Explosion im Hafen von Akaba am Roten Meer
Explosion im Hafen von Akaba am Roten Meer dpa/Uncredited/Al-Mamlaka TV/dpa

Giftgas-Alarm im Hafen von Akaba in Jordanien. Beim Verladen von Gasbehältern auf einen Frachter sind am Montag mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 250 weitere wurden verletzt. Laut Regierungsangaben ist hochgiftiges Chlorgas ausgeströmt. Den Behörden zufolge haben die Krankenhäuser Schwierigkeiten, die vielen Verletzten zu behandeln.

123 der mehr als 250 verletzten Arbeiter lagen nach Behördenangaben am Dienstag weiterhin im Krankenhaus.

Aufnahmen im staatlichen Fernsehen zeigten, wie ein von einem Kran hochgehobener Container herabstürzt. Nach dem Aufprall entweicht sofort eine dicke gelbe Wolke. Menschen fliehen in Panik vor dem Gas.

Hafen von Akaba nach Chlorgas-Unfall teilweise evakuiert

Der südliche Teil des Hafens wurde evakuiert. Die Menschen wurden nach dem Unglück von den Behörden aufgefordert, zu Hause zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Die Krankenhäuser in Akaba sollen überlastet sein und würden keine weiteren Verletzten mehr aufnehmen, sagte ein Behördenvertreter.

Am Dienstag hieß es dann, die Situation vor Ort sei inzwischen „unter Kontrolle“. Es bestehe keine Gefahr, dass das giftige Gas angrenzende Wohngebiete erreichen könnte, sagte Regierungschef Bischer al-Chasawneh.

Ministerpräsident Bischer al-Chasawneh und Innenminister Masen al-Faraja reisten laut dem Fernsehsender Al-Mamlaka an den Unglücksort. Die Regierung kündigte die Bildung einer Untersuchungskommission an.

Der Hafen von Akaba ist einer der wichtigsten am Roten Meer und der einzige Seehafen Jordaniens. Über ihn werden die meisten jordanischen Importe und Exporte abgewickelt.

Der israelische Badeort Eilat liegt nur rund fünf Kilometer vom Hafen von Akaba entfernt. Eine Sprecherin des israelischen Ministeriums für Umweltschutz erklärte jedoch, dass der Unfall aufgrund der Windrichtung für Israel wohl weniger gefährlich sei als für das im weiter südlich gelegene Saudi-Arabien.