In Nordkorea herrscht seit der Staatsgründung 1948 eine Diktatur. Foto: AP/Job Chol Jin

Noch gibt es nicht genug Impfstoff für alle Menschen auf der Welt. Wenige reiche Länder haben sich einen Großteil der begehrten Vakzine gesichert. Diese Knappheit treibt natürlich auch Kriminelle auf den Plan. Nun haben Hacker aus Nordkorea offenbar einen Cyberangriff auf das US-Pharmaunternehmen Pfizer verübt und versucht, Informationen über den Impfstoff und Behandlungsmethoden gegen das neuartige Coronavirus zu erbeuten. Das behauptet zumindest der südkoreanische Geheimdienst. Die Pfizer-Niederlassung in Südkorea reagierte zunächst nicht.

Der US-Pharmariese Pfizer hat zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech einen Corona-Impfstoff entwickelt, der seit Ende 2020 in der EU zugelassen ist. Der Impfstoff wird weltweit eingesetzt, auch in Deutschland. Derzeit gibt es noch zu wenig Impfstoff, weil die Produktionskapazitäten nicht ausreichen.

Im Dezember hatten Hacker bei einem Cyberangriff auf die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) auf Dokumente zum Impfstoff von Pfizer/Biontech und dem Vakzin des US-Herstellers Moderna zugegriffen.

Lesen Sie auch: Von wegen nur Pommes und Bier: Belgien ist ein Impfstoff-Riese >>

Nordkorea hat tausende Hacker im Einsatz, um sich in Institutionen, Unternehmen und bei Wissenschaftlern in Südkorea und weltweit einzuhacken. Sie sollen beauftragt sein, angesichts der gegen das Land verhängten Sanktionen neue Einkünfte zu erschließen.

Nordkorea hatte Ende Januar 2020 seine Grenzen geschlossen, um sich gegen das neuartige Coronavirus zu schützen. Nach Angaben Pjöngjangs gibt es in dem Land keine Corona-Infektionen. Experten zweifeln dies aber an, weil das Virus sich zuerst in China ausgebreitet hatte, das seinen strikt abgeschotteten Nachbarn mit Handelsgütern und Hilfslieferungen versorgt.