Der SPD-Politiker und Bundesaussenminister Heiko Maas. Foto: Imago-Images/Photothek

Berlin - Wegen der Corona-Krise sitzen derzeit tausende deutsche Touristen im Ausland fest. Ihre Flüge wurden gestrichen, weil Deutschland eines der Hauptrisikoländer ist. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) verspricht nun schnelle Hilfe – und nimmt dafür 50 Millionen Euro in die Hand. 

Eine derartige Rückholaktion hat es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Maas sprach von einer „Luftbrücke“, die vor allem Touristen helfen soll, die in Marokko, der Dominikanischen Republik, den Philippinen, Ägypten und auf den Malediven gestrandet sind. Für sie sollen in den kommenden Tagen Rückholflüge starten. Gleichzeitig sprach Maas eine formelle, weltweite Reisewarnung für touristische Reisen aus. Auch das ist ein Novum. Reisewarnungen werden nur bei Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen, vor allem für Bürgerkriegsländer wie Syrien, Afghanistan oder den Jemen. Sie können kostenlose Stornierungen ermöglichen. 

Lesen Sie alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in unsem Coronavirus-Newsblog >>

Maas: "Bleiben Sie zu Hause!"

Bisher hatte die Regierung nur von nicht notwendigen Reisen ins Ausland abgeraten und nur vor Reisen in die chinesische Ursprungsregion des Coronavirus gewarnt. „Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im Ausland stranden“, begründete Maas den ungewöhnlichen Schritt. „Bitte bleiben Sie zu Hause!“

Mit Charterflügen sollen die gestrandeten Urlauber zurück nach Deutschland gebracht werden Foto: dpa/Sören Stache

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Virus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind deutsche Reisende besonders stark von den Einschränkungen betroffen. Allein in Marokko sind es nach Angaben von Maas 4000 bis 5000 Personen. Die Regierung in Rabat hatte am Sonntag bis zum 31. März fast alle internationale Verkehrsverbindungen eingestellt. Die Dominikanische Republik hat seit Montag für einen Monat alle Flüge von und nach Europa ausgesetzt. Am Donnerstag wird Ägypten folgen. 

Rückholaktion kann einige Tage dauern

„Der weltweite Passagierverkehr hat sich in den letzten Tagen massiv reduziert, und wir gehen davon aus, dass das nicht das Ende der Entwicklung ist“, sagte Maas. Geplant ist nun, dass Flugzeuge gechartert werden, um Touristen zurück nach Hause zu bringen. „Für diese Luftbrücke werden die Anbieter zusammen mit uns Flüge bereitstellen.“ 

Die Gestrandeten würden „im Laufe der nächsten Tage“ zurückgeholt, sagte Maas. Er bat aber auch um etwas Geduld: „Wir bitten um Verständnis, auch wenn wir alles Menschenmögliche tun, dass wir nicht in jedem Fall eine 24-Stunden-Lösung vorhalten können.“ Für die Rückführung der Deutschen aus dem besonders stark betroffenen Marokko hat der Reiseveranstalter TUI nach Angaben des Auswärtigen Amts schon erste Flüge organisiert.