Eine Frau zeigt in einem Fitnessstudio ihren Grünen Pass. Foto: AFP/Gil Cohen-Magen

Rückkehr zur Normalität: Kurz nach seinem Start haben sich hunderttausende Israelis den sogenannten Grünen Pass heruntergeladen, der Genesenen und Geimpften in der Corona-Krise spezielle Erleichterungen gewährt.

Israels Grüner Pass funktioniert über einen Ausdruck oder eine App

Seit Sonntag hätten sich mehr als 400.000 Menschen die Bescheinigung über einen Internet-Ausdruck erstellt, sagte Rona Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. Sie leitet im israelischen Gesundheitsministerium die Digital-Abteilung und ist damit dort auch verantwortlich für alle Internetseiten und Apps. Eine „Ramzor“ genannte App, über die der Pass ebenfalls nachgewiesen werden kann, luden demnach bereits mehr als 500.000 Menschen herunter.

Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten in Israel aber auch für Menschen mit dem Günen Pass. Foto: AFP/Gil Cohen-Magen

Seit Sonntag können von einer Corona-Infektion genesene und gegen das Virus geimpfte Menschen in Israel mit dem Grünen Pass unter anderem wieder Fitnessstudios, Theater und Sportereignisse besuchen sowie in Hotels übernachten. Nicht-Geimpfte erhielten weniger Freiheiten zurück, sie dürfen aber seit Sonntag wieder in Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser gehen. In beiden Fällen gelten weiterhin Hygiene- und Abstandsregeln.

70 Prozent der Israelis über 16 Jahren haben bereits mindestens eine Spritze bekommen

In Deutschland wird über die Gewährung möglicher Vorteile für Geimpfte noch diskutiert. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Impfkampagne in Israel deutlich weiter fortgeschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag sind rund 70 Prozent der Landesbewohner ab 16 Jahren mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 4,5 Millionen Israelis hätten die Erstimpfung und mehr als drei Millionen bereits die Zweitimpfung erhalten.