Feuerwehrleute bergen in Kansas City ein Auto, das in einen Fluss gestürzt ist.
Feuerwehrleute bergen in Kansas City ein Auto, das in einen Fluss gestürzt ist. dpa/Nick Wagner/The Kansas City Star

„Dies ist nicht wie ein Schneetag aus Kinderzeiten“, warnte US-Präsident Joe Biden seine Landsleute. Und in der Tat hat das, was die USA gerade erleben, nicht mehr viel mit Winter zu tun. Ein heftiges Sturmtief sorgt am Weihnachtswochenende in weiten Teilen der USA für Chaos. Extreme Kälte, heftige Schneefälle und Eiswind führten zu Stromausfällen in mehr als 1,2 Millionen US-Haushalten.

Eis und Schnee brachten die Pläne vieler Reisenden durcheinander: Mehr als 5000 Flüge wurden nach Angaben der Flugdaten-Webseite FlightAware am Freitag gestrichen, fast 9000 waren verspätet. Medienberichten zufolge starben mindestens 13 Menschen bei Verkehrsunfällen. Auf vielen Straßen kam der Verkehr komplett zum Erliegen.

Buffalo im Bundesstaat New York. Sicht: extrem eingeschränkt, Temperaturen: im Keller.
Buffalo im Bundesstaat New York. Sicht: extrem eingeschränkt, Temperaturen: im Keller. dpa/Derek Gee/The Buffalo News/AP

USA: Über 200 Millionen Amerikaner vom Unwetter betroffen

Mehr als 200 Millionen Menschen hatten am Vorweihnachtstag Unwetterwarnungen erhalten. Betroffen waren zunächst vor allem der Norden und der mittlere Westen des Landes. Doch auch in Bundesstaaten im Süden des Landes gab es Warnungen vor extremem Frost. In der Nacht zum Samstag sollte sich der Sturm mehr in den östlichen Teil der USA verlagern. In den östlichen zwei Dritteln des Landes werde zum Feiertagswochenende „gefährliche Kälte“ erwartet, warnte der US-Wetterdienst. Einige Bundesstaaten, darunter New York, riefen den Notstand aus.

„Ich bitte alle, heute Abend nicht auf die Straße zu gehen, da sich die Bedingungen verschlechtern werden, wenn die Temperaturen im ganzen Bundesstaat weiter sinken. Packen Sie sich warm ein, bleiben Sie drinnen und passen Sie dieses Wochenende auf sich auf“, rief die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, die Einwohner auf.

Extremes Winterwetter über Teilen der USA: Medienberichten zufolge starben mehrere Menschen bei Verkehrsunfällen – auf vielen Straßen kam der Verkehr komplett zum Erliegen.
Extremes Winterwetter über Teilen der USA: Medienberichten zufolge starben mehrere Menschen bei Verkehrsunfällen – auf vielen Straßen kam der Verkehr komplett zum Erliegen. dpa/Neil Blake/The Grand Rapids Press/AP

USA: Temperaturen stürzen in 24 Stunden um 40 Grad ab

Medien warnten unter Berufung auf Wetterexperten vor der möglichen Entstehung eines besonderen und schweren Sturms, eines sogenannten Bombenzyklons. In den Bundesstaaten Montana, South Dakota und Wyoming seien bereits Werte um minus 45 Grad Celsius gemessen worden. In Denver im Bundesstaat Colorado fielen die Temperaturen laut Meteorologen beim Durchzug der arktischen Kaltfront innerhalb von 24 Stunden um rund 40 Grad.

Chaotische Szenen gab es auch an den Flughäfen. Vor allem Passagiere im Norden, rund um die großen Seen, mussten Reisen absagen. Die Flughäfen in Chicago und Detroit gehören zu den wichtigsten Drehkreuzen des Landes. Auf einem Video, das der TV-Sender Weather Channel auf seiner Webseite veröffentlichte, war zu sehen, wie eine ganze Armada von Schneepflügen versuchte, das Rollfeld des Chicago O’Hare International Airport freizuschaufeln.