-Ei gefangen“ zu sein. Eine entsprechende Wetterlage gab es im April: Anderswo blühte bereits der Frühling auf, doch in weiten Teilen Deutschland herrschte noch Rodelwetter.