Harry und seine Frau Meghan sind ab 8. Dezember in einer Netflix-Doku zu sehen.
Harry und seine Frau Meghan sind ab 8. Dezember in einer Netflix-Doku zu sehen. dpa/Rolf Vennenbernd

Vor der Veröffentlichung der Dokuserie Harry & Meghan im Online-Streamingdienst Netflix, ist die Stimmung bei den Royals im Keller. Mehrere Quellen aus dem Umfeld des britischen Königshauses berichten, dass man vor der anstehenden Ausstrahlung nervös sei.

Dabei haben die beiden Hauptprotagonisten auch genug dafür getan, damit die Doku die Nerven im Hause Windsor schon vor dem Start strapaziert. „Niemand kennt die ganze Geschichte, wir kennen die ganze Geschichte“, sagt Prinz Harry im Trailer zur Dokuserie über ihn und seine Frau Meghan. Das klingt bereits nach einer Kriegserklärung an das britische Königshaus.

Explosive Veröffentlichung der Netflix-Doku drei Monate nach Tod der Queen

Auf den Tag genau drei Monate nach dem Tod der Queen rückt die mit großem Budget produzierte Dokumentation den Zwist zwischen Harry, seiner Frau Meghan und den Royals wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Es geht um den Vorwurf des Rassismus und das von der Königsfamilie verursachte Leid.

Harry und William mit ihren Eltern, Prinzessin Diana und Prinz Charles. Will Harry Prinzessin Diana rächen?
Harry und William mit ihren Eltern, Prinzessin Diana und Prinz Charles. Will Harry Prinzessin Diana rächen? AFP/Johnny Eggitt

Rückblick: Harry und Meghan hatten sich 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben mit ihren beiden Kindern in den USA. Bei ihrer Hochzeit 2018 waren der jüngste Sohn von König Charles III. und die US-Schauspielerin noch bejubelt worden. Die Braut mit den afroamerikanischen Wurzeln werde für frischen Wind in der alten Monarchie sorgen, so der Tenor.

Rächt Harry Prinzessin Diana?

Doch die Stimmung kippte. „Und dann hat sich alles verändert“, heißt es dazu im Trailer. Harry prangert darin die „Hierarchie in der Familie“ und das „schmutzige Spiel“ am Hof an. Es gebe „undichte Stellen“, durch die Privates an die Presse gelange. Der 38-Jährige beklagt „den Schmerz und das Leiden der Frauen, die in diese Institution einheiraten“.

Der Satz spricht ziemlich unzweifelhaft das Schicksal seiner Mutter Prinzessin Diana an. Die Interviewpassage ist mit Bildern von ihr unterlegt. Die weltweit beliebte Prinzessin war 1997 auf der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall in Paris gestorben. „Ich hatte Angst, ich wollte nicht, dass sich die Geschichte wiederholt“, sagt Harry. Ihr sei klar geworden, dass das Königshaus sie niemals beschützen werde, sagt seine Frau.

Die Anwältin Jenny Afia spricht von einem „Krieg gegen Meghan, um den Interessen anderer Leute zu dienen“. „Es geht um Hass, es geht um Rasse“, sagt ein Freund.

Charles und Camilla sind genervt von ständigen Anschuldigungen

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP äußerte sich der Buckingham Palast nicht zur Serie. Charles und seine Frau Camilla seien „ein wenig genervt“ von den ständigen Anschuldigungen, schreibt die Boulevardzeitung „The Daily Mail“ und beruft sich auf Quellen am Hof. Die Enthüllungen der sechsteiligen Serie könnten „schlimmer sein als das, was die Royals erwarten, es wird explosiv werden“, sagte ein Mitarbeiter des Streamingdienstes Netflix der Zeitung „The Mirror“.

Harry und Meghan hatten bereits vergangenes Jahr ein Aufsehen erregendes Interview im US-Fernsehen gegeben. Darin bezichtigten sie ein Mitglied der königlichen Familie des Rassismus, weil es sich vor der Geburt über die Hautfarbe ihres Sohnes Archie erkundigt haben soll.

Prinz William: Royals sind „absolut nicht rassistisch“

Die Royals seien „absolut nicht rassistisch“, wies Prinz William den Vorwurf zurück. Doch die Vorwürfe kommen auch aus anderen Richtungen. So gibt es Rassismusvorwürfe auch in Richtung von Susan Hussey, der Taufpatin des Thronfolgers.

Schon rund um den Tod der Queen war der Bruch zwischen William und Harry zu sehen.
Schon rund um den Tod der Queen war der Bruch zwischen William und Harry zu sehen. dpa/PA Wire/Kirsty O'connor

Die Anschuldigungen in Bezug auf die Royals besiegelte den Bruch zwischen den sich einst so vertrauten Brüdern und ihren Frauen. An der Trauerfeier von Königin Elizabeth II. nahmen sie zwar gemeinsam teil, sprachen jedoch nicht miteinander.

Versöhnung ist nicht in Sicht, zumal der erste Clip zur Serie just in dem Moment veröffentlicht wurde, als William und seine Frau Kate die Vereinigten Staaten besuchten. 

Britische Presse lässt kein gutes Haar an den „Saboteuren“

Die britische Boulevardpresse lässt vor dem Serienstart keinen Zweifel, auf wessen Seite sie steht. „Sabotage“, „Kriegserklärung“, „Harry, warum hasst du deine Familie so sehr?“, titelten die Blätter. Sie sehen in William und Kate das perfekte pflichtbewusste Paar, während sie Harry und Meghan vorwerfen, mit ihren Enthüllungen Geld machen zu wollen.

Nach ihrem Rückzug aus dem Königshaus schlossen Harry und Meghan lukrative Verträge mit Netflix und Spotify über schätzungsweise mehr als 100 Millionen Dollar. Im Januar bringt Harry außerdem seine Biografie heraus.

Umfragen zufolge sind Meghan und Harry bei den Briten inzwischen die unbeliebtesten Mitglieder der Königsfamilie nach Prinz Andrew, während William und Kate große Zustimmung finden. Bleibt abzuwarten, ob die neue Dokumentation daran etwas ändern wird.