Schwerbewaffnete Polizisten sicherten die Klinik in Hannover. Foto: dpa

Das war teuer! Ein Mafia-Mitglied ließ sich in der letzten Woche an der Medizinischen Hochschule Hannover wegen einer Schussverletzung behandeln. Damit ihm und dem Krankenhauspersonal nichts passiert, waren insgesamt 2456 Polizisten zur Bewachung im Einsatz.

Und dieser Einsatz (rund 16.060 Personalstunden) kostet satte 900.000 Euro. Bezahlen muss das der Steuerzahler. Da kommen Fragen auf. Und die wurden gestern im niedersächsischen Landtag gestellt. Bisher ohne Ergebnis.

Inzwischen ist der 35-jährige Mann aus Montenegro mit einem Ambulanzflugzeug nach Istanbul abgereist, wo er weiter behandelt wird.

Der Krankenhaus-Vizepräsident wurde entlassen

Da vorher nicht geklärt wurde, wer die Kosten übernehmen wird, ist gestern der Krankenhaus-Vizepräsident Andreas Tecklenburg entlassen worden. 

Nach einer ersten Darstellung des Mediziners schützten zunächst zwei Beamte den Patienten, was weder selten noch ungewöhnlich sei. Erst als das Spezialeinsatzkommando hinzugezogen wurde, informierte der behandelnde Arzt die Klinikleitung und diese wiederum das Wissenschaftsministerium als Aufsichtsbehörde. 

Grund für die Verletzungen war offenbar eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte, in die der Patient verwickelt sein soll. Der 35-Jährige saß in seinem Geländewagen als die Täter mehr als 20 Mal auf den Montenegriner schossen. Sieben Kugeln verletzten ihn lebensgefährlich.