Ein Patient bekommt eine Grippe-Impfung. Foto: dpa/Felix Kästle

Die zweite Corona-Welle hat Deutschland komplett im Griff. Die Zahlen steigen täglich. Der Siebentage-Mittelwert an Neuinfektionen lag am Dienstag bei 16.244 - so hoch wie noch nie, seit das Coronavirus nach Deutschland kam. Die Bundesregierung reagierte mit einem Lockdown Light auf die Ausbreitung des Virus. Erneut ist Social Distancing das Gebot der Stunde. Laut einem Bericht der „Pharmazeutischen Zeitung“ (PZ) könne aber auch eine Impfung gegen die normale Grippe zumindest ein bisschen vor einer Infektion schützen.

Die PZ beruft sich auf eine Studie der Radboud Universität in den Niederlanden und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, für die Forscher die Daten von mehr als 10.000 Angestellten des Universitätsklinikums Radboud analysierten. Demnach waren bis Juni 2020 184 Klinikmitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Infizierten wurden darauf überprüft, ob sie gegen Grippe geimpft waren - und das Ergebnis fiel recht deutlich aus. Während nur 1,33 Prozent der geimpften Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt waren, waren es 2,23 Prozent der Nichtgeimpften. Das entspricht laut den Forschern einer Risikoreduktion von 39 Prozent.

Sie schlussfolgerten daraus, dass Menschen, die sich im vergangenen Winter gegen Grippe impfen ließen, während der ersten Welle der Corona-Pandemie ein geringeres Infektionsrisiko für das neuartige Coronavirus hatten als Ungeimpfte. Weitere Untersuchungen belegten das. So zeigte sich, dass der Grippeimpfstoff eine „trainierte“ Immunität erzeuge. Diese greife dann nicht nur bei einer Infektion mit dem Grippevirus, sondern auch bei anderen Krankheitserregern. Heißt: Die Immunzellen werden durch die Grippe-Impfung „trainiert“ und können so eine stärkere Zytokinantwort geben als „untrainierte“ Zellen. Mediziner sprechen hier von einer „Kreuzimmunität“.

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Dennoch ist die auf dem Preprint-Server „medRxiv“ veröffentlichte Studie, die bislang allerdings noch nicht von unabhängigen Fachkollegen überprüft wurde, kein klarer Beweis für einen Zusammenhang. Auch, wenn es ähnliche Studien aus Italien gibt, steht der klare Beweis für diese Vermutung noch aus.