Harry und Meghan küssen sich. Es ist ein Standbild aus der Netflix-Doku über die beiden.
Harry und Meghan küssen sich. Es ist ein Standbild aus der Netflix-Doku über die beiden. Netflix/Courtesy of Prince Harry and Meghan

Es war die Neuerscheinung, auf die seit Wochen hingefiebert wurde: Am Donnerstag erschienen auf Netflix die ersten drei Folgen der großen „Harry & Meghan“-Doku. Die Mini-Serie, die die Briten-Royals schon seit Monaten verstimmen soll, und über die sich ihre Fans und Unterstützer mit dem näher rückenden Veröffentlichungsdatum immer heftiger echauffierten. Nun sollte sich alles entladen, doch die erste Hälfte der Doku ließ den erwarteten, ganz großen Knall noch vermissen.

„Harry & Meghan“: Doku startet mit drei Folgen

In den ersten drei Folgen der Mini-Serie, die insgesamt fast drei Stunden dauerten, wurde zunächst die Geschichte von Harry und Meghan aufgerollt. Das unschuldige Kennenlernen in kompletter Heimlichkeit das Versteckspiel mit der britischen Boulevardpresse, ehe sich die Liebe der beiden nicht mehr verheimlichen ließ. Es ging um die Verlobung, die Hochzeit, die anfängliche Begeisterung und all die Umstände, die die junge Liebe zwischen dem Prinzen und der Schauspielerin immer wieder belasteten. 

Während die Geschichte erzählt wird, gibt es immer wieder Rückblenden auf die Kindheit von Harry und Meghan, auf die größten Traumata der beiden, die sich bis heute durchzogen. Bei Harry ist es das Spiel mit der Boulevardpresse. Immer wieder stellt die Doku heraus, wie sehr Harry bereits als Kind unter der ständigen Beobachtung gelitten habe. Wie die PR-Abteilungen des Palastes mit Paparazzi um die Privatsphäre der minderjährigen Royals gedealt haben. 

„Harry & Meghan“: Das Presse-Trauma des Prinzen

Es wird eine Szene gezeigt, in der ein vielleicht 10 Jahre alte William seinen jüngeren Bruder Harry und deren Cousinen Beatrice und Eugenie im Skiurlaub zu einem Fototermin mit Fotografen führt. Der kleine Harry hat sichtlich keine Lust. Ein Bild, das sich immer wieder in der Doku wiederholte. Bis zu seinem Rückzug aus dem Königshaus wurde er immer wieder angehalten, der mächtigen britischen Klatschpresse etwas zu liefern, damit er bei ihnen nicht in Ungnade falle. 

Das galt nicht nur für ihn, sondern mit Bekanntwerden seiner Beziehung auch für Meghan. Harry habe das gewusst, erklärte er, und er habe Angst gehabt. Immer wieder zog er den Vergleich zu seiner Mutter Diana, die auch unter der ständigen Beobachtung gelitten habe. „Zu sehen, wie eine weitere Frau in meinem Leben, die ich liebe, diesen zunehmenden Wahnsinn durchmacht, das ist hart“, sagt Harry. „Es ist im Grunde der Jäger gegen die Beute.“ Unterstützung von Königlichen Familie habe es allerdings nicht gegeben. Es ist einer von wenigen vorsichtigen Seitenhieben gegen die Royals, von denen eigentlich mehr erwartet wurden. 

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Harry im Jahr 1995 mit seiner Mutter Diana.
Harry im Jahr 1995 mit seiner Mutter Diana. Imago/ZUMA Wire

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Seine Familie, so sagt es Harry, hätte darauf gepocht, dass alle Royals einmal durch den Sturm der Klatschblätter mussten. Dabei hätten sie nicht verstanden, dass es bei Meghan eine andere Qualität hatte. Denn immer wieder sei dabei ein tief verwurzelter Rassismus durchgekommen, den die Royal-Family nicht als solchen erkennen wollte.

„Harry & Meghan“: Liebe zwischen Klatschblättern und Rassismus

Das war neben der britischen Klatschpresse das zweite große Thema der ersten drei „Harry & Meghan“-Folgen. Meghan berichtete, wie sie als meist weiß gelesene Tochter einer schwarzen Mutter mit dem Thema Rassismus aufwuchs. Dazu wurde die Bedeutung des transatlantischen Sklavenhandels für den Aufstieg der britischen Monarchie und des britischen Empires erklärt. 

Mehrere Personen, die in der Doku zu Wort kommen attestieren Harry, dass er sich mit seinen Privilegien als britischer Royal auseinander gesetzt, die Vergangenheit seiner Familie hinterfragt und damit versucht hat, sich von dem Rassismus, der die europäischen Gesellschaften noch immer bestimmt, zu lösen.

Als Beispiel hält dabei sein wohl größter Skandal her: Seine Nazi-Verkleidung bei einer Party im Jahr 2005 bezeichnete der Sohn von König Charles III. in der Doku als „einen der größten Fehler meines Lebens“. Er habe sich danach sehr geschämt, das Gespräch mit dem Chefrabbiner von London und einem Holocaustüberlebenden in Berlin gesucht. „Ich hätte es einfach ignorieren können und diese Fehler immer wieder machen können in meinem Leben, aber ich habe daraus gelernt“, so Harry. Ein Satz, der im Subtext durchaus als weitere Spitze gegen seine Familie verstanden werden darf. 

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Der große Angriff blieb trotz mehrere kritischer Untertöne aber aus. Die nächsten drei Folgen der „Harry & Meghan“-Doku folgen am 15. Dezember. Die Spannung dürfte bis dahin weiter steigen.