Das Areal um das Gebäude L201 auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt ist weiträumig abgesperrt. Hier wurden mindestens sechs Menschen vergiftet. dpa/Alexander Rau

Aufregung auf dem Campus Lichtwiese der Technischen Universität in Darmstadt: Am Montagnachmittag klagten mehrere Menschen über Unwohlsein und verfärbte Gliedmaßen, nachdem sie etwas getrunken hatten. Sie kamen sofort in eine Klinik. Bis zum Dienstagmorgen erhärtete sich der schlimme Verdacht: Es hat sich offenbar um einen Giftanschlag gehandelt - die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes!

TU Darmstadt-Präsidentin erschüttert: Giftanschlag!

„Wir sind erschüttert angesichts der offensichtlichen Straftat, die sich an unserer Universität ereignet hat“, teilte die Präsidentin der Hochschule, Tanja Brühl, am Dienstagmorgen mit. Die Betroffenen Personen seien nach Angaben der Polizei vermutlich Opfer eines Giftanschlags geworden. Das hätten erste Ermittlungen gegeben.

Die Ermittler waren von Montagnachmittag an bis in den frühen Dienstagmorgen in der TU Darmstadt zugange. Sie suchten dort nach weiteren kontaminierten Lebensmitteln, gefunden wurde allerdings nichts. Aktuell gehen sie davon aus, dass mehrere Milch-Packungen und Wasserbehälter im Gebäude L201 auf dem Campus zwischen Freitag und Montag mit dem Stoff versetzt worden waren. Besonders auffällig sei „der beißende Geruch der betroffenen Flüssigkeiten“, hieß es bereits am Montagabend.

TU Darmstadt: Betroffene wiesen Vergiftungserscheinungen auf

Dennoch hatten sieben Menschen – darunter Studierende und Lehrende – von den Flüssigkeiten getrunken und wiesen im Anschluss Vergiftungserscheinungen wie Unwohlsein und Verfärbungen auf. Noch am Montagabend wurde der Gesundheitszustand eines 30 Jahre alten Studenten weiterhin kritisch gewesen, im Laufe des Dienstags soll sich sein Zustand aber wieder stabilisiert haben. TU-Präsidentin Tanja Brühl kündigte an, so schnell wie möglich mit den geschädigten Personen „persönlichen Kontakt aufzunehmen“, sofern es der Gesundheitszustand erlaube.

Hessens Grüne Wissenschaftsministerin Angela Dorn wünschte den Betroffenen eine schnelle Genesung und sagte ihre „vollumfängliche Unterstützung“ zu. Nun sei gelte es, den Vorfall schnellstmöglich aufzuklären. 

Womit die Geschädigten vergiftet wurden, will die Polizei derweil nicht preisgeben. „Manche Dinge können und wollen wir nicht veröffentlichen“, hieß es bei den Ermittlern über mögliches Täterwissen. Ein 40-köpfige Mordkommission mit dem Namen „Licht“ will nun möglichst rasch den oder die Verursacher finden. Gegen ihn wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt! Eine Spur zum Täter oder zum möglichen Motiv gibt es derzeit noch nicht.

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Polizei und TU Darmstadt warnen nun davor, Lebensmittel oder Getränke zu sich zu nehmen, die am Wochenende in den Räumen des Campus Lichtwiese gelagert wurden. Wer am Montag etwas gegessen habe und sich unwohl fühle, solle umgehend ärztliche Hilfe suchen. Im Fall von Verfärbungen solle man sich möglichst nicht bewegen und sofort den Notarzt anrufen.