Das Bild der Nasa zeigt den Ophiuchus-Galaxienhaufen nach der Rekord-Explosion. Foto: AP

Washington - Astronomen haben Spuren der energiereichsten Explosion seit dem Urknall entdeckt –  eine gewaltige Blase aus Röntgen- und Radiostrahlung im Ophiuchus-Galaxienhaufen.

Ausgangspunkt war wohl die Explosion eines supermassereichen schwarzen Lochs in einer Galaxie im Zentrum des Galaxienhaufens – etwa 390 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Über Hunderte von Jahren müsse es darin gegärt haben, so die Forscher, die Explosion habe sich jedenfalls so lange hingezogen. Und sie vermuten, dass die Schockwelle dieser Explosion schon mindestens 240 Millionen Jahre durch den Galaxiencluster rast.

Alles sei in Zeitlupe geschehen, schreibt das Team um Simona Giacintucci vom Naval Research Laboratory im Fachblatt „The Astrophysical Journal“.

Mittlerweile muss die Explosion allerdings abgeschlossen sein, folgern die Forscher aus ihren Daten: Sie könnten keine Hinweise auf neue Ausbrüche entdecken, heißt es in einer Mitteilung der Nasa. Das schiere Ausmaß dieses Ausbruchs verblüfft sie allerdings – denn bislang galt es als unmöglich.

Ursprünglich hatten Astronomen schon 2016 mit Röntgenteleskopen eine riesige Delle in dem ultraheißen Gas in der Umgebung des Schwarzen Lochs bemerkt. In diese Beule könne man die Milchstraße – unsere Heimatgalaxie – 15 Mal nebeneinander packen, so Giacintucci. Wegen dieser enormen Ausdehnung hätte man anfangs die Idee verworfen, sie könne durch eine Explosion ausgelöst worden sein.

Nun zeigt eine neue Studie, die von einem Team um Simona Giacintucci geleitet wurde, dass sie sich geirrt hatten. Die Forscher gehen davon aus, dass es im Weltall weitere Riesen-Explosionen geben könnte.